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Bochum-Fonds fördert Nachhaltigkeit und Kunst

Lastenrad für Riemke, Graffiti auf der Unistraße – und die nächsten zwei Großprojekte stehen schon in den Startlöchern.

Im Rahmen des Bochum-Fonds wurden zwei neue Großprojekte für Nachhaltigkeit und Kunst genehmigt. Für Bochumer Gemeinschaftsgärten und ökologische Projekte soll demnächst ein Traktor zur Verfügung stehen. Und der ehemalige Luftschutzbunker an der Baarestraße 68 wird als Kunstbunker umgestaltet. Zwei andere Großprojekte wurden bereits realisiert: ein Lastenrad für Riemke und ein 1.000 qm großes Graffiti an der Universitätsstraße.

Der Bochum-Fonds ist eine der Kernaktivitäten der Bochum Strategie, die die Stadtentwicklung bis 2030 fördern will, und wird von Bochum Marketing im Auftrag der Stadt Bochum durchgeführt. Alle, die volljährig sind, können ihre Ideen für ihre Stadtteile einbringen, ob Privatperson, Initiative, gemeinnützige Organisation oder Verein. Die Bürgerprojekte werden mit einer Summe von bis zu 25.000 Euro gefördert. Voraussetzung dafür ist eine Eigenbeteiligung in Höhe von 20 Prozent der Gesamtkosten, die auch in Form von Sach- und Arbeitsleistungen erbracht werden kann. So wurden nun zwei Projekte umgesetzt.

Graffiti auf 1.000 qm

Seit längerer Zeit schon zieht das Graffiti an der Unistraße einige Aufmerksamkeit auf sich. An der Stützmauer, die durch Teile von Wiemelhausen führt, haben sich in den vergangenen Wochen insgesamt 24 Graffitikünstler aus verschiedenen Crews verewigt. Schon vor etwa 20 Jahren wurde die Mauer mit großflächigen Graffitis gestaltet. Mit der Zeit verblichen die Farben, der Effekt der Verschönerung des Stadtraums drohte durch Verwahrlosung ins Gegenteil zu kippen. Um dem entgegenzuwirken, wurde durch die 25.000 Euro vom Bochum-Fonds die rund 1.000 qm große Fläche neugestaltet. Die Motive wurden von den Künstlern selbst gewählt. So ist aus einem vernachlässigten Stadtraum durch das großformatige Kunstwerk wieder eine Visitenkarte für ein kreatives und gemeinschaftliches Viertel entstanden.

Kostenlose Leihe eines Lastenrads

Auch das Lastenfahrrad für Riemke wurde auf den Weg gebracht. Die Idee stammt von Hobbygärtner Marek Nierychlo: „Ich wollte für alle im Stadtteil für kleine Dienste eine Alternative zum Auto bieten. Vielleicht trägt es dazu bei, dass der eine oder andere auf andere Verkehrsmittel als das Auto umsteigt.“ Das Lastenrad wird nach einer Anmeldung kostenlos verliehen und steht für jedermann zur Verfügung. Damit können dann sowohl der Großeinkauf erledigt als auch die Kinder aus der Kita abgeholt werden. Der Standort befindet sich in der Nähe des neuen „Urban Green“ in Riemke, Am Hausacker 45. Gefördert wird das Projekt mit 15.000 Euro. Weitere Infos: www.bosela.de

Traktor für Gemeinschaftsgärten

Auch die neu genehmigten Projekte werden Bochum bald noch ein Stückchen attraktiver machen. Der vor rund zehn Jahren von Studierenden gegründete Hof Bergmann hat das Ziel, den Alltag nachhaltig zu gestalten und neue Orte für Mensch, Tier sowie Pflanzenwelt zu schaffen. Dabei soll nun auch ein kleiner Traktor helfen, der mit 25.000 Euro vom Bochum-Fonds angeschafft werden soll. Die regelmäßige Wiesenpflege auf dem Hof ist ohne Maschinen sehr mühselig, aber für die Aufrechterhaltung der Projekte vor Ort notwendig. Mit dem Traktor könnte der Rasen zu Heu verarbeitet werden. Dies erleichtert nicht nur den Weitertransport, das Heu kann dann auch als Futtermittel verwendet werden. Die Hofschweine Kalle und Pablo können davon genauso profitieren wie die Schafe im befreundeten Gemeinschaftsgarten „Naturparadies am Marbach" oder die Tiere aus der ökologischen Kleingartenanlage „Kraut und Rüben". Außerdem sind viele weitere gemeinschaftliche Projekte und Kooperationen geplant. Der Traktor soll allen interessierten Gartenfreunden aus Bochum kostenlos ausgeliehen werden.

Kunstbunker in Stahlhausen

Auch an der Baarestraße 68 wird sich dank des Bochum-Fonds etwas tun. Der alte Luftschutzbunker ist durch die Künstlerin Uta Hoffmann in den vergangenen zwei Jahren temporär zu einem Kunstbunker umgestaltet worden. Der Bunker ist eine markante Landmarke in Bochum Stahlhausen und steht für die Geschichte des Stadtteils während des Zweiten Weltkrieges. Gleichzeitig ist er jetzt ein Ort, an dem Kunst und Kultur gefördert werden. Im kommenden Jahr soll der Bunker als neue Räumlichkeit des bochumer künstlerbundes dienen und sich dem Quartier Stahlhausen mit Veranstaltungen öffnen. Hier sollen Anwohner und Nachbarn die Gelegenheit erhalten, sich den Kunstbunker als besonderen Ort zu erschließen. Darüber hinaus soll der Bunker für Führungen und Vorträge sowie stadtteilbezogene Treffen und Veranstaltungen zur Verfügung stehen.

Bochum-Fonds

Für den Bochum-Fonds stellt die Stadt Bochum im Jahr 2021 insgesamt 372.000 Euro zur Verfügung. Ideen können weiterhin bei der Bochum Marketing GmbH eingereicht werden, die auch bei der Umsetzung hilft. Kleinere Projekte können bei der Erfüllung aller Voraussetzungen schnell realisiert werden, für Pläne ab 7.501 Euro ist das Gremium zuständig, das sich aus Mitgliedern der Bezirksvertretungen sowie des Ausschusses für Strukturentwicklung, Digitalisierung und Europa zusammensetzt.

Kontakt: Julia Wittmann, fonds(at)bochum-marketing.de, T 0234 9049652
Website: www.bochum-fonds.de

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