Wir haben uns fünf rein pflanzenbasierte Foodspots angeguckt, die jeweils auch die Geschmacksnerven des überzeugtesten Fleischessers treffen werden. Ich, Dustin, selbst ernähre mich seit mehreren Jahren zwar „nur“ vegetarisch, versuche aber auch so oft wie möglich auf vegane Alternativen zurückzugreifen, was mir im Alltag zugegebenermaßen gar nicht so leicht fällt. Umso mehr freue ich mich, dass die folgenden Lokalitäten ihren Teil dazu beitragen.
Einzelansicht
Vegan essen in Bochum

Kimbap Spot Ostring 22
Gegenüber vom Amtsgericht liegt das beliebte koreanische Restaurant „Kimbap Spot“. Ein Blick auf die Speisekarte verrät: Besitzerin Anne Kyung Ah Meiers setzt auf die koreanische Küche. Hier dreht sich in erster Linie alles um – wer hätte es gedacht – Kimbap.
Der Begriff setzt sich aus den zwei Hauptzutaten der koreanischen Version von Sushi zusammen: Kim bedeutet Purpurtang und Bap steht für gekochten Reis. Der Unterschied zum japanischen Sushi: Der Reis wird nicht mit Essig, sondern mit Sesamöl gewürzt und die Rolle mit mehreren Zutaten gefüllt. Ihre bunten Farben erhalten sie durch einen Mix aus Gemüse – beispielsweise Rote Beete, Süßkartoffeln, Avocado, Gurke und gelber Rettich.
Wir testen: Sweet Potato Roll, Crunchy Cheeze Roll, Bibimbap Teriyaki Soy (eine Reisbowl mit Gemüse und mariniertem Teriyaki Soja-Schnetzel) und Fried Tofu Ramen. Eure Augen sind beim „Käse“ stehen geblieben, oder? Ja, auch vegan – wird aus Tofu und Kokosöl gezaubert.
Ich kannte bislang nur das klassische Maki-Sushi. Dementsprechend begeistert war ich von der Geschmacksexplosion der Kimbap-Rolls. Vier bis fünf Zutaten mit einem Bissen – hat was von der TV-Sendung „The Taste“. Besonders die Variante mit der frittierten Crunch-Panade, abgerundet mit Mayo-Dip und Rettich, müsst ihr definitiv testen. Auch die Ramen können was: Die aromatische Brühe wird rein aus Gemüse gewonnen.
맛있게드세요 – Guten Appetit!
Dooby's Universitätsstraße 26
Am Anfang der Universitätsstraße befindet sich auf Höhe der Hausnummer 26 der Imbiss „Dooby’s“. Yannik Ristau und Nils Achterfeld servieren Gerichte im Streetfood-Style – ausschließlich vegan.
Der Innenraum besteht aus einer offenen Küche, einer Bar und einer gemütlichen Sitzbank vor der Glasfront. „Übersichtlich, aber gemütlich“, denken wir uns. Die lockere Art von Yannik und seinen Mitarbeitern, gepaart mit chilligen HipHop-Beats, sorgen für einen besonderen Vibe. An den Wänden hängen Bilder mit Graffitis, selbstentworfene Grafiken und Logos von Bochumer Rapartists.
Mit der Zusammenstellung ihrer Speisekarte setzen die Jungs auf ihre Stärken und treffen damit genau meinen Geschmack. Kein Schnickschnack, einfach straight Soul Food. Burger, Wraps, Burritos, Fries – alles frisch und selbstgemacht. Die beiden erzählen uns, dass der Wrap „Hackfleisch Hassender Zerhacker“ ein Klassiker ist. Als Spongebob-Fan aus Kindestagen komme ich also nicht drumherum, diesen zu probieren.
Befüllt wird der Wrap mit scharf angebratenem Veggie-Hack, Mais, Bohnen und Jalapeños, Salsa, Chili-Mayo und Nachos. Dazu entscheiden wir uns für „Topped Fries“ mit frischem Falafel, (Rote Beete-) Hummus, Tahinisauce und einem Paprika-Petersilie-Tomaten-Salat. Und der Vegan Smashed Burger mit einem Patty aus Erbsenprotein und Sonnenblumenkernen darf auch nicht fehlen. Gutes Essen, kühles Getränk – so kann der Arbeitstag ausklingen.
Zum kleinen Esel Universitätsstraße 79
Wer auf deftiges Essen steht, der ist beim „Zum kleinen Esel“ genau richtig: Bereits seit 2019 befindet sich das Lokal auf Höhe des Exenterhauses an der Universitätsstraße und bereitet frisch mexikanische Burritos und Quesadillas zu – muss ich, Santina, testen.
Gründer Michael Josef Laur De Manos, der 25 Jahren vegan lebt, war auf Reisen nach Mexiko und in die Staaten stets begeistert von der Vielfältigkeit der Speisen, sodass er direkt auf den ersten Blick in die mexikanische Küche verliebt war und auf Empfehlung von Freunden und Familie sein eigenes Lokal eröffnete.
