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Tierische Gastro in Bochum

In Bochum gibt es eine große Auswahl an Restaurants und Cafés, in manchen geht es sogar richtig tierisch zu. Wir stellen euch drei Gastroerlebnisse der besonderen Art vor: Im Tierpark beim Restaurant Franz Ferdinand, beim neu eröffneten Katzentempel in der Innenstadt und beim Papageien Park Café am Ruhrstadion.

Eine schwarz-weiße Katze sitzt auf dem Boden und schaut mit großen Augen nach oben. Daneben sitzt ein grüner Papagei mit rosa Schnabel auf einem Finger und blickt direkt in die Kamera. Der Hintergrund ist bunt und leicht verschwommen.

Franz Ferdinand

Seit Oktober 2013 ist das Franz Ferdinand das Restaurant am Tierpark und bietet mit seiner großen Fensterfront einen Ausblick in das Reich der Tiere. Besonders ab März, wenn der Biergarten geöffnet ist, sind die Flamingos zum Greifen nahe. Aber auch ansonsten ist das Franz Ferdinand mit seiner österreichischen Küche und der Wiener Kaffeehauskultur immer einen Besuch wert, geöffnet ist jeden Tag. Seit 2019 verlegt sich das Restaurant für besondere Events auch direkt in den Tierpark – wie jetzt beim Adventsdinner, das wir für euch getestet haben.

Eine gemütliche Tischdekoration im Innenbereich mit einer nebligen Glaswand, die den Blick auf das üppige Grün draußen freigibt. Auf dem Tisch stehen ein großes Gefäß mit einer brennenden Kerze, Tannenzapfen, Glaswaren, eine Flasche in einem Eiskübel und kleine festliche Dekorationen. Weiches Tageslicht fällt hindurch.

Ich war ja schon häufiger im Tierpark, aber so habe ich diesen Ort noch nie erlebt. Um 17.30 Uhr ist Einlass, es ist schon dunkel und es herrscht eine ganz ruhige Stimmung. Die meisten Tiere schlafen, zwei Flamingos strecken ihren Hals dann doch kurz aus ihrem Gefieder und schauen mich schief an: „Was macht der denn um die Uhrzeit hier?“, scheinen sie zu denken. Dann betrete ich mit meiner Frau Toey das Aquarien-Terrarienhaus und bin sofort total überwältigt: Die Tische sind direkt vor den Aquarien platziert, zauberhaft eingedeckt, dazu klassische Musik im Hintergrund – romantischer könnte es kaum sein. Jeder Tisch für sich hat eine ganz besondere Atmosphäre: Auf einen schaut das Krokodil, beim anderen flitzen süße Wüstentiere im Hintergrund umher, und wir sitzen vor den Fischen des Amazonas. Uns kommt es vor, als wären wir mitten im Dschungel. Einzigartig!

Ein für eine Mahlzeit gedeckter Esstisch mit Gläsern und einer grünen Speisekarte mit goldener Schrift. Der Hintergrund zeigt einen üppigen Innengarten mit großen Blättern und einem kleinen Teich oder Aquarium, der eine natürliche und ruhige Atmosphäre schafft.
Ein Esstisch für vier Personen, geschmückt mit Glasgeschirr und karierten Servietten, steht vor einem großen Aquarium voller bunter Korallen und Fische. Die Atmosphäre ist intim, umgeben von Backsteinmauern und sanfter Beleuchtung.
Ein gemütlicher Restauranttisch für zwei Personen mit elegantem Geschirr und einem großen, beleuchteten Aquarium im Hintergrund. Das Aquarium ist mit leuchtend grünen Pflanzen und Steinen gefüllt, die einen blauen Schimmer über die Szene werfen.

