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Aussprechen, was wichtig ist

Hoffen und Sehnen: Schauspielhaus unter freiem Himmel

Die junge Minka möchte in das Dorf ziehen, aus dem ihre Mutter kommt. Halil hat es zwischenzeitlich noch einmal in seiner Heimat versucht, ist dann aber doch wieder nach Bochum zurückgekehrt. Bartosz baut gerade ein Haus, von dem nur er den Standort kennt, nicht mal seine Frau Irka weiß etwas darüber. Sie alle haben ihre eigene Lebensgeschichte, die sie nach Bochum geführt hat und die sie nun auf dem Vorplatz des Schauspielhauses erzählen. Das Ergebnis ist ein unterhaltsames Open-Air-Theatererlebnis mit dem dreisprachigen Titel „Nadzieja i te˛sknota/Umut ve Ozlem/Hoffen und Sehnen“, das am 18. Juni auf dem Hans-Schalla-Platz seine Premiere feiern und an sieben aufeinanderfolgenden Tagen zu sehen sein wird.

„Wir möchten das Theater für alle öffnen und ein schönes Erlebnis ermöglichen“, erklärt Dorothea Neweling, Stuückdramaturgin. Mit der Aufführung auf dem Theatervorplatz sollen also auch Menschen erreicht werden, die bislang wenig Berührungspunkte mit dem Theater hatten. Ein spannenderes Thema hätte man sich dafür kaum aussuchen können. Die Geschichte basiert auf Gesprächen mit Bochumern, die türkische oder polnische Wurzeln haben und die dem Autor Akın Emanuel Şipal all ihre Gedanken und Gefühle, Hoffnungen und Sehnsüchte zu Protokoll gaben.

Die Regisseurin Liesbeth Coltof bringt genau diese dann auf die Bühne. Dabei bedient sie sich nicht nur professioneller Schauspieler, sondern es spielen auch Bochumer mit. Als Figuren treten auch die Stadt Bochum, die Hoffnung und die Sehnsucht auf. Realitätsnah und persönlich wird das Stück endgültig durch das Mitwirken der einstigen Interviewpartner von Şipal als Laiendarsteller. „Bei den Proben haben gerade die Laien oft gesagt, dass Situationen im Stück genauso wiedergegeben werden, wie es auch in Wirklichkeit ausschaut. Es wird genau das angesprochen, was wichtig ist“, betont Neweling, die einen zusätzlichen Einblick in die Gefühlswelt der Menschen mit Migrationshintergrund gibt: „Die Hoffnung und die Sehnsucht, aber auch der Schmerz begleiten nicht nur jeden, der neu in Bochum ist, sondern auch diejenigen, deren Familien seit Generationen hier leben.“

Ab dem 18. Juni verwandelt sich also der Vorplatz des Schauspielhauses zu einer großen Bühne, das traditionsreiche Gebäude wird zur beeindruckenden Kulisse. Dafür wird nicht nur die gesamte Theatermaschinerie aufgefahren, sondern für die Besucher auch eine Zuschauertribüne aufgebaut, die insgesamt 400 Zuschauern Platz bietet. Sie werden Zeugen eines vielseitigen und streitlustigen Schauspiels, das durch die musikalische Unterstützung einer Liveband einen zusätzlichen Akzent verliehen bekommt.

Die außergewöhnliche Inszenierung vor besonderer Kulisse wird vom 18. bis zum 26. Juni jeweils um 19 Uhr dargeboten. An den beiden Sonntagen in diesem Zeitraum (19. und 26. Juni) finden zwei Aufführungen, jeweils um 15 und um 19 Uhr, statt. Der Vorverkauf hat bereits begonnen, Tickets zum Preis von zehn Euro können in der Touristinfo Bochum, Huestraße 9, unter 0234 963020 oder www.schauspielhausbochum.de erworben werden. Hier finden sich auch weitere Informationen zu „Nadzieja i te˛sknota/Umut ve Ozlem/Hoffen und Sehnen“ und allen weiteren Stücken des Schauspielhaus Bochum.

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