Die Anne-Frank-Tage werden in Kooperation mit dem Bochumer Kulturrat am 6. November um 20 Uhr mit dem Konzertprojekt „Ein Ruf in die Zukunft“ eröffnet. Dieses wird durch den Bochum-Fonds gefördert. Das Gesamtprojekt erstreckt sich vom 1. Oktober bis zum 30. November und findet in verschiedenen Städten statt. In Bochum ist das Konzert mit Liedern gegen das Vergessen im Bochumer Kulturrat an der Lothringer Straße 36c zu erleben.
Das Projekt verbindet eine musikalische Aufführung mit moderierten Kontexten. Zwischen den Liedern werden historische Hintergründe erläutert. Durch diese Verbindung von Musik, Literatur und historischer Einordnung entsteht ein Raum für Reflexion und Austausch. Im Zentrum stehen jiddische, hebräische und armenische Wiegenlieder, die von Flucht, Verlust, Hoffnung und Schutz erzählen. Viele dieser Lieder entstanden unter Bedingungen von Verfolgung und existenzieller Bedrohung. Sie wurden in Ghettos gesungen, auf Deportationswegen überliefert oder in der Diaspora bewahrt. Das Wiegenlied wird dabei als intimste musikalische Form verstanden: als letzter Ausdruck von Fürsorge, Erinnerung und Menschlichkeit.
Erinnerungskultur
Ausgangspunkt des Projekts ist die Frage, wie Erinnerungskultur heute gestaltet werden kann, sodass sie nicht nur historisches Wissen vermittelt, sondern eine ethische Wirkung in der Gegenwart entfaltet. Das Projekt versteht Musik als emotionalen Zugang zur Geschichte und als Mittel zur Stärkung von Empathie, Dialogfähigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung. Ziel des Projekts ist es, Erinnerungskultur emotional erfahrbar zu machen und dabei insbesondere Empathie als Grundlage gesellschaftlichen Handelns zu stärken. Angesprochen werden sollen ausdrücklich auch jüngere Generationen, für die historische Ereignisse zunehmend zeitlich fern erscheinen.
„Wir machen dieses Projekt, weil Erinnerung dort ankommt, wo sie berührt: Ein Wiegenlied aus dem Ghetto oder von der Deportation braucht keine Vorkenntnisse, um zu zeigen, was Verfolgung für einen einzelnen Menschen bedeutet. Und genau diesen Zugang suchen wir für eine Generation, der die Geschichte zunehmend fern erscheint“, erzählt Sängerin Ingala Fortagne, die gemeinsam mit Tobias Bredol (Klavier) und Pina Bettina Rücker (Percussion) durch den Abend führt.
Förderung durch den Bochum-Fonds
Finanziell ermöglicht wird das Projekt durch den Bochum-Fonds. Der Bochum-Fonds ist eine der Kernaktivitäten der Bochum Strategie und wird seit 2021 von Bochum Marketing im Auftrag der Stadt Bochum durchgeführt. Alle, die volljährig sind, können gemeinwohlorientierte Ideen für ihre Stadtteile einbringen, ob Privatperson, Initiative, gemeinnützige Organisation oder Verein. Die Bürger*innenprojekte werden mit einer Summe von bis zu 25.000 Euro gefördert. Voraussetzung dafür ist eine Eigenbeteiligung in Höhe von 20 Prozent der Gesamtkosten, die auch in Form von Sach- und Arbeitsleistungen erbracht werden kann. Ideen können weiterhin über die Mailadresse fonds@bochum-marketing.de eingereicht werden. Bochum Marketing unterstützt anschließend bei der Umsetzung. Kleinere Projekte können bei der Erfüllung aller Voraussetzungen schnell realisiert werden. Für Pläne ab 7.501 Euro ist ein Gremium zuständig, das sich aus Mitgliedern der Bezirksvertretungen sowie des Haupt-, Wirtschafts- und Finanzausschusses zusammensetzt.
Kontakt: fonds(at)bochum-marketing.de, T 0234 9049638
Website: www.bochum-fonds.de