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Rot und Süss

Erdbeeren selbst pflücken auf dem Hof Scholle.

Felder voller roter Früchte und Familien mit Körben sind ab sofort wieder auf dem Erdbeerhof Scholle zu finden. Hier bewirtschaftet Axel Schulze Scholle gemeinsam mit seiner Familie rund vier Hektar Land, bestehend aus einem zwei Hektar großen Erdbeerfeld mit 96 Reihen – ausschließlich zum Selbstpflücken. Ein Konzept, das Nähe zur Landwirtschaft schafft und zugleich nach haltig ist. Auf dem Feld wachsen verschiedene Erdbeersorten. Die kleinen Früchte mit klangvollen Namen wie Rendezvous, Elianny oder Sensation bieten eine große Vielfalt: von früh bis spät reifend, von süß bis aromatisch – für jeden Geschmack ist etwas dabei. 

Der Familienbetrieb blickt auf mehr als 35 Jahre Geschichte zurück. Axel Schulze Scholle, der bereits im Alter von zehn Jahren im Betrieb mithalf, ist heute 30 Jahre alt und praktisch zwischen den Pflanzen aufgewachsen. Nach Ausbildung und Studium im Bereich Landwirtschaft stieg er direkt in den Betrieb ein und bringt nun neue Ideen in die gewachsenen Strukturen ein. Für ihn zählt dabei nicht nur die Arbeit an der frischen Luft: „Wenn die Saison gut läuft, die Kunden zufrieden sind und sich an den Früchten freuen, dann macht mir das einfach Spaß“, sagt der 30-Jährige.

Das Selbstpflücken ist weit mehr als nur ein Freizeitangebot. Viele Familien entscheiden sich bewusst dafür, Zeit auf dem Feld zu verbringen, frische Luft zu genießen und die Entstehung ihrer Lebensmittel mitzuerleben. Besonders für Kinder wird so greifbar, wo Erdbeeren eigentlich herkommen. Für viele ist der Besuch auf dem Hof zugleich ein kleiner Ausflug ins Grüne mit Lerneffekt. 

Gleichzeitig bringt das Konzept des Selbstpflückens klare ökologische Vorteile mit sich: Transportwege entfallen ebenso wie Verpackung und lange Lagerzeiten. Die Früchte landen direkt vom Feld in die Schale – frischer und aromatischer geht es kaum. Und wer sich fragt, ob Probieren erlaubt ist, bekommt eine klare Antwort: „Etwas Naschen ist immer in Ordnung“, sagt Axel schmunzelnd. 

Ein wichtiger Schritt hin zu mehr Nachhaltigkeit liegt in der Bewässerung. In den vergangenen Jahren hat der Hof gezielt investiert und setzt statt klassischer Beregnung auf ein System direkt an der Pflanze. Mithilfe von Tropfschläuchen wird das Wasser präzise dorthin geleitet, wo es gebraucht wird. So wird die Verdunstung reduziert und Wasser effizienter genutzt. Das spart wertvolle Ressourcen und sorgt durch die gleichmäßige Versorgung dafür, dass die Qualität der Früchte konstant hoch bleibt.

So idyllisch das Gesamtbild wirkt, der Alltag auf dem Hof bleibt anspruchsvoll. Extreme Wetterlagen setzen den Pflanzen zu, besonders kritisch sind Frostnächte im Frühjahr. Dann kann es vorkommen, dass der Landwirt nachts um zwei Uhr aufsteht, um die empfindlichen Blüten mit Schutzfolie zu bedecken. Auch lange Trockenphasen im Sommer stellen eine Herausforderung dar. „Die ganze Vorbereitungsphase ist ein Auf und Ab der Gefühle“, fasst Axel zusammen.

Mit Hingabe, Leidenschaft und harter Arbeit entsteht hier ein System, das Nähe, Wertschätzung und süße Erdbeeren hervorbringt. Der Erdbeerhof Scholle steht damit beispielhaft für eine Landwirtschaft, die Tradition und Innovation nachhaltig miteinander verbindet. Oder wie Axel es selbst auf den Punkt bringt: „Alles dreht sich um die Erdbeere.“

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