Das Ruhrgebiet mit dem Auto entdecken: Mit Roadstory gibt es Reiseführer und Routenplaner in einer digitalen Anwendung. Die Handy-App bietet Touren durch verschiedene Städte und erzählt den Nutzenden an den passenden Stellen, wo es etwas zu erkunden gibt. „Es geht bei Roadstory darum, mit den Ohren seine Umgebung zu entdecken,“ berichtet Melanie Hagen, Gründerin von Roadstory. Die Wahlbochumerin hat zusammen mit Ex-RUB-Student Thomas Vollstädt das Start-up gegründet und die Anwendung entwickelt. Beide haben einen Hintergrund im IT-Bereich und haben sich auf einer Gründerplattform kennengelernt. Heute sind sie kurz vor dem Release ihrer ersten Roadstory-Touren. Diese sind verschiedene, auf GPS basierte Audioguides. „Das funktioniert dann komplett ohne Bedienung,“ erzählt Hagen. Die App ist so konzipiert, dass sie auch bei laufender Musik oder Navigationssystem funktioniert und beim Autofahren ein Signal gibt, dass in der Nähe etwas Sehenswertes ist. Informationen über den Ort und seine Geschichte werden dann automatisch abgespielt. Die Inspiration für die Anwendung ist ihr bei einem Roadtrip in den USA gekommen. In vielen Nationalparks kann man dort an bestimmten Stellen mit einer App Informationen zu sehenswerten Haltepunkten bekommen. Bei der Entwicklung gab es vor allem eine Herausforderung: Die Komplexität ist für die Anwendung in und zwischen den Städten viel höher als in den gradlinigen Straßen in einem USA-Nationalpark.
Neben den Autotouren wird es auch spezielle Guides für die Nutzung mit dem Fahrrad oder zu Fuß geben. Das ist im Ruhrgebiet ein sehr wichtiges Thema, welches berücksichtigt werden muss. Auch beim Aussteigen aus dem Auto laufe die Anwendung problemlos weiter, was sie als Audioguide so innovativ mache, sagt Hagen. Grundsätzlich soll Roadstory für alle nutzbar sein, die sich für das Ruhrgebiet interessieren. Egal, wie sie sich fortbewegen oder wie oft sie schon hier waren. Auch für Ansässige seien die Roadstory-Touren ein Erlebnis, durch die die eigene Heimat neu entdeckt werden kann.
Die Entscheidung, die ersten Touren durch das Ruhrgebiet zu planen, hatte mehrere gute Gründe. Zum einen war für die reibungslose Funktion der App sehr viel manuelles Testen angesagt, was zunächst nur durch sie selbst, Freunde und Verwandte passieren konnte. Zum anderen hätte sie aber auch die Fülle der touristischen Highlights dazu bewegt. Noch größer war die Begeisterung, als die Gründer gemerkt haben, dass sie bei Partnern im Ruhrgebiet mit ihrer Idee offene Türen einrennen. „Man hilft sich gegenseitig. Das merken wir einfach, wenn wir mit den unterschiedlichen Stadtmarketingorganisationen reden oder mit der Ruhr Tourismus GmbH,“ so Hagen.
Auch in Bochum selbst hat das Start-up gute Unterstützung erfahren. Tourismuskolleginnen der Bochum Marketing haben sich als Coachinnen zur Verfügung gestellt; die Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Bochum hat im XSeed Start-up Office Büroräume in der Innenstadt für die Arbeit der App-Entwickler bereitgestellt. Auch den Makerspace der RUB haben Hagen und Vollstädt genutzt, um ihr Projekt umzusetzen.
Am 13. Oktober gehen die ersten Touren live, ein Moment, auf den lange hingearbeitet wurde. Aktuell sind sie noch zu zweit, ergänzen sich laut eigenen Aussagen dafür aber sehr gut. „Melanie ist sehr, sehr stark im Vertrieb und Marketing und ich bin eben der technische Part,“ beurteilt Vollstädt. Sie hätten sich früh entschieden, dass sie erst alleine starten möchten, zumindest bis die ersten Prototypen zu erhältlichen Produkten geworden seien, „und dann schauen wir einfach, wo die Reise hingeht.“
Nach dem Bundle Ruhrgebiet, wird es perspektivisch im Sommer 2026 Audioguides für ganz Deutschland geben. In 2027 ist geplant Roadstory für ganz Europa nutzbar zu machen. Ein Abo braucht es für die Nutzung übrigens nicht. Eine Tour ist nach Kauf auf dem jeweiligen Konto für immer verfügbar und kann beliebig oft und nach Download auch offline genutzt werden. Weitere Informationen sowie die Möglichkeit, die Touren zu kaufen, gibt es unter: www.roadstory-audio.com
