Der Veganuary liegt hinter uns. Wer trotzdem auch danach nicht nur zuhause vegan kochen will, sondern auch den ein oder anderen Restaurantbesuch in den restlichen Monaten genießen möchte, is(s)t hier genau richtig! Weil der erste Teil der Vegan-Reihe auf unserem Blog so gut bei euch ankam, machen wir uns auf den Weg und testen fünf weitere pflanzliche Foodspots für euch.
Einzelansicht
Vegan essen in Bochum Teil 2

Patisserie Caya Herner Straße 3
Wir starten im Kortländer Kiez bei der Patisserie Caya. Konditormeisterin Tabea Wächter hat sich im November 2025 einen Traum erfüllt und ihr erstes Café eröffnet. Zuvor präsentierte sie ihre Kreationen auf Wochenmärkten oder als Pop-Up-Store, nun also der eigene Laden. Ich (Dustin) trete mit meinen Kolleginnen Lisa und Mira ein und bin sofort Fan des Interieurs. Clean, ästhetisch, ein Farbkonzept mit Pastelltönen – genau mein Geschmack.
Uns springt die Auslage mit den hochwertigen Tartelettes und Brioches ins Auge. Darüber hinaus liegen frische Croissants und andere Backwaren bereit. Weil Tabea seit fünf Jahren selbst vegan lebt, kam es für sie einfach nicht mehr in Frage, mit Butter, Sahne, Eiern und allem, was das klassische Konditorhandwerk hergibt, zu arbeiten.
Dabei setzt sie allerdings nicht auf Ersatzstoffe aus dem Supermarkt, sondern experimentiert mit Proteinen, Fetten und Flüssigkeiten, die dieselben Eigenschaften haben, wie die tierischen Gegenstücke, mit denen sie das Konditorhandwerk erlernt hat. Hier steckt eine Menge Expertise hinter, damit es allen schmeckt – egal, ob man vegan lebt oder nicht. Wir probieren das Tiramisu-Tartelette und ein Vanille-Blutorange-Küchlein.
Tabea hat uns verraten, dass sie bei der Rezeptur besonderen Wert auf ausgewogene Geschmackskomponenten legt. Glaubt mir, sie hat nicht zu viel versprochen. Knusprig, weich, süß, etwas bitter – hier ist von allem etwas dabei. Die Karte für Heißgetränke gibt von Kaffee bis besondere Teesorten auch einiges her. Auch, wenn es hier etwas hochpreisiger ist, zahlt der Geschmack es zurück.
Kaspar Schmauser Am Einkaufszentrum 1
Von der City in den Ruhr Park: Die Neueröffnung von „Kaspar Schmauser“ hat uns aufhorchen lassen. Nach Nürnberg, Berlin, Hamburg, Leipzig und Co. gibt’s die veganen Bowls und Salate der Vegan-Kette nun endlich auch bei uns.
Wir scrollen ganz unkompliziert am Terminal durch die zahlreichen Varianten und wählen unsere Bestellung aus. Fest steht auf jeden Fall: Heute wird frisch und gesund gegessen, was mir sehr zusagt. Das Lokal hinterlässt mit grünen Fliesentischen, Holzbänken und auffälligen Lampenschirmen auf jeden Fall schon mal Eindruck. Und auch die Speisen drängen sich in den Vordergrund.
Mit Unterstützung unserer Praktikantin Lena verputzen wir die Pulled Taco Bowl mit den Klassikern Mexikos, die Korean Kimchi Bowl mit Tofu und Glasnudeln und den Oriental Vibes Salad, der mit Süßkartoffeln und Rote Bete lockt. Die Auswahl fiel uns nicht leicht. Darüber hinaus gibt’s noch einige Varianten – beispielsweise mit Chicken-, Steak- oder Thunfisch-Ersatz. Wir machen es uns gemütlich und beobachten, wie alles direkt vor unseren Augen zusammengestellt wird.
Wer sich während eines Shopping-Trips im Einkaufszentrum nach einem leichtem Snack zur Stärkung sehnt, ist hier genau richtig aufgehoben. Die passende Wahl dabei wäre auch die Superfood-Sweetbowl, bestehend aus Bananen- und Mango-Smoothie, getoppt mit Granola, Goji-Beeren, Kokos und Chiasamen. Seine blaue Farbe erhält sie durch Spirulina. Jetzt fühlen wir uns fit genug, um die nächsten Spots abzuchecken.
Veganland Kortumstraße 25
Çiğ Köfte ist eine der in Deutschland weit verbreitetsten türkischen Speisen. Kräftig gewürzt, wird die Masse aus Bulgur traditionell mit den Fingern geknetet und erhält so ihre charakteristische Form.
Oft sind wir schon dran vorbeigelaufen, jetzt kommen wir endlich in den Genuss von „Veganland“ auf der Kortumstraße, dessen Aushängeschild eben genau dieser Klassiker ist. Empfangen werden wir auf jeden Fall schon mal mit einer Packung guter Laune hinter der Theke – und die steckt sofort an. Wir werden herzlich begrüßt und gleich mit den Worten empfangen: „Ihr kommt hier nicht raus, bevor ihr alles probiert habt.“ Naja, okay, gerne!