Obwohl die Produkte komplett vegan sind, wird dies auf der Speisekarte nicht demonstrativ dargestellt und nicht direkt entdeckt. Auch der ethische Aspekt ist für Michael sehr wichtig, weshalb es im kleinen Esel auch keine Avocado-Guacamole mehr gibt. Nach mehreren Rezeptversuchen besteht diese nun aus Erbsen und auch die Soßen werden selbst hergestellt.
Wir bestellen das beliebteste Produkt: den Tofu Ranchero Burrito. Michael schnappt sich alle Zutaten und legt los: Die Füllung kommt mit veganem Käse in die Pfanne, der Burrito wird belegt und dann geht’s auch an die Kunst, einen Burrito zu rollen. In Kombination mit Tortilla Chips, Guacamole und den hausgemachten Soßen lassen wir es uns schmecken und es fällt wieder einmal auf: Vegane Speisen können so vielfältig sein.
be.Well Querenburger Höhe 137
Studierende der Ruhr-Uni werden dieses Restaurant sicherlich auf dem Schirm haben: Mitten im Uni-Center ist das „be.Well“ beheimatet. Seit mittlerweile acht Jahren ist das Lokal DIE Rettung für hungrige Studis in den Vorlesungspausen.
Besitzer Michael Armbrust lebt aus Überzeugung vegan, doch sein Motto lautet: Hauptsache lecker! Das wollen wir am eigenen Gaumen erfahren. Der Renner hier sollen die inzwischen 13 unterschiedlichen Burgervarianten sein. Die Patties entstehen aus Kidneybohnen und Haferflocken, das Burger-Bun in zwei Varianten – als Brioche oder Fladenbrot – liefert die Bochumer Bäckerei Löscher.
Darüber hinaus findet ihr hier auch verschiedene Wraps, Burritos oder sogar einen veganen Dönerteller. Ergänzt wird das Speisenangebot von einem wechselnden Tagesgericht, welches bei uns gegrillte Aubergine mit Minzjoghurt und Curly Fries ist. Dazu entscheiden wir uns für einen Nacho Burrito mit Potato Wedges und den Ruhrpott-Teller.
Als Vegetarier kenne ich die Situation, oftmals im Restaurant nur Beilagen zu finden oder aus Alternativen wählen zu müssen. Aber im „be.Well“ werden Currywurst aus Bio-Seitan, Falafel und Co. zum Main Character. Zum Abschluss gönnen wir uns den fluffigen Zitronenkuchen und das French Toast mit Lotus Sauce und Marshmallow Creme. Da soll nochmal jemand sagen backen ohne Milch und Eier geht nicht.
Katzentempel Huestraße 10
Das vegane Restaurant haben wir euch bereits vorgestellt, als wir dort das Event „Yoga & Brunch“ besucht haben. Doch auch einen regulären Besuch im Katzentempel, mitten in der Bochumer Fußgängerzone, kann ich, Lisa, euch nur wärmstens an Herz legen.
Das Besondere: Hier seid ihr in flauschiger Gesellschaft von sechs Katzen. Kommen wir aber zuerst zum Essen. Auf der Speisekarte findet ihr eine große Auswahl – von Frühstück, Vorspeisen bis hin zu Sandwiches, Burger und Bowls. Auch für Naschkatzen ist etwas dabei. Je nach Saison gibt es außerdem eine wechselnde Zusatzkarte.
Was in der Speisekarte direkt auffällt, sind die Wortspiele, so wie das „Tiramiezu“ oder das „Purrschetta“. Wir entscheiden uns für den Tempelburger mit einem BEYOND Patty und die Rainbow Bowl mit Wildreis und planted chicken. Während wir essen, beobachten wir die Katzen, die sich gerade in ihren Körbchen ausruhen. Die freilaufenden Tempelkatzen haben hier auch jederzeit die Möglichkeit haben, sich von den Besuchenden zurückzuziehen. Doch dann haben wir Glück, denn Scholli gesellt sich zu uns und lässt sich auf einen freien Platz neben uns nieder.
Ihr habt richtig gehört, die Katzen sind stilecht nach Dialektwörtern aus dem Ruhrgebiet benannt worden. So trefft ihr beim Café auch auf Oschi, Bösmken oder Koko(Lores). Jetzt können wir unmöglich gehen, also bestellen wir noch einen Nachtisch, den wir wirklich empfehlen können: „Don’t call it Snickers“, eine Schoko-Erdnuss-Pfote am Stiel mit gerösteten Erdnüssen und Schokosoße.
Jetzt seid ihr dran mit dem Testen: Wie auch ich in dieser Blogreihe werdet ihr spätestens dann sicher merken: Teile der Gastroszene Bochums entwickeln sich langsam einem Place to Eat ohne tierische Produkte.
verfasst von Dustin, Lisa und Santina November 2023, aktualisiert Februar 2026
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