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Kreativworkshops in Bochum

Bei handwerklichen Workshops fällt euch bestimmt auch als Erstes Töpfern oder Keramik bemalen ein, aber tatsächlich gibt es noch viele weitere tolle kreative Workshops. Wir haben uns in Bochum einmal umgeschaut und stellen euch vier verschiedene Workshops vor, die alle in eine andere Richtung gehen: von handgemachten Pralinen und duftenden Kerzen über farbenfrohe Malereien bis hin zu unserem ersten Tufting-Projekt. Jede Erfahrung war einzigartig, lehrreich und wir hatten eine Menge Spaß.

Tufting Workshop bei Secco Handmade Secco Studios Oskar-Hoffmann-Str. 46

Habt ihr schon mal was von Tufting gehört? Wir bisher auch noch nicht – bei dieser Handwerkskunst erstellt ihr eure eigenen Teppiche oder Wandbehänge. Seit kurzem gibt Künstlerin Sophie von “Secco Handmade” ihr Können in ihrem Atelier weiter. In nur drei Stunden entstehen fertige Teppiche in jeder Form und Farbe. 

Vor dem Workshop überlegt ihr euch ein Motiv, wir entscheiden uns für ein Bochum-Motiv, passend zu unserem Blog. Vielleicht erkennt ihr schon, was es werden wird? Dazu suchen wir uns die passende Wolle raus. Bevor wir loslegen, gibt es eine Einführung zum Umgang mit der Tufting-Pistole und dann geht’s ans Eingemachte: Wir übertragen unsere Vorlage auf den gespannten Stoff und schon feuern wir die ersten Wollfäden ins Gewebe. Mit festem Druck „schießt“ die Pistole die Fäden durch das Tuch und schneidet sie gleich danach ab. Wir sind fasziniert. Schnell bekommen wir ein Gefühl für die Handhabung mit der Tufting-Pistole. Was auf der Vorderseite eher chaotisch aussieht, formt sich auf der Rückseite zu einem flauschigen Teppich und unser Fördergerüst nimmt Form an. 

Noch ein paar letzte Feinheiten, dann lösen wir das Gewebe vom Rahmen und tragen Kleber auf der Rückseite auf. Danach wird der Teppich auf einen Stoff geklebt, ausgeschnitten – und dann wird es wieder spaßig – denn es geht ans Rasieren. Hier werden überstehende Fäden entfernt, bis die Oberfläche schön gleichmäßig ist. Und da ist er auch schon: unser erster, selbstgemachter Teppich. Die drei Stunden sind wie im Flug vergangen und wir hatten viel Spaß in entspannter Atmosphäre. 

** Unser Tipp, falls die Workshops bei Secco schon ausgebucht sind: Schaut beim Tapetenwechsel-Lokal in der Kortumstraße 55 vorbei, dort werden bis zum 20. Dezember 2025 ebenfalls Tufting Workshops angeboten. 

Pralinenworkshop bei Nadines Schokoladenmanufaktur Ückendorfer Straße 107

Schon beim Eintreten in Nadines Schokoladenmanufaktur bekommen wir Lust auf Schokolade, denn die Auslage ist voll mit süßen Leckereien. Nach einem Willkommensdrink (wahlweise Sekt mit oder ohne Alkohol, Orangensaft oder halb und halb) stellen wir uns kurz vor und es geht dann auch direkt in die Produktionsstätte. Um unsere Pralinen individuell zu gestalten, arbeiten wir mit essbarer Farbe, die Nadine vorbereitet hat. Diese müssen wir durch Rühren abkühlen und merken schnell: Schokolade ist eine kleine Diva und braucht beim Temperieren viel Geduld und Präzision. Nun können wir mit einem Tupfer die Farbe in die Pralinenform bringen.

Während die Farbe trocknet, stellen wir die Schokolade für die Pralinen her. Nadine verwendet ausschließlich Fair-Trade-Schokolade – gut für die Kakaobauern, Umwelt und Geschmack. Gemeinsam rühren wir sie mit Sahne, Glukose und Schokoladendrops an, und erschaffen durch Über- und wieder Auslaufen Hohlkörper für die Füllung. 

Solange die Schokolade aushärtet, können wir uns an Erfrischungsgetränken und Cookies erfreuen. Danach folgt das Befüllen der Pralinen: Zur Auswahl stehen Pistazien, Puffreis, gesalzene Erdnüsse, Cranberries, Kakaonibs sowie cremige Füllungen wie Ganache, Lemoncurd, Mangopüree, Zitronengelee oder Salzkaramell. Beim Befüllen gilt: nicht zu voll! Anschließend verschließen wir die Pralinen mit dunkler Schokolade und glätten sie mit einem Spatel sorgfältig.

Während die Pralinen aushärten, erhalten wir von Nadine ein spannendes Schoko-Tasting. Wir probieren verschiedene Schokoladensorten, Kakaonibs und Kakaobutter, und erfahren viel über Herstellung und Qualität. Zudem bekommen wir viele Einblicke und können sogar den Saft der Kakaofrucht probieren. In der Zwischenzeit konnten die Pralinen aushärten und wir können die fertigen Süßigkeiten aus der Form lösen. Der Workshop ging insgesamt fünf Stunden, war sowohl lecker als auch lehrreich und die Ergebnisse erfreuen sowohl zu Hause als auch im Büro (wenn denn etwas übrig bleibt). 

