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Spannende Escape Rooms in der Innenstadt

Was tun, wenn draußen der Regen auf die Erde prasselt. Ins Warme und Trockene flüchten, haben wir uns gedacht. Und warum dabei nicht ein wenig Spaß haben!? Also haben wir uns mit neuen und altbewährten, aber modernisierten Escape-Room-Angeboten in der Innenstadt beschäftigt. Wir sind Felix und Krummi, für unsere Rätselabenteuer haben wir uns aber auch Unterstützung aus dem Team der Bochum Marketing geholt.

Locked Grimms Vermächtnis

Auf einmal geht das Licht aus und wir stehen in einem nahezu komplett dunklen Raum. Aber es öffnet sich der Kamin. Und es ist eine Stimme zu hören: „Ihr habt das Portal geöffnet.“ Eigentlich Grund zur Freude, aber unsere Konzentration und wahrscheinlich auch die Spannung auf das, was sich hinter dem Begriff „Portal“ verbirgt, ist zu groß …

Wahrscheinlich eine gute halbe Stunde vorher – die Zeit vergisst man in einem Escape Room eigentlich immer – wurden wir, unterstützt von Santina und Praktikantin Pia, noch von Spielleiter Felix von Locked Adventures mit einer außergewöhnlich guten schauspielerischen Leistung auf unsere Rolle als Influencer vorbereitet, die immer auf der Suche nach neuen Lost Places sind. Und einen davon stellt er uns nun vor: ein dunkler Raum, in dem wir uns aber nicht sonderlich lange aufhalten, weil wir das Schlüsselbund finden, der uns bei der Öffnung der Tür eine große Hilfe ist.

Plötzlich stehen wir in einem sehr liebe- und märchenvoll eingerichteten Raum. In einer Ecke steht ein Klavier, an verschiedenen Stellen finden wir Besen, an der Wand hängen Geweihe von verschiedenen Tieren. All das wird in der nächsten halben Stunde eine wichtige Rolle spielen, genauso wie all unsere Sinnesorgane. Wir müssen haargenau sehen, gefühlvoll tasten, aufmerksam hören und gespannt riechen. All dies führt uns ins Portal, wo uns eine große Drehscheibe erwartet. Zwei, drei Versuche später ist auch dieses Rätsel gelöst.

Nachdem sich die Tür in den nächsten Raum öffnet, sind wieder die Augen gefragt. Diese verraten uns schnell, dass wir uns in der Welt von Schneewittchen und den sieben Zwergen „verirrt“ haben. Wir haben schon das Gefühl, dass wir uns langsam beeilen müssen, um innerhalb der 60 Minuten das entscheidende Rätsel gelöst zu haben. Ein kleiner gedeckter Tisch, hochgeklappte Wandbetten und das weltberühmte Spieglein, das im Märchen von der Königin nach der Schönsten im ganzen Land gefragt wird, werden von uns nach und nach eifrig durchsucht. Bis zum erlösenden Moment: Die Tür geht auf! „Ihr hättet sogar noch drei Minuten gehabt“, kommt uns Spielleiter Felix entgegen. Wir klatschen uns ab und verlassen nach einer kurzen Spielanalyse das nette Team von Locked – mit einem Erfolgserlebnis, aber vor allem geflasht von diesem Escape-Erlebnis!

Rätselraum Ruhrpott Die Gasse

Am nächsten Tag steht der nächste Escape Room auf dem Plan. Der Raum „Die Gasse“ ist 2018 entstanden und preisgekrönt. Er wurde im Rahmen des „Top Escape Rooms Projekt Enthusiasts' Choice Award“ 2020 in die Top 50 weltweit gewählt und mehrmals zum besten Raum in NRW. Spielelemente und Technik werden zudem regelmäßig modifiziert, zuletzt Ende vergangenen Jahres. Wir machen uns auf in das Abenteuer, diesmal unterstützt von Pia und Marie, und stellen fest, dass es auch für uns einer der besten Räume ist, den wir jemals gespielt haben.

Bei „Die Gasse“ ist vieles etwas anders als gewohnt. In den 90 Minuten müssen wir nicht klassischerweise aus einem Raum entkommen, sondern eine Mission erfüllen. Dabei geht es auch nicht um Heldentaten, nein, wir sind Zauberlehrlinge, die sich der dunklen Macht zuwenden wollen. Dafür müssen wir die Prüfungen des Dunklen Meisters bestehen. Die Dunkelheit wird uns auf unserer Mission begleiten, außerdem haben wir in einem Käfig eine kleine Elfin dabei. „Elfie“ hilft uns, wenn wir mal nicht weiterwissen, mit Tipps auf den richtigen Weg und sorgt mit ihren frechen Sprüchen auch immer wieder für eine kleine Aufmunterung in der Düsterheit.

Gleich zu Beginn werden wir mit der Dunkelheit konfrontiert. Nur zwei kleine Lampen, die wir bei uns tragen, sorgen für etwas Erhellung, und führen uns nach den ersten Rätseln in eine scheinbar verlassene Gasse mit einigen Läden. Hier wurde eine fantastische Phantasiewelt erschaffen, mit viel Liebe zum Detail und einer dichten, starken Atmosphäre. Wir fühlen uns in eine andere Welt entführt und werden richtig in die mitreißende Geschichte hineingesogen. Die Spannung ist dabei förmlich greifbar. An der einen Stelle knarrt etwas, an der anderen Stelle bewegt sich etwas – ein Schrei, es wird nicht der letzte an diesem Nachmittag bleiben. Es ist wie im Film. Und wir sind die Hauptdarsteller.