Ebenso spektakulär wie die Atmosphäre ist das Essen. Aufgetischt wird ein Vier-Gang-Menü, die begleitenden Getränke und ein fruchtig-würziger Aperitif sind im Preis inklusive. „Damit jeder den Abend einfach nur genießen kann. Es soll gemütlich und lecker sein und an nichts mangeln“, erklärt uns Gastgeber Alessandro Maceri das Konzept und serviert gleich den ersten Gang: Geflämmtes Gänsebrustcarpaccio an Welschnuss, Wildkräutern und schwarzem Ribisel-Dressing. Das Essen ist ein Traum und begeistert mit extrem hoher Qualität, genau so wie die folgenden Gänge, eine Maronencremesuppe mit Zimtknusper, dann Ganskeule an Apfel-Blaukraut, Knödeln sowie glasierten Maronen und zum Abschluss ein Lebkuchenmousse mit Spekulatiuseis. Dazu ist auch der Service top, super freundlich und professionell. Wir geben 10 von 10 Punkten für diesen Abend! Wer es selbst einmal ausprobieren will, sollte öfters mal auf den sozialen Kanälen oder der Homepage des Franz Ferdinand und des Tierparks surfen.

Zwei Personen stoßen an einem schwach beleuchteten Tisch mit Rotwein an. Der Tisch ist mit Besteck, einem Glas Wasser und einer Kerze in einem Gefäß gedeckt. Im Hintergrund ist durch ein Fenster ein Blick auf üppiges Grün möglich, was eine gemütliche Atmosphäre schafft.
Eine Collage einer Mahlzeit aus vier Bildern: Oben links ist ein Rindercarpaccio mit Blattgemüse und Gemüse zu sehen, oben rechts eine cremige Pilzsuppe, unten links eine gebratene Ente mit Soße und Beilagen und unten rechts ein Orangendessert mit einer Kugel Eis.

Katzentempel

Meine zweite Station ist der Katzentempel, den ich mit meiner Kollegin Lisa entdeckt habe. Mitten in der Innenstadt an der Huestraße 10 ist das im November eröffnete Restaurant fußläufig vom Hauptbahnhof gut erreichbar. Eine echte Bereicherung für Bochum! Hier leben sechs gerettete Katzen, auch außerhalb der Öffnungszeiten, wir besuchen die Tiere quasi in ihrem Wohnzimmer. Durch eine Schleuse mit zwei Glastüren kommen wir in den Katzentempel hinein und erspähen sofort eine schlafende Fellnase in einem Körbchen an der Wand. Dass wir uns hier im Wohnzimmer der Katzen befinden, wird auch durch die vielen Accessoires, von Spielzeugen bis Kratzbäumen, ziemlich deutlich. Trotzdem ist alles top gepflegt und hygienisch, denn hier wird ja auch gegessen. Bestellt wird per Handy, alle Speisen sind nachhaltig und vegan, der Laden setzt vor allem auf Torten, Sandwiches, Bowls und Burger, auch Frühstück ist möglich. Wir entscheiden uns von der kreativen Karte für eine Tigerbowl mit mariniertem Pork, Ofenkürbis, und allerlei Zutaten sowie einen Burger del Gatto mit mit Beyond Patty, Roter Beete Creme und Guerkamole (mit Erbsen).

Ein gemütliches Café-Interieur mit modernem Holzdekor und Regalen, in denen Flaschen ausgestellt sind. Auf einem Tisch steht eine Speisekarte mit Winterspezialitäten. Das Besteck liegt in einem Holzhalter. Im Hintergrund arbeitet ein Mitarbeiter hinter einer Glastrennwand.
Eine beige Katze sitzt auf einem hellgrünen Stuhl in einem stilvollen Café. Dahinter befindet sich eine Wand mit kreisförmigem grünem Dekor und Regalen. Der Raum verfügt über moderne Beleuchtung und minimalistische Möbel, darunter ein hellgrüner Tisch im Vordergrund.
Eine Katze nistet in einem runden Weidenkorb, der hoch oben an einer hellgrünen Wand angebracht ist. Die Wand hat Regale und unten ein tropisches Tapetenmuster. Links sind hängende Kabel sichtbar.

