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Outdoorsport in Bochum

Kaum zeigt sich die Sonne ein paar Tage am Stück, kribbelt es: Statt Serienmarathon rufen plötzlich die Joggingschuhe. Zwischen Hochschulsport, unzähligen Vereinen und privaten Anlagen – von Padel bis zur Hindernisanlage – ist das Angebot in Bochum riesig. Wer sich frei und unverbindlich bewegen möchte, findet Basketballkörbe, Tischtennisplatten, Bolzplätze, Boulefelder und mehr im öffentlichen Raum. Ich wollte wissen: Was geht draußen jenseits von Jogging? Also habe ich mir fünf Outdoor-Angebote vorgenommen, die zeigen, wie vielseitig Bewegung unter freiem Himmel sein kann.

Zirkeltraining an der RUB – Feierabend mit Puls

Dienstag, 17 Uhr. Während andere langsam Richtung Sofa denken, rolle ich meine Matte – na gut, mein Handtuch – auf der Calisthenicsanlage am Campus der Ruhr-Uni aus. Es ist einer von vielen Kursen, die hier beim Hochschulsport auch für alle Nicht-Studierenden angeboten werden: Ich bin mittendrin beim Zirkeltraining. Klingt erstmal harmlos. Ist es aber nicht, wie ich schnell spüren werde. Hier wird nicht klassisch von Station zu Station gewechselt, sondern in Blöcken gearbeitet, mit viel Eigengewicht und Ehrgeiz. 

Mit zehn Minuten Warm-up geht’s los. Dann heißt es 40 Minuten Vollgas, am Ende zehn Minuten Cooldown: Oberkörper, Beine, Rumpf, Bauch, Squats, Ausfallschritte, Sprünge und zwischendurch Cardio. Vier bis sechs Übungen pro Block. 30 bis 40 Sekunden Belastung, zehn Sekunden Pause. Das klingt kurz. Ist es nicht. Nach dem ersten Block merke ich, dass meine Beine plötzlich sehr präsent sind. Tara Bunk, unsere Trainerin, zählt mit ruhiger Stimme runter. Sie studiert Sport und Sowi an der RUB und schafft es, dass alle dranbleiben. Wer es intensiver mag, bekommt Varianten für Fortgeschrittene. Ich bleibe bei der normalen Version – und bin am Ende komplett ausgelaugt und stolz zugleich. Nach so einem Training schmeckt der Feierabend auf der Couch noch ein kleines bisschen besser. Noch sind für den aktuellen Kurs bis Ende Juli Plätze frei. Dann folgt der nächste, auch in den Semesterferien. Und auch bei Regen und im Winter. 

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Sportabzeichen – Wettkampf gegen den inneren Schweinehund

Das Deutsche Sportabzeichen begleitet mich seit vergangenem Jahr. Im Sommer hatte ich für einen Beitrag mit dem Stadtportal Bochum Silber geschafft, im Winter dann Gold. Das will ich dieses Jahr wieder schaffen – und habe dazu diesmal sogar ein paar Freunde animiert. Das Sportabzeichen klingt erstmal nach Bundesjugendspielen. Es ist aber vielmehr eine Einladung, sich selbst herauszufordern: in Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination. Bronze, Silber oder Gold hängen von der eigenen Leistung ab, je nach Altersklasse.

Die Trainingsangebote sind über das Jahr verteilt, viele davon offen und kostenfrei. Ich habe mir beim VfL Bochum Leichtathletik sowie bei Weitmar 09 Technik und Disziplinen noch einmal zeigen lassen. Dann ging es erstmals seit Jahren in den Sprint und die Weitsprunggrube. Nach über 60 Sit-ups war ich komplett platt. Zum Schluss standen noch 800 Meter Schwimmen an, was ich erst im Blau-Weiß-Freibad, dann im Unibad hinter mich gebracht habe. Als die Bademeisterin mir am Beckenrand die Goldzeit bestätigte, habe ich kein Wort herausgebracht – mehr als keuchen war nicht möglich. Doch es hat sich gelohnt. Mehr als das! Die Wahl der Sportarten ist variabel, jede der vier Kategorien muss abgedeckt werden. So habe ich auch Disziplinen probiert, die ich sonst nie gemacht hätte. Plötzlich habe ich Muskeln entdeckt, von denen ich nicht wusste, dass sie existieren – und vielleicht auch die eine oder andere neue Leidenschaft.

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Urban Green – Bewegung ohne Schwellenangst

Am Urban Green am Hausacker fühlt sich ein Nachmittag schnell wie Urlaub an. Freilufthalle, Boule-Bahn, Fitnessgeräte, Spielflächen – alles offen und zugänglich. Ich habe an einem sonnigen Tag mit meiner Frau Toey vorbeigeschaut, Boule ausprobiert, mich an ein paar Fitnessgeräten versucht und einfach die Atmosphäre aufgesogen. Ein Basketball klatscht auf Asphalt, Kinder rennen lachend durch den Wasserspielbereich, jemand macht Klimmzüge, ein anderer schießt einen Ball weit ins Grün. Niemand schaut schief, wenn man etwas Neues testet. Hier geht es nicht um Bestzeiten oder Trainingspläne, sondern um Bewegung im Alltag.

