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Prost Bochum! Das Hopfenfest 2022

Bei den meisten Festen ist Bier nur ein Begleiter, aber einmal im Jahr steht beim Hopfenfest der Bierkosmos voll im Fokus. Diesmal fand das Bierfestival, das von der Bochumer Genussbewegung „Hopfen sei Dank“ organisiert wird, erstmals vor dem Deutschen Bergbau-Museum statt. Drei Tage lang gab es Bierspezialitäten in über 120 Sorten von einer Vielzahl von Brauereien. Wir haben uns dort für euch durchprobiert.

Vom Hopfenfest habe ich schon oft gehört, war aber zu meiner eigenen Schande noch nie dort. Das wird heute also nachgeholt, gemeinsam mit den Kolleginnen Ines, Lisa und Santina nehme ich nach der Arbeit die U35 zum Bergbau-Museum. Als wir die Stufen der Bahnhaltestelle hochsteigen, schauen wir direkt auf die vielen Zelte, die vor der beeindruckenden Kulisse mit dem Förderturm aufgebaut sind. Aber heute wollen wir ja hauptsächlich ins Glas schauen, also auf geht’s.

Am Anfang gehen wir eine kleine Runde und schnell wird klar: Bei dieser riesigen Auswahl fällt es schwer, sich zu entscheiden. Hier sind Biersorten aus den unterschiedlichsten Ländern zu finden. Um es uns einfacher zu machen, kaufen wir den Hopfenreise-Pass, der unter anderem Gutscheine für zehn Biere enthält – immer 0,1 Liter. Dazu gibt es das Festivalglas und einen passenden Beutel. Gut ausgestattet steuern wir den ersten Stand an. Die Wahl fällt auf zwei Cowboys, die uns schon bei der ersten Runde aufgefallen sind. Fangen wir also tief im Western an.

Die beiden Cowboys kommen von der Brauerei Vormann aus Hagen und schenken uns gleich ein bernsteinfarbenes Bier ein, das ziemlich malzig daherkommt. Meine Kolleginnen sind vom Vorder begeistert, ich schiele eher auf den Stand nebenan, wo sich die Brauerei Demory aus Frankreich niedergelassen hat. Besitzer Kai Lorch erklärt uns, dass er mit seiner Brauerei in Paris sein Glück gefunden hat. Sein Bier überzeugt nicht nur die Franzosen, sondern auch uns. Das Audacieuse Neipa DDH, ein New England IPA, wird aus den drei Hopfensorten Mozaic, Citra und Sabro gewonnen und schmeckt super fruchtig, obwohl keine Früchte zugesetzt wurden. Ein perfektes Bier bei diesem Wetter.

Als nächstes ist belgisches Bier angesagt. Na klar, das gehört bei einem Bierfestival einfach dazu! Neben einem roten Aufblaselefanten liegt der Stand der Brasserie D’Achouffe, die uns als erstes ihr La Choueffe Blonde reichen. Das mit acht Prozent Alkoholgehalt bisher stärkste Bier geht mit einer würzigen Note runter, die auch Koriander enthält. Davon sind nicht alle begeistert. Entweder man mag Koriander oder eben nicht. Ich könnte gleich noch eines nehmen, entscheide mich aber für ein Trappist Dubbel der belgischen Brauerei Westmalle gleich nebenan. Beim Einschenken wird mir noch mitgegeben, dass das Bier von Mönchen in einem Kloster gebraut wird. Dann Danke nach Westmalle, denn trotz einer Malznote überzeugt mich das Aroma von Schokolade und Früchten, das beim Abgang leichte Röstnoten hinterlässt. Bier ist eben nicht gleich Bier!

Was uns jetzt noch fehlt, ist ein lokales Bier, und in unserem Hopfenreise-Pass folgt passenderweise als nächstes die noch junge Wattenscheider Brauerei PiepNitz. Mitbesitzer Alexander Pieper ist nicht nur unheimlich nett, sondern braut ebenso gutes Bier. Wir bekommen ein Delta, ein spezielles Karamell-Malz mit dezenten Melonen- und Zitrusaromen. Lecker! Zur Abrundung erhalten wir noch einen Korn einer mit PiepNitz befreundeten Brauerei, der wie Rum schmeckt. Klingt komisch, ist aber so. Und jetzt ist es definitiv Zeit für eine nicht flüssige Zwischenmahlzeit. Santina und ich essen Currywurst & Pommes, Lisa und Ines entscheiden sich für einen Taco – beides ist lecker und eine gute Grundlage für die nächsten Stationen.

Bei Bahkauv Brew aus Aachen trinken wir ein ehrliches Pils, und ich probiere außerdem einen Automaten aus, bei dem es etwas zu gewinnen gibt – unter anderem noch ein Bier, Süßigkeiten oder ein Tattoo. Ich gewinne zwei Postkarten und lasse das mal unkommentiert. Auf dem Weg zum Starnberger Brauhaus aus dem bayrischen Feldafing treffe ich erst den VfL-Fanbeauftragten Dirk Michalowski und anschließend Autor Ben Redelings. Mit beiden wird angestoßen und kurz über die letzten Erfolge des VfL Bochum geschwelgt. Deswegen gibt es anschließend natürlich noch ein Fiege, das den Abend genau richtig abrundet. Für einen Donnerstag ist es auch genug. Das war das erste Mal für mich beim Hopfenfest, aber sicher nicht das letzte Mal!

verfasst von Felix

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