Für viele Fußballfans in ganz Deutschland ist der Besuch des Bochumer Ruhrstadions etwas ganz Besonderes. In den 1970er-Jahren als eines der ersten reinen Fußballstadien gebaut, versprüht es noch heute einen besonderen, durchaus rauen Charme, den auch die Anhänger*innen der Gastmannschaften zu schätzen wissen. Man könnte auch sagen: Es erinnert an Zeiten, wie der Fußball einmal war und – in den Augen vieler Traditionalist*innen – heute noch gerne wäre. In einer in enger Zusammenarbeit zwischen dem heimischen VfL Bochum 1848 und Bochum Marketing neu erarbeiteten Stadionführung bekommen Interessierte ab dem 12. Januar regelmäßig Einblicke in das Schmuckkästchen „anne Castroper“.
Das Ruhrstadion hat schon so einiges erlebt und ist „Augenzeuge“ von besonderen Fußballspielen und -persönlichkeiten sowie „Ohrenzeuge“ von außergewöhnlichen Konzerten geworden. Dramatische Niederlagen gegen den FC Bayern München, grandiose Derbysiege gegen Borussia Dortmund und den FC Schalke 04. Tore des Monats von Sergej Juran, Thomas Christiansen und Gerrit Holtmann. Auftritte von Idolen wie Kevin Keegan, Franz Beckenbauer und Bastian Schweinsteiger. Musikalische Klänge von Herbert Grönemeyer und den Toten Hosen. Das betonreiche Viereck mit grünem Rasen im Inneren hat schon eine Menge mitgemacht.
Und es hat viel zu erzählen. Das übernehmen dann ab dem 12. Januar geschulte Guides von Bochum Marketing und Volunteers vom VfL. Dabei kriegen die Besuchenden der neuen öffentlichen Tour natürlich nicht nur das zu sehen, was Stadionbesuchende alle zwei Wochen bei Heimspielen der Blau-Weißen begutachten können, sondern vor allem Einblicke hinter die Kulissen, interessante Informationen und Anekdoten aus der langen Geschichte des Stadions und des Fußballs an der Castroper Straße.
Woche für Woche können sich die VfL-Fans die Pressekonferenzen mit Cheftrainer Uwe Rösler auf dem vereinseigenen YouTube-Kanal ansehen. Aber wo sitzen der Coach und Pressesprecher Jens Fricke da eigentlich genau? Und wie fühlt es sich an, auf dem Stuhl zu sitzen, auf dem Rösler sonst immer den anwesenden Journalisten Rede und Antwort steht? Antworten darauf gibt’s in der neuen Stadionführung.
Aber der Presseraum ist nur ein interessanter Ort der Führung durch die heiligen VfL-Hallen. Auch die alten Kabinen, in denen sich einst Michael „Ata“ Lameck und Hermann Gerland gemeinsam auf die Spiele vorbereitet haben, der heutige Spielertunnel, der an den Wänden optisch einem Bergbauschacht nachempfunden ist, und die Zellen des eigenen Stadionknastes geben ganz besondere Einblicke.
Es gibt also viel zu zeigen und noch mehr zu erzählen. Über einen magischen Ort, der nicht nur für Fußballfans einiges zu bieten hat. Am 12. Januar feiert die Stadiontour seine Premiere, danach soll sie monatlich als öffentliche Führung angeboten werden, und zwar immer an einem Montag um 17:30 Uhr. Wer im Januar keine Zeit hat, kann sich schon einmal den nächsten Termin am 2. Februar im Kalender notieren.
