Nachdem zuletzt 1999/2000 das stählerne Gerüst saniert worden war, sind nun erneute Erhaltungsmaßnahmen notwendig geworden. Das Gesamtvolumen der Sanierung beläuft sich auf 4,4 Mio. Euro. Der Hauptanteil finanziert sich aus dem Bundes-Programm Investitionen in national bedeutsame Kultureinrichtungen (INK) der Staatsministerin für Kultur und Medien. Weitere Fördermittel stammen vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, der Stadt Bochum sowie der DMT-Gesellschaft für Lehre und Bildung.
Prof. Dr. Sunhild Kleingärtner, Wissenschaftliche Direktorin des Deutschen Bergbau-Museums Bochum freut sich sehr über den Start der Sanierungsarbeiten: „Das Fördergerüst ist weit über das DBM hinaus bekannt und hat als Landmarke einen großen Wiedererkennungswert für die Stadt Bochum. Der hohe Stellenwert des Doppelbocks spiegelt sich auch in der Tatsache wider, dass die Untere Denkmalbehörde der Stadt Bochum das Fördergerüst nunmehr in die Denkmalliste aufgenommen hat.“
Erste sichtbare Baustelleneinrichtung ist ein 160-t-Autokran, der auf der Rasenfläche vor der Shophalle des Museums am Europaplatz aufgebaut wurde. Über die geplanten Maßnahmen und damit verbundene Einschränkungen, etwa reduzierte Parkmöglichkeiten, wurden die Nachbarschaft im Umfeld des Museums bereits Mitte Dezember 2023 in einer Informationsveranstaltung sowie über Handzettel informiert. „Dem Museumsteam ist bewusst, dass es an manchen Tagen zu Belastungen kommen kann. Daher hoffen wir sehr auf das Verständnis unserer Nachbarschaft. Für Rückfragen steht mein Haus gern jederzeit zur Verfügung. Interessierte oder von Einschränkungen Betroffene dürfen sich jederzeit an die E-Mailadresse: sanierung@bergbaumuseum.de wenden“, so Prof. Dr. Sunhild Kleingärtner.
Ab den 8. Februar werden für Museumsbesuchende keine Turmauffahrten mehr möglich sein. Wer also noch einmal einen Blick vom Fördergerüst auf Bochum werfen möchte, sollte sich hierfür beeilen. Aufgrund der Sanierung wird der Zugang des Anschauungsbergwerks ab dem 17. April ausschließlich über Treppennutzungen erfolgen. Ein barrierefreier Abstieg ist dann nicht mehr möglich. Die Einschränkungen werden voraussichtlich bis zu den Weihnachtsferien anhalten. Ab Ende April 2024 gibt die Sonderausstellung „Doppelbock auf Museum“ einen Einblick in die Methoden der Restaurierungsarbeiten.
Hintergrundinfos Doppelbock:
Seit 1973 erhebt sich das Fördergerüst über dem DBM in Bochum. Zuvor hatte es auf der Schachtanlage Germania in Dortmund-Marten gestanden. Entworfen von den renommierten Industriearchitekten Fritz Schupp und Martin Kremmer, war das vollwandige Doppelbockgerüst (auch Doppelstreben-Fördergerüst) 40 Jahre zuvor errichtet worden. Mit einem Gewicht von 650 t, einer Höhe von rund 70 Metern und einem Durchmesser der Seilscheiben von 8 m galt es seinerzeit als weltgrößtes Fördergerüst und war eine der modernsten und auch leistungsstärksten Fördereinrichtungen des deutschen Steinkohlenbergbaus. Nach der Stilllegung der Schachtanlage Germania im Jahr 1971 wurde der Doppelbock in Einzelteile zerlegt und mit Spezialtransportern nach Bochum gebracht.
