Eine Oper ist für manch einen schwer greifbar, dabei ist sie eine der höchsten Formen der Musik. Die Sopranistin und Kulturmanagerin Julia Struwe, als Künstlerin lange Jahre unter dem Namen Sukmanova unterwegs, hat sich aufgemacht, diesen Zustand zu ändern. Sie hat die Kammeroper Bochum gegründet, mit der sie den Menschen klassische Musik, die Geschichten und die Künstler dahinter näherbringt.
Struwe, die 2015 der Liebe wegen nach Bochum gezogen ist, kam zu Beginn der Coronazeit auf die Idee, die Kammeroper ins Leben zu rufen. Die Opernsängerin war in dieser Zeit wegen der Pandemie eingeschränkt, wie viele Künstler litt sie unter den vielen Absagen von Veranstaltungen. „Ich mache es aber nicht für mich, sondern will anderen Künstlern die Möglichkeit für Auftritte schaffen und möglichst vielen Menschen Zugang zur klassischen Musik ermöglichen“, sagt Struwe, die weiterhin Engagements annimmt: „Mein Fokus liegt aber jetzt auf der Kammeroper.“
Acht Künstler sind im Team der Kammeroper involviert, darunter Trompetenspieler, Pianisten, Tänzer, Pädagogen und verschiedene Sänger, von Sopran über Tenor bis zum Bass. Alle haben sie große Referenzen, ebenso wie Struwe, die Auftritte auf renommierten Bühnen gefeiert hat und vielfach ausgezeichnet ist. Nun spielen sie alle im Rahmen der Kammeroper auf vergleichsweise kleinen Bühnen in Bochum, nah am Lebensalltag.
Angeboten werden momentan vor allem zwei Formate. Beim Musiksalon, den Struwe schon in Hamburg erfolgreich betrieben hat, wird ein älteres Publikum angesprochen. Dabei steht jedes Mal ein Thema im Vordergrund, um das sich alles dreht, ob Träume, Engel oder Literatur. „Wir bringen den Menschen die Musik über mehrere Ebenen näher. Wir wollen damit auch Hemmschwellen abbauen“, erklärt Struwe. Gemeinsam wird von der Liebe zur Oper oder über Komponisten geplaudert und anschlie- ßend eine musikalische Reise unternommen. „Es ist auch eine Möglichkeit, zusammenzukommen und in familiärer Atmosphäre Musik zu genießen. Solche Emotionen kannst du auf einer großen Bühne gar nicht vermitteln“, so Struwe weiter. Im November handelte der Musiksalon in der Pauluskirche von Märchen.
