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Das Programm der Ruhrtriennale 2021

Erste Spielzeit der Intendantin und Regisseurin Barbara Frey

Vom 14. August bis 25. September feiert das jährliche Festival der Künste an neun Spielorten in den Städten Bochum, Duisburg, Essen und Gladbeck ein Programm an den Schnittstellen von Musiktheater, Konzert, Schauspiel, Tanz, Performance, Installation, Literatur und Dialog. Die diesjährige Ruhrtriennale ist die erste unter der Intendanz der Schweizer Theaterregisseurin Barbara Frey.

Zu den Programmakzenten der Ruhrtriennale 2021 zählen künstlerische Statements im Musiktheater sowie im Schauspiel etwa während des Eröffnungs-Wochenendes am 14. und 15. August. Mit dem Musiktheater „Bählamms Fest“ kreiert die Komponistin Olga Neuwirth einen irrealen visuellen und musikalischen Grenzgang gemeinsam mit einer Vielzahl von Verbündeten, darunter das Ensemble Modern. Für das Auflösen von ästhetischen Grenzen steht exemplarisch die Zusammenkunft von drei Großen in der Kunst, der Komponist Michael Wertmüller, der Maler Albert Oehlen und der Schriftsteller Rainald Goetz, in der Uraufführung des Musiktheaters „D • I • E“.

Barbara Frey stellt sich zur Festival-Eröffnung mit der Uraufführung einer Schauspiel-Kreation vor. Gemeinsam mit einem achtköpfigen Ensemble lädt sie das Publikum zu ihrer Sicht auf den Gedankenkosmos von Edgar Allan Poes „Der Untergang des Hauses Usher“ ein – eigens für den monumentalen Raum der Maschinenhalle Zweckel in Gladbeck erdacht. Weitere Möglichkeiten, Barbara Frey als Regisseurin zu erleben: mit der Deutschen Erstaufführung ihrer Inszenierung von „Die Toten“ und dem Konzert „Spettro“ des Schlagzeugers Fritz Hauser im Rahmen der Ruhrtriennale-Kultreihe Maschinen- HausMusik, die 2021 in der Duisburger Gebläsehalle stattfindet.

Der jüngste Wurf der Choreografin und Extrem-Performerin Florentina Holzinger „A Divine Comedy“ widmet sich Fragen nach einer möglichen Spiritualität im 21. Jahrhundert. Ihr Ausgangspunkt: die Jenseitsreiche aus Dantes „Göttlicher Komödie“. Intimere installative Arbeiten stammen von der Choreografin Mette Ingvartsen sowie dem Künstler Mats Staub, der sich mit „21 – Erinnerungen ans Erwachsenwerden“ in einer generationsübergreifenden Sammlung den Geschichten von 200 Menschen, u.a. auch aus dem Ruhrgebiet, widmet.

Verheißungsvoll ist das umfangreiche Konzertprogramm, etwa mit „Stil ist Gewalttat“, in dem der utopische Umgang der Komponistin Patricia Alessandrini mit der Musik von Luciano Berio, Claude Debussy und Arnold Schönberg erlebbar wird. Die Bochumer Symphoniker präsentieren mit ihrem Programm „Visionary Architects“ unter Leitung ihres neuen Generalmusikdirektors Tung-Chieh Chuang Musik von Komponist:innen großer Klanggebäude.

Die Junge Triennale wendet sich mit zwei Gastspielen an ein junges Publikum, ergänzt durch das Projekt „Teens in the House“, das Jugendliche zu Erkundungen, Interventionen und Dialog einlädt. Eine Lese- und Dialogreihe unter Leitung des Schweizer Dramatikers, Romanciers und Essayisten Lukas Bärfuss stellt gemeinsam mit Wissenschaftler:innen und Schauspieler:innen, darunter Fritzi Haberlandt und Corinna Harfouch, Fragen nach der Natur des Menschen.

Auch das: Jenseits der Hallen, kostenfrei, rund um die Uhr, per Straßenbahn, Regionalexpress, Fahrrad oder zu Fuß, allein oder gemeinschaftlich laden lokale Kunstschaffende dazu ein, die Wege zwischen den Spielorten der Ruhrtriennale in Bochum, Duisburg, Essen und Gelsenkirchen zu erleben.

Anfang und Abschluss setzt die Musik: Die Ruhrtriennale eröffnet kurz vor Sonnenaufgang mit einem Konzert im Morgengrauen und einem anschließenden gemeinsamen Frühstück an der Maschinenhalle Zweckel in Gladbeck. Den Abschluss macht eine lange Nacht herausragender Kompositionen am 25. September in der Jahrhunderthalle Bochum.

Barbara Frey befragt gemeinsam mit ihrem Team gegenwärtige Bruchlinien, verunsicherte historische Konstruktionen von Identität, kollektive und individuelle Erinnerungsprozesse und das komplexe Verhältnis des Menschen zur Natur. Die Festivalmachenden freuen sich auf ein intensives Live-Erlebnis: mit der Vielzahl von Inszenierungen, die neu in der monumentalen Industriearchitektur des Ruhrgebiets entstehen, mit großer Neugier auf die in der Region lebenden Menschen und ihre Geschichten sowie mit der Einladung, an ausgewählten Tagen einen Parcours mit bis zu fünf Veranstaltungen hintereinander zu besuchen.

Digitale Audio- und Videoformate, u.a. in Zusammenarbeit mit dem ARD Radiofestival und Kulturradio WDR 3 im Rahmen der WDR 3 Kulturpartnerschaft, ergänzen das Programm.

Geplant sind 37 Produktionen und Projekte, darunter elf Eigen- und Koproduktionen. Mit acht Uraufführungen, fünf Deutschen Erstaufführungen sowie vier Übernahmen aus dem Programm der Ruhrtriennale 2020 lädt das international ausgerichtete Festival sein Publikum zu verschiedensten künstlerischen Erfahrungen ein.

Vor dem Hintergrund aktueller und zu erwartender behördlicher Vorgaben plant das Festivalteam mit reduzierten Platzkapazitäten. Ein umfangreiches Hygiene- und Infektionsschutzkonzept wurde gemeinsam mit Expert:innen aus Medizin und Hygiene erarbeitet – stets im verantwortungsvollen Umgang mit der Gesundheit sowohl des Publikums als auch aller an der Ruhrtriennale Beteiligter. Alles unter www.ruhrtriennale.de.

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