Wie lässt sich der Sommer besser genießen als mit einem kühlen Getränk an einem unverwechselbaren Ort? Für „Blume im Revier“ habe ich, Felix, mich auf die Suche begeben: Fünf der speziellsten, schönsten und wohl auch erlebenswertesten Biergärten Bochums + ein Extratipp für VfL-Fans sind dabei herausgekommen.
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5 besondere Biergärten in Bochum

Mandragora – Die Wurzel im Bermuda3Eck
Wenn es um Kneipenkultur in Bochum geht, fällt früher oder später immer der Name Mandragora – und das völlig zu Recht. 1977 als Crêperie gegründet, ist das Mandragora längst die Wurzel des legendären Kneipenviertels. Seit 2022 mit neuem Team um Hannah Kruse und ab 2024 sogar mit dem komplett übernommenen Bermuda3Eck-Biergarten samt der beiden Kultbuden. Was einst als lauschiger Außenbereich des Restaurants begann, ist heute ein riesiger Treffpunkt geworden. Ein Biergarten, direkt unter dem berühmten Logo, der sich von April bis Oktober ausbreitet und spätestens bei Sonnenschein zum inoffiziellen Wohnzimmer der Innenstadt wird. Am Wochenende lässt sich hier voll ins Bermuda eintauchen.
Auch wenn das Mandragora für seine legendären Crêpes bekannt ist, lohnt sich der Blick in die ganze Karte – probiert unbedingt auch mal den Eistee Spritz, eine Spezialität des Hauses. Und: Hungrig bleiben muss niemand, denn Essen mitbringen ist im Biergarten ausdrücklich erlaubt (aber bitte keine eigenen Getränke). Los geht’s immer ab 17 Uhr, am Wochenende manchmal früher – und spätestens dann gilt: Wer den Alltag gegen ein, zwei kalte Hopfenschalen eintauschen und mitten im Geschehen der Stadt das Treiben beobachten möchte, landet fast zwangsläufig hier. Die Sonne steht den ganzen Tag auf den Tischen, die Stimmung ist entspannt, das Publikum so gemischt wie das Bermuda3Eck selbst. Beim Test mit meinem Kollegen Dustin wurde aus „mal kurz was trinken nach Feierabend“ schnell ein langer Abend – und ganz ehrlich: Es gibt kaum einen besseren Platz, um Bochums Herzschlag zu spüren.
Haus Goeke – Tradition, Teiche und Idylle im Grünen
Als nächstes führt mich mein Weg ins Grumbecktal, genauer gesagt zum Haus Goeke, das eigentlich schon selbst eine Bochumer Institution ist. An den Grummer Teichen gelegen, im Schatten der St. Liborius-Kirche und mitten zwischen jahrhundertealten Bäumen – idyllischer kann ein Biergarten kaum sein! Seit 1547 existiert das Gasthaus, seit 1896 ist es im Besitz der Familie Goeke – mittlerweile in der vierten Generation geführt von Christian Goeke. Und das spürt man: Hier ist alles familiär, urig und trotzdem zeitgemäß. Die Karte ist breit gefächert: von klassischen westfälischen Gerichten über herzhafte Schnitzel bis hin zu internationalen Gerichten. Wer will, genießt direkt unter einer riesigen Baumkrone, während die Sonnenstrahlen durch das Geäst tanzen und echtes Biergarten-Feeling aufsteigt. Besonders schön: Nur wenige Schritte weiter befinden sich die Grummer Teiche.
Bei meinem Besuch mit meiner Frau Toey ist das Haus Goeke am frühen Abend bereits gut gefüllt, doch das freundliche Team findet trotzdem noch ein gemütliches Plätzchen für uns. Das Schnitzel ist zart und lecker, das Bier eiskalt – so schmeckt Sommer! Tipp am Rande: Gerade bei gutem Wetter besser reservieren oder zumindest vorher anrufen, besonders in der Stoßzeit. Auch viele Radfahrende legen hier gerne einen Stopp ein. Nur Montag ist Ruhetag. Kurzum: Das Haus Goeke ist für alle, die Genuss, Geschichte und echtes Naturfeeling im Bochumer Norden suchen, eine absolute Empfehlung!
Forsthaus – Waldbühne für Genuss
Mitten im Weitmarer Holz, in Bochums Süden, liegt das Forsthaus, ein echtes Kleinod für Genuss. Wieder an meiner Seite: meine Frau Toey. Zwar kündigte sich eigentlich ein sonniger Tag an, doch das Wetter schlägt kurz vorm Start um. Egal, wir lassen uns den Frischluftgenuss nicht nehmen und starten an der Waldhütte hinter der Terrasse. Bierbänke, große Sitzsäcke, Liegestühle: Hier fühle ich mich sofort wie im Kurzurlaub unter Buchen und Eichen, die Sonne blinzelt manchmal durch, ansonsten lässt sich das satte Grün genießen. Mehr Natur geht nicht! Für Familien gibt’s einen Spielplatz, und irgendwie scheinen hier alle Generationen gleichermaßen zu Hause zu sein. Geöffnet ist immer, wenn das Wetter es zulässt. Nur dienstags ist das Forsthaus grundsätzlich zu.