Das Go-To auf die Hand sollen hier die Wraps sein – in verschiedenen Variationen mit Çiğ Köfte (und Doritos), Falafel oder Nuggets. Darüber hinaus macht uns das Sushi Çiğ Köfte, eingerollt in Lavash, neugierig. Genauso wie das vegane Lahmacun mit Soja, Zwiebel, Petersilie und Paprika. Wie das duftet, als es an unseren Tisch kommt! Zu viert genießen wir das Menü und stellen uns nur die eine Frage: Warum hatten wir diesen Laden nicht schon eher auf dem Schirm?!
Alles schmeckt orientalisch würzig, nach Wahl scharf, superfrisch. Da vermisst definitiv niemand Fleisch. Und die Karte hat noch so viel mehr zu bieten: Burger, İçli Köfte mit Gemüse und Kartoffelfüllung, eine vegane Döner-Pita-Tasche, Salate, Pommes. Mira und ich sind uns einig, dass man „Veganland“ in der Mittagspause ab sofort regelmäßig ansteuern muss. Abschließend sündigen wir noch mit süßem Baklava.
Blondies Hattinger Straße 80
Dieses Restaurant ist wahrlich kein Geheimtipp, sondern gilt als eine der ersten Anlaufstellen im Ehrenfeld, wenn es um die vegane Küche geht – und das schon seit Jahren.
Nach einem Besitzerwechsel vor knapp über einem Jahr hat das „Blondies“ aber nochmal einen weiteren Schritt nach vorne gemacht. Was uns direkt auffällt ist, dass die Dynamik eines Restaurants mit der Leichtigkeit einer Bar kombiniert wird. An den Wänden hängen Bilder der größten Popstars verschiedener Generationen: von Kurt Cobain, über Bob Marley bis zu Amy Winehouse. Auch der Sound aus den Lautsprechern versetzt uns mal in die 80er, mal zurück in die 2010er.
„Burger desired – Thai inspired“ lautet das Motto der Küche. Das erklärt sich beim Blick in die Speisekarte. Zur Auswahl stehen einige Burger-Varianten. Mit unterschiedlichen Broten und Pattys – Beyond Meat, Haferflockenbratling, NoChicken oder Redefine Meat – lassen sich diese individuell zusammenstellen. Darüber hinaus stehen auch die Thai-Specials im Fokus. Unsere Wahl fällt auf frittierte Tofuspieße mit Erdnusssauce zur Vorspeise sowie den Big Kahuna Burger mit Ananas als Hauptmahlzeit.
Vor allem die hausgemachten Saucen überzeugen uns (probiert auch unbedingt den „Cheese“-Dip). Derweil werden uns an der Bar frische Limonaden gemixt. Jetzt, wo der legendäre Taxiteller (Pommes, Currywurst, Gyros, Zaziki, Zwiebeln) in den sozialen Medien gerade salonfähig gemacht wird, müssen wir natürlich auch beim Angebot, diesen pflanzlich zu testen, zuschlagen. Ja, den gibt’s da wirklich! Erinnert mich komplett an meine Kindheit, Empfehlung!
Rote Bete Universitätsstraße 150
Zum Abschluss geht’s für uns nach Querenburg, zum Campus der Ruhr-Universität. 2022 hat das Akademische Förderungswerk (AKAFÖ) sein ehemaliges Bistro zum veganen Restaurant, der Roten Bete, fertig umgestaltet.
Dieses zählt, laut der Tierrechtsorganisation Peta, inzwischen sogar zu einer der beiden besten veganen Mensen Deutschlands. Da sind wir mal gespannt. Obwohl wir selbst nicht (mehr) studieren, sind wir hier herzlich willkommen. Das seid ihr natürlich auch. Geerdete, warme Farben und massive Holzmöbel schaffen für uns ein Wohlfühlambiente. Wir entdecken verschiedene Tagesgerichte, ergänzt durch eine Salat- und Antipasti-Theke, der hauseigenen Rote-Bete-Suppe sowie Kuchen- und Puddingspezialitäten für den süßen Zahn.
Aus der breiten Buffetauswahl stellen wir uns zwei Teller zusammen. Weil ich mich selten entscheiden kann, landet einfach alles auf dem Teller, was mich anspricht. Als Vorspeise Falafel, asiatischer Gurkensalat sowie ein Salat mit Spinat und Erdbeeren, Kürbis und Antipasti. Allein dafür lohnt sich schon! Als Hauptspeise gibt es Nudeln mit Sojabolognese und ein Kartoffel-Spinat-Auflauf. Abgerechnet wird am Ende nach Gramm.
Weil die Sonne an diesem Tag nicht geizt, setzen wir uns auf die Mensa-Terrasse und genießen den Ausblick ins Lottental. Der Vitamin-D-Overload veranlasst uns glatt dazu, nochmal ein Stück Kirschkuchen mit knallroten Erdbeeren nachzubestellen. Auswogen, gesund und fleischlos: Solch eine Mensa hätte sich zu unserer Studienzeit jede/r gewünscht, also nutzt es! Täglich hat das Lokal zwischen 11 Uhr und 14:30 Uhr geöffnet.
Aufs Neue durften wir erfahren, dass Bochum große Fortschritte in Sachen fleischlose Ernährung macht. Für mich persönlich geht der Trend in die richtige Richtung. Dementsprechend bin ich gespannt, was noch folgt.
verfasst von Dustin Februar 2026
Zusätzlicher Inhalt
Ersteller:
Dateiname:





















