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Bochum wird noch bunter: Graffitikunst-Projekte im öffentlichen Raum

Statt Pinsel nutzt er Spraydosen, seine Leinwand sind Hauswände, Bauzäune oder U-Bahn-Schächte.

Denis Klatt (44) ist Graffiti-Künstler und seit 28 Jahren in der Graffitikunstszene aktiv. Spezialisiert ist er auf fotorealistische Graffitikunst und seine Werke sind in Bochum, aber auch bei der Formel 1 zu sehen. Jetzt arbeitet er an einem großflächigen Werk in der U-Bahnstation Bermuda3Eck / Musikforum mitten in der Bochumer Innenstadt. Violinen, Klavier, Wale und Wasser auf der einen Seite, warme Farben und Feiernde auf der anderen. Ein facettenreiches Mural – eine moderne Wandmalerei.  
Ende April startete das Projekt am U-Bahnhof. Der belebte Bahnhof soll neugestaltet und verschönert werden – weg vom Stil der 1970er Jahre. Durch die Neugestaltung der Verteilerebene soll auch das Sicherheitsgefühl der Passagiere erhöht werden. Nun ist die erste Verteilerebene pünktlich zu Bochum-Total fertig.  Oberbürgermeister Thomas Eiskirch hat am Mittwoch, 6. Juli, die großformatige Arbeit gemeinsam mit Denis Klatt vorgestellt. Sie ist Teil der neuen Kernaktivität „Hin und weg – Graffitikunst statt Schmierereien“ der Bochum Strategie zur Verschönerung des Stadtbilds. „Graffitis brauchen ihren Raum und sollen ihn in Bochum bekommen. Wir wollen Graffiti-Kunst im öffentlichen Raum fördern und gleichzeitig Schmierereien unterbinden“, sagt Oberbürgermeister Thomas Eiskirch. Um Schmierereien schnell und umweltschonend zu entfernen, nutzt die Stadt die Reinigungsmaschine „Torbo“. Damit ist ein nahezu staubfreies und effektives Sandstrahlen möglich, die Fassaden werden nicht angegriffen.
Dominik Kluba ist Leiter der Projektgruppe der Kernaktivität: „Wir werden geeignete Flächen im gesamten Stadtgebiet suchen und Graffiti-Projekte sowohl in Kooperation mit städtischen Konzerntöchtern als auch mit externen Partnern wie Straßen.NRW oder der Autobahn GmbH voranbringen.“ Geplant sind Großprojekte wie am U-Bahnhof, aber auch kleinere Formate wie Verteilerkästen oder Toilettenhäuschen. Gute Beispiele gibt es bereits: So entstanden an der Kronenstraße/ Viktoriastraße, an der Universitätsstraße, am KAP oder in der Unterführung Poststraße bereits Graffitis.
BOGESTRA-Vorstand Andreas Kerber: „Die Haltestelle ist der erste Eindruck, den unsere Fahrgäste von der BOGESTRA gewinnen. Mit einem attraktiven Erscheinungsbild wollen wir schon hier ein positives Gefühl vermitteln und zusätzlich unseren Teil zur Verschönerung des Stadtbildes beitragen.“ Die Haltestelle ist ohne Einschränkungen nutzbar. Nach Bochum Total wird dann die zweite Verteilerebene ebenfalls von Denis Klatt gestaltet. Mitte September wird das Großbild fertiggestellt sein.
Die Kernaktivität „Hin und weg – Graffitikunst statt Schmierereien“ ist die erste von insgesamt 13 neuen Kernaktivitäten der Bochum Strategie, die momentan an den Start gehen.


Zum Hintergrund:
Unter Graffiti versteht man auf Mauern, Wandflächen und Ähnliches häufig anonym eingeritzte, aufgekritzelte, aufgezeichnete oder gesprayte Texte und graphische Elemente. Da sich der Begriff aus dem Italienischen ableitet, handelt es sich bei dem Begriff Graffiti um die Pluralform. Ein einzelnes Bild wird als Graffito bezeichnet. Der Begriff „Mural“ bezeichnet ein Wandgemälde. Seit vielen Jahren prägen Graffiti ebenso wie Imbissbuden, Werbeplakate oder Straßenbegleitgrün das Bochumer Stadtbild. Doch anders als die übrigen Objekte sind Graffiti meist ungewollt und damit illegal. Wichtig ist, das Thema von allen Seiten zu beleuchten, um den Interessen der Geschädigten und der Sprayer gerecht zu werden. Ziel soll sein, das legale Sprayen zu fördern und Vandalismus zu vermeiden.
Hier gibt es eine Übersicht über alle Freiflächen für Graffiti in Bochum. Auf ihnen können Sprayerinnen und Sprayer legal ihrer Kreativität freien Lauf lassen:

https://www.bochum.de/Ordnungs--und-Veterinaeramt/Graffiti/Praevention/Sprayer/Freiflaechen

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