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"Ich kam als Gast in euer Land gereist ..." Deutsche Antifaschisten in der Sowjetunion 1933 - 1956

Donnerstag, 26.03.2020, 08:00 Uhr
"Ich kam als Gast in euer Land gereist ..." Deutsche Antifaschisten in der Sowjetunion 1933 - 1956

Die zweisprachige Wander-Ausstellung, konzipiert von Inge Münz-Koenen und Wladislaw Hedeler, war seit 2013 bereits mehrfach international zu sehen. Auf dem Campus zeigen sie gemeinsam das Seminar für Slavistik / Lotman-Institut, das Institut für Deutschlandforschung der RUB und die Universitätsbibliothek Bochum.

Die Ausstellung ist Teil der internationalen Tagung "Stalinkomplex!? Deutsche Kulturkader im Moskauer Exil und in der DDR" an der Ruhr-Universität Bochum.

ZUR AUSSTELLUNG

Bis Mitte der 30er Jahre war die Sowjetunion ein Hoffnungsland, das viele Deutsche anzog: Manche kamen als Wirtschaftsmigranten auf der Suche nach Arbeit, andere aus politischen Gründen auf der Flucht vor der Gestapo und rassischer Verfolgung. Die Russlandfahrer waren durchweg Nazigegner und fest entschlossen, aktiv beim Aufbau der neuen Gesellschaft mitzuwirken. Und zunächst schienen die Hoffnungen auch nicht zu trügen. Die ersten Jahre werden meist erinnert als gute Zeit, in der die Ankömmlinge voller Optimismus in die Zukunft schauten.

Doch veränderte sich das politische Klima in der Sowjetunion Mitte der 30er Jahre jäh: Der Terror führte zu einer unerbittlichen Jagd auf vermeintliche Volksfeinde, Spione und Verräter. Dabei machte der Säuberungsfuror Stalins vor den kurz zuvor noch so gastfreundlich aufgenommenen Fremden nicht Halt. Gerade die Ausländer galten jetzt als verdächtige Wesen. Manche wurden ausgewiesen, viele als angebliche Trotzkisten, Faschisten oder Konterrevolutionäre verhaftet, erschossen oder über Jahre und Jahrzehnte eingesperrt. Wolfgang Duncker geriet 1938 in Gefangenschaft und starb 1942 an Entkräftung im Lager, die elf Arbeiter, die ihre neue Heimat so euphorisch gelobt hatten, wurden sämtlich erschossen. Lebenslinien wurden gewaltsam zerrissen, auch der Angehörigen. Des Ehepartners, Vaters oder Sohns beraubt, der Ungewissheit überlassen und selbst Schikanen ausgesetzt, waren sie vielfältig mit betroffen – bis in die nächste Generation hinein.

Ergänzt von vier thematischen Tafeln dokumentiert die Ausstellung fünfzehn Familiengeschichten, Schicksale deutscher Antifaschisten im Stalinismus. Sie beruht auf der Zusammenarbeit von Historikern mit Überlebenden und Nachkommen Verfolgter und kann auf diese Weise sehr persönliche Zeugnisse nahebringen.
(Dr. Anne Hartmann)

Die Ausstellung ist vom 19. Februar bis 6. Mai 2020 in der Universitätsbibliothek Bochum zu sehen.
Ort: 19.2.-15.3.2020 im Erdgeschoss,
ab 16.3.-6.5.2020 auf Etage 5.

Der Eintritt ist frei.

  • Ausstellungsplakat

Weitere Informationen

WANN?
Donnerstag 26.03.2020
Beginn: 08:00 Uhr
Ende: ca. 23:00 Uhr
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WO?

Universitätsbibliothek Bochum

Universitätsstr. 150
44801 Bochum
Deutschland

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Weitere Termine

von Donnerstag, 20.02.2020
bis Mittwoch, 06.05.2020
Montag - Freitag: 08:00 - 23:00
Samstag - Sonntag: 10:00 - 21:00

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