Es ist ein sonniger Frühlingstag, die Vögel zwitschern, und im ehemaligen Atelier 4630 in der Gerberstraße fallen die ersten Sonnenstrahlen durchs Fenster. Es ist das Zuhause des LiteraturKollektivs Bochum – eines gemeinnützigen eingetragenen Vereins, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, literarische Aktivitäten und Weiterbildungen in Bochum und Umgebung zu fördern. Liebevoll eingerichtet und mit jeder Menge Bücher ausgestattet, lädt das kleine Ladenlokal dazu ein, an literarischen Projekten zu arbeiten, über Bücher zu sprechen oder an Workshops rund ums Thema Schreiben teilzunehmen.
Während auf der einen Seite des Ateliers drei Autor*innen fleißig in die Tasten hauen, erzählen uns Vereinsvorsitzende Almuth Heuner und Finanzreferent Uwe Kletzing mehr über den Verein. „Uwe Kletzing und ich hatten schon früh die Idee, einen literarischen Treffpunkt zu gründen“, erinnert sich Heuner. Beim Autorenstammtisch Bochum lernten sie Pe Sturm kennen, den Eigentümer des damals leerstehenden Ladenlokals in der Gerberstraße. Auch er hatte den Wunsch, aus dem ehemaligen Atelier eine Art Co-Working-Space für Schreibende zu machen. In Heuner und Kletzing fand er die passenden Komplizen. Nachdem Corona ihnen lange Zeit einen Strich durch die Rechnung machte, konnten sie im Jahr 2022 schließlich aktiv an die Verwirklichung ihrer Idee gehen.
Schnell stießen auch andere Autor*innen hinzu, und die Voraussetzungen für einen Verein waren erfüllt: Am 24. September 2023 gründete sich der LiteraturKollektiv Bochum e. V. – kurz: LitKoBo – mit offiziell acht Mitgliedern. Seitdem bereichern seine Mitglieder die kulturelle Szene der Stadt, indem sie sich vielfältig für die literarische Weiterbildung einsetzen. Im Laufe der Zeit ist der Verein um etwa 30 Mitglieder gewachsen, die nicht nur aus Bochum, sondern auch aus Städten wie Hattingen oder Mülheim an der Ruhr stammen. Ein Zeichen dafür, dass es Bedarf an literarischem Austausch gibt.
Zum Mitmachen muss man allerdings kein Vereinsmitglied sein: Das LitKoBo und sein Atelier wollen einen Ort schaffen, an dem jeder seine literarischen Träume verwirklichen darf, egal ob Unerfahrene oder Fortgeschrittene, ob Mitglieder oder Interessierte. Der Verein sieht sich als eine offene Begegnungsstätte für Menschen mit unterschiedlichsten kulturellen und sprachlichen Hintergründen.
„Hier im Atelier hat man schnell ein Zuhause-Gefühl, das man in normalen Co-Working-Spaces nicht hat“, erzählt Krimiautorin Almuth Heuner, die zuletzt den Kurzkrimiband „Zechen, Zoff und Zuckerwerk“ veröffentlichte. „Nur bei Lesungen kann es manchmal sehr kuschlig werden – maximal 25 Leute kriegen wir dann unter.“ Doch das LiteraturKollektiv Bochum hat noch viel mehr zu bieten, so zum Beispiel Workshops zu Lyrik und Figurenentwicklung oder eine Literarische Sprechstunde.
Wer reinschnuppern möchte, für den sind die BOoksnacks ein schöner Einstieg. Jeden ersten Donnerstag im Monat setzen sich Literaturinteressierte zusammen und sprechen über Bücher, die sie gelesen haben oder noch lesen wollen. Die Runde bietet eine schöne Möglichkeit, um Menschen mit ähnlichen Interessen kennenzulernen und über Bücher ins Gespräch zu kommen.
Den Traum von einem Literaturhaus Bochum konnten sich Almuth Heuner, Uwe Kletzing und Pe Sturm mit ihrem Verein zwar nur im Kleinen erfüllen – doch wer weiß, was die Zukunft noch bringt. An literarischem Austausch wird es zumindest im Atelier 4630 nicht fehlen.
Mehr Informationen unter www.litkobo.de