Obwohl der Wind auffrischt, lassen wir uns das erste Pils und einen Aperol Spritz an der Hütte schmecken, dann ziehen wir weiter ins warme Restaurant: Schnitzel für mich, Lamm für Toey, beides richtig stark. Die Terrasse bietet klassisches À-la-carte-Erlebnis, die Waldhütte einen stylishen Biergarten mitten in der Natur. Passt das Wetter, ist die Waldhütte regelmäßig voll. Ansonsten lässt sich auch auf der Terrasse wunderbar lange sitzen und der Wald genießen. Das Forsthaus ist eine dieser Adressen, die Gemütlichkeit, gehobene Küche und ein modernes Konzept verbinden. Hinter den Kulissen sorgt seit 2015 übrigens Gastgeberin Anne Bickelbacher mit ihrem Team für die kulinarische Vielfalt. Dass der Laden in ihrer Abizeit schon ihr Lieblingsort war, ist bei dieser Atmosphäre durchaus nachvollziehbar. Auch für uns kommt das Forsthaus oben auf die Liste.
Ruhrfeuer – Biergarten mit Industriekulisse
Direkt unter dem gewaltigen Wasserturm der Jahrhunderthalle liegt Ruhrfeuer: ein Restaurant mit Biergarten, der durch und durch Bochumer Charakter hat. Bei meinem Besuch läuft gerade die Ruhrtriennale, deshalb verlagert sich der Biergarten kurzerhand auf die andere Seite Richtung alte Kühltürme und Turbinenhalle, offen zum Westpark hin. Die Location: absolut einzigartig! Zwischen Industriearchitektur und entspannter Parkatmosphäre lässt es sich wunderbar sitzen – egal, ob bei Veranstaltungen oder einfach nur auf ein kühles Wegbier und eine Currywurst mit Ruhrfeuer-Sauce. Und diese Sauce kann sich durchaus mit den altbekannten Varianten in Bochum messen. Sehr lecker! Während ich mein Essen genieße, läuft der Probebetrieb der Ruhrtriennale in der Turbinenhalle. Draußen treffe ich plötzlich Lars Eidinger, der sich gemütlich ins Restaurant setzt. Das ist echtes Festival-Feeling!
Ruhrfeuer gibt es seit über zehn Jahren, im vergangenen Jahr sind die Besitzer Dietmar Haubold und Timo Winter ins Pumpenhaus an der Jahrhunderthalle eingezogen. Dort haben die beiden aus der historischen Industriekulisse mit großem Kran einen sympathischen Gastro-Treffpunkt geschaffen. Die Karte ist klein, aber hochqualitativ. Alles ist hausgemacht. Auch der Schaschlik ist sehr zu empfehlen. Die Ruhrfeuer-Sauce gibt’s in verschiedenen Varianten sogar als Flaschenabfüllung für daheim oder inzwischen in manchen Supermärkten. Der Biergarten und das Restaurant sind immer freitags, samstags und sonntags geöffnet – am Wochenende ist hier häufig volles Haus. Kein Wunder: Hier treffen hochwertige, ehrliche Currywurst und kühle Getränke auf eine der schönsten Ausflugsecken Bochums. Wer also den Parkbesuch direkt mit einem besonderen Biergartenmoment verbinden will, ist hier genau richtig.
Kumpeltreff – Entspanntes Feierabend-Glück unter dem Förderturm
Der Kumpeltreff ist ein Tipp für alle in Wattenscheid oder für alle, die einfach mal Lust auf echtes Ruhrpott-Feeling im Biergarten haben. Mitten auf dem großzügigen Gelände am Fuß des Förderturms der ehemaligen Zeche Holland lässt sich hier entspannt und mit bester Sicht auf das imposante Industriedenkmal sitzen. Der Förderturm kann sogar regelmäßig im Rahmen von Führungen bestiegen werden. Die Location bietet nicht nur viel Platz für Hochzeiten oder Events, sondern auch immer einen Sonnenplatz – perfekt, um den Tag mit Freunden ausklingen zu lassen.
Bei unserem letzten Besuch – ich und das halbe Team – standen Bier, Aperol, frische Waffeln und Currywurst auf dem Tisch. Klares Urteil: ein perfekter Abend! Die Karte ist bodenständig-ruhrgebietsnah und die Atmosphäre einfach locker: Viel Holz, viele Sitzmöglichkeiten, offene Gesichter überall. Geführt von Mathieu Knepper und seinem Team, hat sich der Kumpeltreff seit der Eröffnung 2021 zu einer festen Größe entwickelt. Donnerstags bis sonntags ist offen. Ob nach einer Förderturm-Tour, einem guten Gespräch in der Abendsonne oder einfach als Treffpunkt mit Panoramablick und Pott-Spezialitäten – hier lässt sich Bochum ganz unkompliziert genießen.
Minitipp zum Feierabend für VfL-Fans:
Wer Fußballherz und Biergarten kombinieren will, sollte an Spieltagen des VfL Bochum unbedingt mal einen Abstecher zur „Ritterburg“ wagen. Absolut empfehlenswert – gerade mit Blick auf das Flutlicht, die ganz besondere Stimmung und jede Menge Blau-Weiß um einen herum. Hier treffen sich Fans aus ganz Bochum. Mehr Bochum-Feeling geht kaum!
verfasst von Felix August 2025
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