Kerzenworkshop mit Kerzencraft bei Kreativträumer I. Parallelstraße 17

In den Räumlichkeiten von Kreativträumer finden verschiedene Workshops statt und wir nehmen am Kerzenworkshop teil, der von Kyra von Kerzencraft geführt wird. Hierbei stellen wir unsere eigene Duftkerze in Form eines geeisten Getränks her. Da wir beide große Kaffeefans sind, entscheiden wir uns für zwei Varianten: Iced Coffee Latte und Iced Spiced Pumpkin Latte.

Zuerst reinigen wir die Gläser gründlich, damit keine Staubreste zurückbleiben, und befestigen den Docht in der Mitte. Anschließend schneiden wir aus Gelwachs kleine Eiswürfel, die später für den realistischen Look sorgen. Das Sojawachs wurde von Kyra bereits auf etwa 70 Grad geschmolzen und kann direkt aus einem Getränkespender abgefüllt werden. Wer möchte, kann am Glasboden mit etwas Farbe einen Marmoreffekt gestalten. Wir probieren uns daran und merken, dass es gar nicht so einfach ist, wie es sich vielleicht anhört. Nichtsdestotrotz kann sich das Ergebnis sehen lassen, nicht zuletzt dank der kompetenten Hilfegriffe von Kyra.

Nun platzieren wir die Eiswürfel und füllen Sojawachs in zwei Becher, um Milch und Kaffee darzustellen. In beide kommen das passende Duftöl, in einen zusätzlich die passende Farbe. Kyra hat für uns vorab schon genau berechnet, wie viel Duftöl und Farbpigment wir dafür benötigen. Wir messen alles sorgfältig ab, verrühren es mit dem warmen Wachs und gießen die Schichten nacheinander ins Glas; mit kurzen Pausen, damit die erste Schicht aushärten kann und sich nicht mit der zweiten vermischt. Denn auch bei diesem Workshop lernen wir schnell, dass es auf die richtige Temperatur ankommt, sodass wir das Wachs oft mit einem Thermometer messen.

Zum Abschluss setzen wir noch ein paar Eiswürfel obenauf, die leicht aus der Kerze herausragen und ihr den perfekten Iced Coffee-Look verleihen. Die Atmosphäre im Raum ist richtig gemütlich, es riecht dank der Duftöle herrlich und der Workshop ist kreativ und entspannend. Und das Endprodukt ist so toll, dass es fast zu schade zum Anzünden ist. 

Malkurs bei Catherina Wesselmann – Fairy Brushes & Magic Bubbles Hattinger Straße 82

Zusammen mit meiner Kollegin Maren mache ich (Lisa) mich auf den Weg zu Catherina Wesselmann. In ihrem Atelier, das den zauberhaften Namen „Fairy Brushes & Magic Bubbles“ trägt, gibt sie Malkurse für abstrakte Kunst. Wie der Name schon andeutet, würden wir ihre Kunst als romantisch und verspielt beschreiben, oft veredelt mit schimmernden Gold- und Silber-Elementen. Im Atelier werden wir herzlich von Catherina empfangen. Nach einer kurzen Einführung geht es zunächst an die Farbauswahl. Ich entscheide mich für warme Töne, die an den Herbst erinnern, während Maren ganz ihrem „Fairytale-Stil“ treu bleibt mit Mint- und Rosatönen. Dann geht es auch schon los mit der Basis. Mit einem Schwamm tragen wir die ersten Schichten auf und verblenden verschiedene Farben miteinander. Bei der Größe der Leinwand dauert das schon eine Weile, aber das Ergebnis lässt sich schon mal sehen. 

Nach einer kleinen Kaffeepause inklusive Kuscheleinheit mit Catherinas Hunden, die heute ausnahmsweise als Ateliergäste dabei sind, geht es an die nächsten Schritte: Wir fügen geschwungene Linien mit einem breiten Pinsel hinzu, die das Bild umrahmen. Hier braucht man eine leichte Hand und darf nicht zu viel nachdenken – das fällt mir schon schwerer.

Im nächsten Schritt kommt der Spachtel zum Einsatz. Maren schaut mich an und sagt lachend, sie habe Respekt vor dieser Technik – und ja, sie hat recht. So mühelos, wie es Catherina vormacht, geht es uns anfangs nicht von der Hand. Wir tragen verschiedene Farbtöne auf den Spachtel auf und verteilen sie entlang der geschwungenen Linien. Mit jeder Bewegung entstehen neue Strukturen und Farbspiele. Besonders die goldenen Akzente verleihen meinem Bild das besondere Etwas. Bei Maren sind es die silbernen Details. Während des gesamten Kurses begleitet uns Catherina mit Tipps, ermutigt zum Experimentieren und zeigt uns, dass abstrakte Kunst vor allem eines braucht: Loslassen. Nicht zu viel nachdenken, sondern einfach fließen lassen.

verfasst von Lisa und Santina November 2025

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