Wir befinden uns mitten im Veganuary. Wer nicht nur zuhause vegan kochen will, sondern auch den ein oder anderen Restaurantbesuch im Januar genießen möchte, is(s)t hier genau richtig! Weil der erste Teil unserer Reihe "Vegan in Bochum" auf unserem Blog so gut ankam, machen wir uns direkt auf den Weg und testen drei weitere, rein pflanzliche Foodspots für euch.
Vegan essen in Bochum Teil 2

Vegan in Bochum? Kann was! Wir testen drei weitere, rein pflanzliche Foodspots.
Dooby's
Am Anfang der Universitätsstraße, quasi kurz nachdem uns das KunstLichtTor unter der Brücke am Hauptbahnhof mit einem „Wohin“ stadtauswärts verabschiedet hat, befindet sich auf Höhe der Hausnummer 26 der Imbiss „Dooby’s“.
Yannik Ristau und Nils Achterfeld servieren Gerichte im Streetfood-Style – ausschließlich vegan. Den Standort unweit vom Exzenterhaus kennen die zwei Freunde gut. Vielleicht sagt euch der Vorgänger „Onkel Buddy“ noch etwas. Dort arbeiteten die beiden damals als Studenten anfangs in der Küche, schmissen den Laden später an Samstagen sogar selbst und lieferten nebenher auch auf Veranstaltungen von befreundeten Musikern mobiles Catering.
Als sich schließlich die Chance bot, das Laden-Lokal zu übernehmen, schnappten die beiden im April vergangenen Jahres sofort zu. Zwar war das so früh nicht ihr Plan, aber wie es der Zufall manchmal so will … Mittlerweile sei die Dooby-Crew sogar schon fünfköpfig. „Übersichtlich, aber gemütlich“, denken wir uns bei unserem Besuch. Wir? Ja, neben meinem hungrigen Magen begleiten mich auch meine Kolleginnen Lisa und Pia auf der ganzen Tour.
Der Innenraum des Dooby‘s besteht aus einer offenen Küche, einer Bar und einer gemütlichen Sitzbank vor der Glasfront. Die lockere Art von Yannik und seinen Mitarbeitern, gepaart mit chilligen HipHop-Beats, sorgen für einen besonderen Vibe. An den Wänden hängen Bilder mit Graffitis, selbstentworfene Grafiken und Logos von Bochumer Rapartists. Vorsicht: Wenn ihr es euch einmal zwischen den großen Kissen über der warmen Heizung bequem gemacht habt, wird das Aufstehen schwer. Eventuell sprechen wir aus Erfahrung.
Mit der Zusammenstellung ihrer Speisekarte setzen die Jungs auf ihre Stärken und treffen damit genau meinen Geschmack. Kein Schnickschnack, einfach straight Soul Food. Burger, Wraps, Burritos, Fries – alles frisch und selbstgemacht. Mehr brauche ich nicht, sag ich euch ehrlich.
Die beiden erzählen uns, dass der Wrap „Hackfleisch Hassender Zerhacker“ ein Klassiker ist. Als Spongebob-Fan aus Kindestagen komme ich also nicht drumherum, diesen zu probieren. Wer kennt die legendäre Folge? Zumal der Name in diesem Fall auch wie die Faust aufs Auge passt. Der Hackfleisch hassende … wegen vegan und so – ach, ich glaube ihr habt’s verstanden.
Zurück zum Kontext: Befüllt wird der Wrap mit scharf angebratenem Veggie-Hack, Mais, Bohnen und Jalapeños, Salsa, Chili-Mayo und Nachos. Dazu entscheiden wir uns für „Topped Fries“ mit frischem Falafel, (Rote Beete-) Hummus, Tahinisauce und einem Paprika-Petersilie-Tomaten-Salat. Und der Vegan Smashed Burger mit einem Patty aus Erbsenprotein und Sonnenblumenkernen darf natürlich auch nicht fehlen. Satt und zufrieden lehnen wir uns nach dem Essen zurück und lassen den Arbeitstag mit einem kühlen Getränk ausklingen.
be.Well
Studierende der Ruhr-Uni werden dieses Restaurant sicherlich auf dem Schirm haben: Mitten im Uni-Center, unweit des großen Campus, ist das „be.Well“ beheimatet. Um genau zu sein auf der Querenburger Höhe 137. Bei unserem Besuch geht die Welt zwischen Dauerregen und Minusgraden draußen gefühlt unter, umso wärmer werden wir von Besitzer Michael Armbrust und seinem Team empfangen.
Seit mittlerweile acht Jahren ist das Lokal DIE Rettung für hungrige Studis in den Vorlesungspausen und erfreut sich auch über die RUB hinaus großer Beliebtheit. Michaels Großvater, Vater und Bruder waren Bäcker – die Küchenkunst scheint also in den Genen zu liegen.
Er selbst lebt aus Überzeugung vegan, doch sein Motto lautet: Hauptsache lecker! Und das wollen wir natürlich am eigenen Gaumen erfahren. Gemeinsam mit Koch Andreas und Romyna im Service bildet der Gastronom an diesem Tag das Dreiergespann.
Beim Anblick der Karte wird schnell klar: Egal wie stressig die Klausurphase, ob kleiner oder großer Hunger – bei der Vielfalt kommt jeder auf seine Kosten. Der Renner sollen aber die inzwischen 13 unterschiedlichen Burgervarianten sein. Die Patties entstehen aus Kidneybohnen und Haferflocken, das Burger-Bun in zwei Varianten - als Brioche oder Fladenbrot - wird täglich von der Bochumer Bäckerei Löscher frisch geliefert.
Darüber hinaus findet ihr hier auch verschiedene Wraps, Burritos oder sogar einen veganen Dönerteller. Ergänzt wird das Speisenangebot von einem wechselnden Tagesgericht, welches bei uns gegrillte Aubergine mit Minzjoghurt und Curly Fries ist. Darüber hinaus entscheiden wir uns für einen Nacho Burrito mit Potato Wedges und den Ruhrpott-Teller.
Pia hat’s zwischenzeitlich passend gesagt: „Ich könnte mich hier jetzt so durchessen, dann wird das mit dem Sport heute aber nichts mehr.“ Ähnlich gehts mir auch. Als Vegetarier kenne ich die Situation, oftmals im Restaurant nur Beilagen zu finden oder aus Alternativen wählen zu müssen. Aber im „be.Well“ werden Currywurst aus Bio-Seitan, Falafel und Co. zum Main Character. Ihr bekommt hier zwar Fast-Food, aber dafür setzt Michael größtenteils auf eigene Herstellung und verwendet kaum industriell gefertigte Lebensmittel.
Ihr dachtet, das war’s? „Das Beste kommt zum Schluss“ ist in diesem Fall nicht nur eine dahingesagte Redewendung, sondern trifft es auf den Punkt. Schon vorab hatte meine Büronachbarin Monic uns den fluffigen Zitronenkuchen empfohlen. Und sie hat nicht zu viel versprochen. Da soll nochmal jemand sagen backen ohne Milch und Eier geht nicht. Ebenfalls ein Highlight: das French Toast mit Lotus Sauce und Marshmallow Creme. Müsst ihr unbedingt testen!
Von uns soll es das erstmal gewesen sein. Jetzt seid ihr dran und könnt unsere Tipps ausprobieren. Wie auch ich in dieser Blogreihe werdet ihr spätestens dann sicher merken: Teile der Gastroszene Bochums entwickeln sich langsam, aber sicher zu einem Place To Eat ohne tierische Produkte.










