Fanprojekte leisten deutschlandweit, aber ganz besonders in Nordrhein-Westfalen – alleine aufgrund der Dichte an Profifußballvereinen in diesem Bundesland – eine wertvolle Arbeit. Einen großen Anteil daran hat auch die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) der Fanprojekte NRW. Während die Fanprojekte das ganze Jahr über vor allem Soziale Arbeit mit der Hauptzielgruppe junger Fußballfans im Alter zwischen 14 und 27 Jahre leisten, richtet sich das Angebot im Monat Oktober an Interessierte aller Altersklassen. Dann stehen die Fußballkulturtage an – bereits zum zehnten Mal. Zu diesem Jubiläum gibt es in Bochum ein hochinteressantes und vielseitiges Programm.
„Wir nutzen das große Interesse am Fußball, um eine an demokratischen Werten orientierte Jugendarbeit zu leisten. Dabei ist uns wichtig, eine selbstbestimmte Fankultur zu stärken sowie lebensweltbezogene Freizeitund Bildungsangebote für junge Gleichgesinnte anzubieten“, betont Florian Kovatsch vom Fanprojekt Bochum. Dieses wird von Patrick Arnold vom LAG der Fanprojekte NRW, übrigens mit Sitz an der Universitätsstraße in Bochum, sehr gelobt: „Die Arbeit, die Florian und sein Team leisten, ist absolut vorbildhaft. Das sieht man auch wieder an dem spannenden Programm, das in Bochum im Rahmen der Fußballkulturtage auf die Beine gestellt wurde.“
Die Fußballkulturtage feiern in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum. „Mit Blick auf die damalige Idee können wir heute sagen, dass sich unsere Erwartungen und Hoffnungen von damals mehr als erfüllt haben“, erklärt Arnold. „Wir hatten in all den Jahren viele besondere Veranstaltungen, mal mit über 400 Besuchenden, aber auch schon Diskussionsrunden mit nur 15 Teilnehmenden, die sich aber trotzdem zu spannenden Abenden mit herausragenden Erkenntnissen entwickelt haben. Auch das kann einen riesengroßen Mehrwert für unsere Arbeit ergeben.“
Das diesjährige Programm kann sich einmal mehr sehen lassen. Es startet am 5. Oktober um 11 Uhr mit einer Kinderkinovorführung im Metropolis Kino im Hauptbahnhof, gezeigt wird der Film „Zu weit weg – aber Freunde für immer“. Am Tag danach, 6. Oktober, wartet ein absolutes Highlight: Unter dem Motto „Pilsken, Pöhlen und Probleme – Männer, Gefühle und das Schweigen im Fußball“ sprechen Prof. Dr. Katja Sabisch, Andreas Luthe, Gerald Asamoah und Tim Kramer ab 19 Uhr in der Rotunde über das eine oder andere Tabuthema im Profifußball. Neben einer Lesung zum Thema „Jüdische Lebenswirklichkeiten und Antisemitismus im Fußball“ in der Quartiershalle der KoFabrik (15. Oktober, 19 Uhr) und einer Ausstellung mit dem Titel „Fußball und Diskriminierung“ im Kunstbunker (Eröffnung: 19. Oktober) wird auch das Theaterstück „Mein Herz schlägt nur für dich – eine Zeitreise durch die Geschichte des VfL Bochum“ (20. Oktober, 19:38 Uhr im Ottilie-Schoenewald-Weiterbildungskolleg) für großes Interesse sorgen. Im Rahmen von „Dein Fußballwochenende in Bochum“ wird Florian Kovatsch vor dem VfL-Heimspiel gegen Hertha BSC eine hochinteressante Stadtführung mit dem Titel „1938 – nur damit es jeder weiß“ durchführen.
„Ich freue mich sehr, dass wir hier in Bochum dieses vielseitige Programm anbieten können und bedanke mich schon jetzt bei allen Mitwirkenden“, sagt Kovatsch. „Es werden viele Themen in den Fokus genommen, die Teil des Fußballs sind oder waren, aber noch mehr Aufmerksamkeit verdient haben.“