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Drei Ausstellungen bereichern Bochumer Kunstszene

Unsere Heimat, unsere Liebe – 70 Jahre Schlieker – Nachbar_schaf(f)t_Kunst

Mit Unterstützung des Bochum-Fonds bereichern gleich drei spannende Ausstellungen seit dieser Woche die Bochumer Kunstszene: Unter dem Motto „Unsere Heimat, unsere Liebe“ wird in der entwidmeten Lutherkirche Langendreer die NS-Vergangenheit des VfL Bochum aufgearbeitet, am Paracelsusweg werden 70 Jahre Hans-Jürgen Schlieker gewürdigt und im Schaubüdchen im Stadtteil Griesenbruch wird der Nachbarschaft die Möglichkeit gegeben, selbst Kunst zu zeigen.

Der Bochum-Fonds ist eine der Kernaktivitäten der Bochum Strategie, die die Stadtentwicklung bis 2030 fördern will, und wird von Bochum Marketing im Auftrag der Stadt Bochum durchgeführt. Alle, die volljährig sind, können ihre Ideen für ihre Stadtteile einbringen, ob Privatperson, Initiative, gemeinnützige Organisation oder Verein. Die Bürgerprojekte werden mit einer Summe von bis zu 25.000 Euro gefördert. Voraussetzung dafür ist eine Eigenbeteiligung in Höhe von 20 Prozent der Gesamtkosten, die auch in Form von Sach- und Arbeitsleistungen erbracht werden kann. So wurden nun wieder drei neue Projekte umgesetzt.

Nachbar_schaf(f)t_Kunst

Anfang des Jahres ist mit dem Schaubüdchen an der Ursulastraße ein Kunstkiosk im Griesenbruch entstanden. Wo es seit mehreren Monaten Gelegenheiten gibt, Kunst quasi im Vorbeigehen anzusehen, wurden im Oktober die Nachbarn vom Duo „scheinzeitmenschen“ eingeladen, selbst Kunst zu zeigen. Bis zum 17. Oktober sind von außen einige Ausstellungsstücke rund um die Uhr zu sehen, andere Programmpunkte finden zu festen Zeiten statt, die auf den Internetseiten der „scheinzeitmenschen“ veröffentlicht werden, unter www.scheinzeitmenschen.eu. Wer am Büdchen, ab 16 Uhr, vorbeikommt, kann auch mit den Mitwirkenden ins Gespräch kommen und sich mit ihnen über Kunst und die Welt austauschen. Alle Veranstaltungen während der Ausstellungswoche können kostenlos besucht werden. Die Finissage steigt am 17. Oktober um 16 Uhr.

„Unsere Heimat, unsere Liebe“

Noch bis zum 21. Oktober lockt das LutherLAB mit einer Wanderausstellung in die entwidmete Lutherkirche in Langendreer. Unter dem Motto „Unsere Heimat, unsere Liebe“ wird die NS-Vergangenheit der Stadt Bochum im Zusammenhang mit der Gründung des VfL Bochum thematisiert. Unter Koordination des Fanprojekts Bochum wirkten über 20 VfL-Fans bei der inhaltlichen und grafischen Gestaltung mit. Der Besuch von „Unsere Heimat, unsere Liebe“ ist kostenlos, die Öffnungszeiten sind im Internet einsehbar, unter: www.lutherlab.de. Am 14. Und 19. Oktober finden um jeweils 16 Uhr Führungen durch die Ausstellung statt. Am 21. Oktober um 18.48 Uhr steigt die Abschlussveranstaltung.

In der Ausstellung werden geschichtsträchtige Orte in Bochum unter anderem via Verwendung von QR-Codes vorgestellt. Dabei wird zum Beispiel erläutert, warum es sich beim Ruhrstadion um einen Erinnerungsort handelt, wer der letzte Fußballmeister im jüdischen Verband wurde und welches Schicksal die Mitglieder der Meistermannschaft kurz darauf bereits erleiden mussten. Das Herzstück der Ausstellung, drei Messewände in Form des VfL-Logos angeordnet, transferiert die Thematik in die Gegenwart und fordert zur kritischen Auseinandersetzung mit Antisemitismus sowie Rassismus in der heutigen Gesellschaft auf. Hier wird insbesondere der Aspekt der Verbreitung von „Hate Speech“ und „Fake News“ über das Internet fokussiert.

70 Jahre Schlieker in Bochum Im Rahmen des Stadtjubiläums lädt das Schlieker Haus zu einer Ausstellung mit zahlreichen Bildern des Malers Hans-Jürgen Schlieker ein. Seit 2005 werden im ehemaligen Atelier- und Wohnhaus des Bochumer Malers Elemente seiner Arbeit in wechselnden Ausstellungen gezeigt. Schlieker gehörte zu den bedeutendsten informellen Malern Deutschlands. Vor 70 Jahren begann sein Weg in Bochum. Seine Werke aus dieser Anfangszeit finden sich in der neuen Ausstellung „700 Jahre Bochum – 70 Jahre Schlieker in Bochum“ genauso wieder wie die Arbeiten seiner letzten Schaffensjahre. Die Ausstellung kann bis zum 12. Dezember kostenlos besucht werden, am 31. Oktober um 12 Uhr findet zudem ein Konzert mit Jiwon Kim und Peter Ernst statt (Anmeldung erforderlich, unter: kontakt(at)schlieker-haus.de).

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