Alles ist hier ziemlich unkompliziert. Und genau das macht den Ort so sympathisch. Die Freilufthalle lässt sich sowohl für Fußball-, Hockey- und Basketballspiele als auch für überdachte Feste und Veranstaltungen nutzen. Übrigens gibt es hier auch barrierefreie Angebote und welche für ältere Menschen. Zum Entspannen lädt die große Wiese ein. Eine Familie packt gerade ihren Picknickkorb aus. Das ist eine gute Idee fürs nächste Mal. Kleiner Tipp: Vor kurzem wurde die neue Sport- und Freizeitanlage „Die Grüne Dickebank“ (Dickebankstraße 27) mit Multifunktionsfläche, Scooterloop und Laufradtrack eröffnet, die ebenso einen Besuch wert ist. 

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Sportbox Steinkuhl – Fitness to go

In Bochum gibt es einige Sportboxen, die kostenlos genutzt werden können und allerlei Trainingsequipment enthalten. Die Sportboxen stehen im öffentlichen Raum und können via App gebucht werden. Wir waren bei der Eröffnung der Sportbox in Steinkuhl dabei, die durch den Bochum-Fonds ermöglicht wurde und von der Initiative Pro Steinkuhl betreut wird. Das Prinzip ist ganz einfach: App öffnen, Box buchen, per Smartphone entriegeln und schon stehen Kettlebells, Bälle oder Springseile bereit. Die Sportbox im Innenhof der Alten Markstraße 49 funktioniert überraschend unkompliziert.

Eine Sportbox gibt es jetzt auch in Wattenscheid.

In Steinkuhl wurde gleich ein kleines Training improvisiert, das alle Generationen vor Ort zusammengebracht hat. Die Hürde, Sport zu machen, wird hier ziemlich klein. Die Geräte sind da. Also bewegt man sich. Während ich mich mit Fitnessgeräten beschäftige, spielt nebenan jemand Fußball, zwei Jugendliche testen die Medizinbälle. Die Sportbox fühlt sich an wie ein kleines Fitnessstudio ohne Wände – offen, niedrigschwellig, gemeinschaftlich. Mittwochs um 16 Uhr kommt außerdem ein Trainer. In der App „SportBox app and move“ können auch die anderen Sportboxen in Bochum gefunden werden, die neuste wurde zuletzt in Wattenscheid und im Bockholt eröffnet.

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Adventure Minigolf – Ehrgeiz mit Augenzwinkern

Es gibt Tage, an denen man sich bewegen möchte, aber ohne Pulsuhr und bitte mit Humor. Beim Adventure Minigolf am Kemnader See warten Bahnen mit Bochumer Motiven und Hindernissen: Bergbau, Fiege, Haus Kemnade, Tierpark. Kreativ, verspielt, liebevoll gestaltet. Das weckt Ehrgeiz, mit Augenzwinkern: Was als lockerer Teamausflug von Bochum Marketing beginnt, entwickelt sich schnell auch zum sportlichen Duell. Wer braucht weniger Schläge? Wer bleibt cool, wenn der Ball in den See fällt und mit dem Casher wieder herausgeholt werden muss? Hier wird gelacht, gefrotzelt, gefeiert. 

Jede Bahn ist ein kleines Abenteuer. Am Ende schaffe ich es auf den dritten Platz, aber Spaß hatten wir alle ohne Ende. So viel, dass es uns nachher noch zum Fußballbillard gezogen hat, das ebenfalls auf der Anlage gespielt werden kann. Anschließend haben wir uns alle ein dickes Eis am Kemnader See verdient. So kann ein Tag ausklingen!

Mehr Informationen zum Adventure Minigolf

Was geht sonst noch draußen? Bochum hat natürlich noch viel mehr Outdoor zu bieten. Wenn ihr weiterstöbern wollt, klickt euch durch unsere bisherigen Beiträge hier im Blog:

Und wer Lust auf ein bisschen Wettkampf hat: Auch die Laufveranstaltungen in Bochum sind ein Erlebnis. Vom lockeren Urban Run (https://urban-series.de/), bei dem der Spaß durch die Stadt im Vordergrund steht, bis zum anspruchsvollen Stadtwerke Halbmarathon (https://stadtwerke-halbmarathon.de/), bei dem Beine und Ehrgeiz gleichermaßen gefordert sind.

Ausreden gibt’s keine mehr, jetzt heißt es: Sport statt Serienmarathon!

verfasst von Felix Mai 2026

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