Die Katzen können sich in den Räumlichkeiten – außer in der Küche – frei bewegen und über eine Klappe auch in einen Raum zurückziehen, wenn sie ihre Ruhe haben wollen. Vor allem im unteren Bereich des Restaurants finden sich bei unserem Besuch aber einige Katzen, die gerne unter Menschen sind. Und die sind wirklich putzig! Mit Karline und Eumel legen wir eine Spielrunde ein, Ömmes bekommt ein paar Streicheleinheiten und Scholli begleitet uns neugierig, aber brav beim Essen. Sowohl die Bowl als auch der Burger wissen mit ihren frischen Zutaten zu überzeugen und sind auch noch total liebevoll angerichtet. 

Eine Draufsicht auf zwei Gerichte: eine Schüssel mit Reis, Gemüse, Ananas, zerkleinertem Fleisch und einer Soßentasse; ein Teller mit einem Burger, Salat mit Apfelscheiben, Sonnenblumenkernen und Paprikagarnitur an der Seite.
Eine Vitrine mit einem teilweise angeschnittenen Schoko-Kirsch-Streuselkuchen auf einer schwarzen Platte. Vor dem Kuchen ist ein Etikett mit der Aufschrift „Schoko Kirsch Streusel“ und einem Preis von 3,80 zu sehen.
Eine schwarz-weiße Katze sitzt zusammengerollt auf dem Schoß einer Person. Die Person trägt einen grauen Kapuzenpullover und beige Hosen und sitzt auf einer Holzbank. Neben ihr liegt eine dunkle Jacke.
Eine schwarz-weiße Katze sitzt auf dem Boden und blickt aufmerksam auf ein grün-weißes interaktives Spielzeug. Eine Hand liegt in der Nähe des Spielzeugs und suggeriert Spielen. Im Hintergrund sind auf einem Holzboden ein Kratzbaum und ein roter runder Gegenstand zu sehen.

Anschließend spielen wir noch eine Runde mit den Katzen, manche von ihnen sind richtige Rampensäue, echt witzig! Bevor wir gehen, setzt sich noch kurz Geschäftsführerin Ruth Altfelder zu uns an den Tisch. Sie erzählt uns, dass sie die Katzen vor der Eröffnung bei sich zu Hause wohnen hatte und alle richtig liebgewonnen hat. „Ohne sie war es ganz schön leer zu Hause“, sagt Altfelder. Das können wir nachvollziehen, denn diese Katzen kann man einfach nur liebhaben. Wir werden sie auf jeden Fall nochmal in ihrem Wohnzimmer besuchen. 

Vier Bilder von Katzen in einem Raum mit grünen Stühlen und Holzboden. Oben links: Drei Katzen auf einem Stuhl. Oben rechts: Zwei Katzen, bei denen die Beine einer Person zu sehen sind. Unten links: Zwei Katzen auf einem Tisch neben einer Tasche. Unten rechts: Eine Katze wird auf einem Tisch gestreichelt.
Zwei Katzen entspannen auf einem Stuhl. Eine ist schwarz und weiß, die andere hellorange. Sie stehen einander gegenüber, in der Nähe liegt eine Spielzeugmaus. Über ihnen ist die Hand einer Person zu sehen.

Papageien Park Café

Meine letzte Station ist das Papageien Park Café, zu dem ich mich alleine aufmache. Dort bin ich mit der Leiterin Heike Mundt verabredet. Am Papageienpark direkt neben dem Festplatz an der Castroper Straße und gegenüber der Krümmede bin ich auf dem Weg zum Ruhrstadion schon einige Male vorbeigelaufen, diesmal geht’s hinein. Das große Schild direkt vor dem Eingang hat etwas von Jurassic Park, ich bin gespannt. Die Papageien sind jedenfalls schon von draußen gut zu hören und beim ersten Schritt hinter die Eingangstür stehe ich direkt vor zwei riesigen Käfigen mit vielen bunten Papageien.

