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GastroLab statt Hell's Kitchen

Wie im Gleis 9 Gastroideen zu starken Businesses werden

Seit dem Rebranding des ehemaligen Riffs zum Gleis 9 ist viel passiert: neues Aussehen, neues Konzept, neue Formate. Betreiber Mounzer El-Chakif hat aus der einst legendären Großraumdiskothek einen Hotspot für Kultur- und Liveevents geschaffen. Ein letzter großer Baustein ist das neue GastroLab. Dabei handelt es sich nicht um eine Party reihe, sondern um ein Projekt, das aufstrebenden Gastronom*innen die Möglichkeit bietet, ihre Ideen auszuprobieren. 

In der ehemaligen Cocktailbar der Diskothek können verschiedene Gastronomiekonzepte getestet werden, ohne dass sich Neuunternehmende in ein großes wirtschaftliches Risiko begeben müssen. Doch das GastroLab soll nicht nur finanzielle Entlastung bieten: El-Chakif berät mit seinen Consultingfirmen namhafte Unternehmen aus der Gastronomie und unterstützt die Teilnehmenden mit seiner Expertise. Partner wie Monin, Julius Meinl oder Martini stellen zudem Maschinen oder Waren zur Verfügung.

„Viele Ideen sterben ja schon am Finanziellen“, sagt El-Chakif. Das GastroLab biete den Platz, das eigene Konzept zu perfektionieren, ohne dass anfängliche Fehler direkt einen Insolvenzantrag bedeuten. Auch die persönlichen Voraussetzungen der Teil nehmenden würden auf die Probe gestellt: „Gastronomie ist nicht 9-to-5, sondern der Tag beginnt häufig schon um 6 Uhr. Morgens müssen Einkäufe und abends Kassenabschlüsse, Schichtpläne und die Wareninventur erledigt werden. Das unterschätzen super viele Leute.“

Die Bewerber*innen können ihre Gastroidee sechs Monate lang im GastroLab umsetzen. Dafür wenden sie sich mit einem Pitch an El-Chakif, der mit ihnen vor Ort ausführlich über ihr Konzept und ihre Erwartungen spricht. „Wir haben jetzt schon, glaube ich, an die 30 Pitchvorstellungen bekommen. Dann treffen wir uns hier, gehen das Ganze einmal durch, sodass ich die Leute dahinter kennen lerne. Dann kann ich besser beurteilen, ob es wirklich jemand ist, der Bock darauf hat, oder ob es jemand ist, der einfach nicht so richtig weiß, was er mit seiner Zeit tun soll“, berichtet El-Chakif. Über die Resonanz mit vielen Pitches, Medienanfragen und positivem Feedback sei er sehr erfreut. 

Bisher hätten sich ausschließlich Frauen beworben und ihn mit ihren Ideen begeistert. Sein liebster Pitch sei ein Cafékonzept nach französischem Vorbild, das Madeleines und Financiers anbieten möchte. Die Bewerberin sei Projektmanagerin und hege seit Jahr zehnten eine Leidenschaft für diese Idee. Ihr bisheriger Job biete ihr jedoch Sicherheit. „Genau diesen Leuten will ich quasi diese Möglichkeit verschaffen, um zu schauen: Okay, bin ich dafür geschaffen oder nicht?“, meint El-Chakif. 

Trotz zahlreicher Bewerbungen können sich Interessierte weiterhin mit ihrem Konzept melden und Teil des GastroLabs werden.

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