Nahaufnahme eines alten Steinbrunnens mit einem Löwenkopf-Ausguss, aus dem Wasser in ein Becken darunter fließt. Die Szene ist schwach beleuchtet, Efeu rankt sich entlang der Ziegelwand, und im Hintergrund sind Glasflaschen auf Holzregalen zu sehen.
Eine schwach beleuchtete Szene zeigt einen Zahlenschlosskasten, der an einer Ziegelwand befestigt ist und teilweise von Efeublättern verdeckt wird. Der Hintergrund ist dunkel, was den Kontrast zwischen dem leuchtenden Grün und dem Metallkasten hervorhebt.

Um die Mission des Dunklen Meisters zu bestehen, brauchen wir schließlich all unsere Sinne. Bei den vielfältigen und technisch ausgereiften Rätseln müssen wir kombinieren, riechen, hören, sehen und tasten. Dazu kommen immer wieder ausgeklügelte Überraschungen, von denen wir an dieser Stelle nichts verraten wollen, außer dass es übernatürlich werden kann, ob mit Zauberstäben, Totenköpfen oder magischen Schwertern. Auch Zusammenarbeit ist an vielen Stellen gefragt. Das klappt bei uns ganz gut, sodass wir kurz vor Ende der Zeit alle Rätsel gelöst haben, in den Bund des Dunklen Meisters aufgenommen werden und zur Belohnung alle ein „Tattoo“ erhalten. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt, denn als wir gehen, müssen wir uns wieder von „Elfie“ trennen, die wir gerade liebgewonnen hatten. Dieser Ausflug ins Reich des Dunklen hat sich definitiv gelohnt!

ThinkSquare Der Rätselmacher

Nach den gesammelten Erfahrungen sind wir selbstbewusste Escape-Gamer geworden und machen uns zu zweit wenige Tage später auf den Weg zu ThinkSquare. Hier ist der neuste der drei Räume: „Der Rätselmacher“ wurde nämlich erst Anfang Dezember gelauncht. Die Besonderheit: Wir dürfen hier genau in den Räumlichkeiten spielen, in denen das Finale der 1. Deutschen Escape-Meisterschaft ausgetragen wurde. Das macht uns schon noch ein wenig aufgeregter, als wir ohnehin schon sind.

Schon mal von Erik Magni gehört? Wir auch nicht! Aber nun sind wir genau ihm auf der Spur. Er ist eines der Gründungsmitglieder der Think Escape Agency – kurz T.E.A. –, aber vor 70 Jahren verschwunden, als er dem „Rätselmacher“ auf der Spur war. Seine Unterlagen und Erkenntnisse sind seitdem ein großes Geheimnis. Jetzt wollen wir mal schauen, ob wir diese nicht finden. Wir sind ohnehin auf uns allein gestellt, weil Spielleiterin Nina nach einer Instruktion einfach aus dem Raum gestürmt ist. Nun stehen wir da, in einem engen Raum ohne weitere Informationen. Halt mal, da lässt sich doch etwas aufschieben! Dahinter befindet sich ein Computer mit abgespeckter Tastatur. Nach ein paar Eingaben öffnet sich das Büro von Erik Magni und wir sammeln nach und nach mehr Erkenntnisse.

Wir müssen Morsecodes herausfinden, um nach Eingabe Sprachnachrichten zu erhalten. Wir müssen eine Schreibmaschine bedienen, um ein Richtungsschloss zu knacken. Wir müssen bestimmte Zeichen in die richtige Reihenfolge bringen und an Drehrädern eingeben, um eine Schublade des Schreibtisches öffnen zu können. Die Detailverliebtheit der Escape-Room-Gestalter begeistert uns. Als wir uns dem Ziel schon relativ nahe sehen und denken, nur noch unsere Lösung in den Computer eingeben zu müssen, der uns eingangs schon helfen konnte, öffnet sich ein weiterer Raum.

Hier werden wir von der Gestaltung des Raums und der Vielzahl an Informationen erschlagen. Im positiven Sinne! Nachdem wir mehrere Schließfächer und einen Safe geöffnet haben, stehen wir plötzlich da mit mehreren Kabeln in der Hand. Und jetzt? War da nicht was an der Wand im Büro? Richtig, hier können wir mit unseren Kabeln verschiedene Schlagwörter verbinden. Aber welche? Die nötigen Infos dazu finden wir wiederum im anderen Raum. Und es gelingt uns, alles richtig zu verbinden. Das teilt uns ein kurzes „Ping“ mit, wenn wir die Kabel richtig gesteckt haben. Und siehe da: Mission gelöst! Eine in den Schreibtisch integrierte digitale Uhr zeigt 53:00 an. Ja, wir geben zu, wir haben schon vorher zwischendurch geschaut, wie viel Zeit wir noch haben. Es wären also noch sieben Minuten Restzeit gewesen. Mit ein bisschen Stolz – zu zweit so früh am Ziel – und erneut sehr vielen Eindrücken beenden wir das dritte und letzte Escape-Abenteuer.

Fazit: Statt bei schlechtem Wetter auf der Couch die Wolldecke über den Kopf zu ziehen, sind Escape Rooms echte Erlebnisse. Man verschwindet gedanklich für eine Stunde oder sogar 90 Minuten komplett in eine andere Welt und betreibt Gehirnjogging der allerersten Sorte und mit einem riesigen Maß an Unterhaltung. Und das Erfolgserlebnis der am Ende erfüllten Mission gibt einem auch noch ein gutes Gefühl!

verfasst von Krummi und Felix Januar 2024

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