Auf einem großen Banner an einer Wellblechwand steht in fetten Buchstaben „Papageien Park Café“. Das Banner ist rot und um den Text herum sind Bilder verschiedener Papageien zu sehen. Der Hintergrund ist blauer Himmel und unten ist Kies zu sehen.
Eine Auswahl bunter Plüschtiere auf einem Tisch, umgeben von üppigen grünen Pflanzen. Die Spielzeuge, die verschiedenen Tieren ähneln, sind in Holztabletts angeordnet. Im Hintergrund sind weitere Gegenstände in Holzkisten und Kerzen zu sehen.
Ein roter Papagei mit weit ausgebreiteten Flügeln steht auf einem Ast in einer Voliere und blickt in die Kamera. Im Hintergrund sitzt ein blau-gelber Papagei auf einem Ast. Die Voliere hat eine grüne Maschenwand und ein Metalldach.

Von Heike Mundt erfahre ich, dass es auf dem Gelände über 500 Papageien gibt, zur Auf- und Nachzucht, zum Verkauf, zur Reha, zur Pflege oder im Papageienhotel für einen kurzen Aufenthalt. Einige von ihnen können unsere Sprache nachahmen, wie der blinde Papagei Paulinchen direkt am Eingang, der gerne etwas plauscht. Außerdem gibt es einen großen Bedarf- und Zubehörshop, Beratung, Events und eben ein Café, das freitags und samstags für angemeldete Gäste geöffnet ist. Übrigens sind dort auch Events möglich. Heike Mundt, die mit ihren Papageien schon etliche TV-Auftritte hatte und eine gefragte Frau in der Branche ist, hat uns einen Rundgang gegeben und auch das exotisch geschmückte Café einmal in Aktion gezeigt. Denn die Papageien können hier nicht nur durch den Käfig, sondern hautnah erlebt werden.

Sitzbereich im Freien mit Holztischen und Bänken auf Kiesboden. Farbenfrohes Papageiengemälde an der Wand. Hängepflanzen und rustikale Dekorationen schmücken den Raum. Ein grüner Maschendrahtzaun und Laub umgeben den Bereich, ein Holzdach spendet Schatten.
Eine Frau sitzt an einem Tisch, umgeben von bunten Papageien und Sittichen verschiedener Arten. Sie lächelt und füttert einige der Vögel. Der Tisch hat bunte Stühle und ist mit Vogelfutter und Krümeln bedeckt.

Als ich mich an den Tisch setze, Mundt die Tür zum Käfig öffnet und eine handvoll Futter auf den Tisch neben mir schmeißt, bin ich erstmal perplex von dem Ansturm der vielen Papageien, die stürmisch ihren Käfig verlassen. Doch schnell wird klar, was für soziale und vertrauensvolle Tiere diese Papageien sind. Ein weißes Exemplar namens Herbert setzt sich gleich auf meine Schulter und verlässt diese auch erst wieder, als wir gehen müssen. Diverse andere Papageien kommen auch immer wieder, auf die andere Schulter, auf den Schreibblock, aufs Handy und auf den Kopf – überall wo eben Platz ist. Ein tolles Erlebnis! Am liebsten würde ich gar nicht mehr gehen, doch nach einem leckeren Stück Kuchen und einer frischen Waffel ist die Zeit gekommen. Das wird sicher nicht mein letzter Besuch bleiben: Ein tierisches Erlebnis!

Mann in blauer Jacke und grauer Mütze lächelt, auf seiner Schulter sitzt ein weißer Papagei in einer Voliere. Im Hintergrund sind andere Vögel und Gehege zu sehen.
Drei Stücke Kuchen mit Beerenbelag in Plastikbehältern stehen in einem Kühlschrank. Dahinter hängt ein Schild mit der Aufschrift „Ich bin so satt, ich mag kein Brot... Oh Kuchen“.
Eine Person in einer blauen Jacke und einer grauen Mütze lächelt, während sie von Vögeln umgeben ist. Ein weißer Kakadu sitzt auf ihrer Schulter und ein grüner Papagei steht mit verspieltem Gesichtsausdruck nah an der Kamera. Im Hintergrund ist eine geschützte Außenumgebung zu sehen.

verfasst von Felix Dezember 2022

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