Köln, Düsseldorf, New York, Paris und … natürlich Bochum. Zumindest, wenn man Nils Müller fragt. Der Kunstgalerist hat vor einem
Jahr in seiner Heimat einen weiteren Standort von Ruttkowski;68 eröffnet. In den Räumlichkeiten der ehemaligen Galerie m, die 1969 als
eine der ersten Galerien für zeitgenössische Kunst in der Region gegründet wurde, im Schlosspark in Bochum-Weitmar wird nun zeitgenössische Malerei, Skulptur, Installation und zeitbasierte Medienkunst gezeigt.
Nachdem die Galerie im Mai aufgrund eines Ausstellungswechsels fast durchgehend geschlossen war, können Besuchende inzwischen
die Werke von Georg Hildebrand bestaunen. Der gebürtige Bad Homburger lebt und arbeitet in Berlin, ist zudem Professor für Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München. Hildebrandt ist in der Kunstszene bekannt für seinen innovativen Einsatz analoger Speichermedien, insbesondere von Kassetten und Schallplatten, bei der Schaffung visuell fesselnder und konzeptionell reichhaltiger Kunstwerke. Genau die gibt es nun auch im Ruttkowski;68 in Bochum zu sehen.
Nicht nur Thorsten Dzierma, verantwortlich für den Standort in Bochum, freut sich sehr über die neue Ausstellung. „Sehr sehenswert“, betont er mit glänzenden Augen. Dieses Strahlen hat er durchweg, wenn er über die Historie von Ruttkowski;68 und ganz besonders seine eigene Arbeitsstätte spricht. „Nils Müller kommt aus Bochum-Dahlhausen und für ihn war der Schlosspark schon immer ein Sehnsuchtsort“, berichtet Dzierma. „Als er dann hörte, dass die Galerie m auszieht, hat er mich angerufen und gefragt, ob ich einen Kontakt herstellen könnte.“ Gesagt, getan. Es folgten Gespräche und eine schnelle Einigung. So bleiben die Räumlichkeiten ein spannender Ort für zeitgenössische Kunst.
Angefangen hatte alles vor rund 15 Jahren in Köln – mit einem tragischen Hintergrund. In der Wohnung eines gemeinsamen Freundes, der kurz zuvor verstorben war. „Sven Ruttkowski, daher auch der Name, war ein verrückter Typ, den man entweder sehr mochte oder nicht so toll fand. Wir fanden ihn super. Er war ein Alleskönner und unter anderem auch gemeinsam mit Oliver Korittke als ‚Bang Boom Bang DJ Team‘ unterwegs. Bei einem Auftritt in Braunschweig starb DJ Rutte dann an einem Herzinfarkt.“ Für alle Beteiligten ein großer Schock, doch in Müller erwachte schnell die Idee, aus Ruttkowskis besonderer Wohnung in der Bismarckstraße 68 – der
zweite Hinweis auf den Namen – in Köln- Ehrenfeld eine Galerie zu machen. Es folgten im Laufe der Jahre mit Düsseldorf, New York und Paris weitere Standorte. Und nun seit einem Jahr eben Bochum.
Extraschicht-Spielorte
Am Samstag, 27. Juni, ist es wieder so weit: Das Ruhrgebiet zeigt im Rahmen der Extra-Schicht, was es industriekulturell zu bieten hat. In Bochum ist dies an sechs Spielorten erlebbar: Neben dem Hauptbahnhof, dem Deutschen Bergbau-Museum, dem Eisenbahnmuseum, der Jahrhunderthalle und dem LWL-Museum Zeche Hannover ist erstmals auch das Ruttkowski;68 im Schlosspark dabei. Das Programm wird von 18 bis 2 Uhr nachts geboten.
