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10-Punkte-Programm für Bochum

Impulse für Handel und Gastronomie

Die seit Mitte März geltenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens durch die Corona Pandemie sind umfangreich. Die bestehenden Kontaktverbote wirken sich unmittelbar auf den Alltag der Bürgerinnen und Bürger aus und treffen auch den Handel und die Gastronomie in unserer Stadt hart. Deshalb unterstützen die DEHOGA, die IHK Mittleres Ruhrgebiet, der Einzelhandelsverband, die IBO und die ISG Bermuda3Eck gemeinsam mit der Stadt Bochum, der Bochum Wirtschaftsentwicklung und der Bochum Marketing GmbH mit einem 10-Punkte-Programm die wirtschaftliche Entwicklung von Gastronomie, Handel und Wirtschaft und stellen dafür insgesamt mehr als zwei Millionen Euro zur Verfügung. 

Oberbürgermeister Thomas Eiskirch, Ralf Meyer, Geschäftsführer der Bochum Wirtschaftsentwicklung, Mario Schiefelbein, Geschäftsführer der Bochum Marketing GmbH sowie IHK-Hauptgeschäftsführer Erik Weik stellten heute (11. Mai) das umfangreiche Programm vor.

„Wir müssen jetzt und auf Strecke etwas dafür tun, damit man in Bochum gut ausgehen und einkaufen kann. Wir wollen Vielfalt erhalten. Mit dem 10-Punkte Programm hat die Stadt Bochum insbesondere den Einzelhandel und die Gastronomie im Blick. Es entfaltet aber auch Wirkungen auf den Wirtschaftsstandort als Ganzes“, so Oberbürgermeister Thomas Eiskirch. „Ein besonderer Fokus liege dabei auf der Innenstadt, so Eiskirch. Die Maßnahmen sollen Impulse setzen, um das Vertrauen in den Standort zu stärken und Anreize für eine Wiederbelebung schaffen. 

„Mit unserem Aktions-Bündel unterstützen wir Einzelhandel und Gastronomie und geben den Kundinnen und Kunden einen Anreiz, der Situation angepasst die Innenstadt zu besuchen“, so Ralf Meyer, Geschäftsführer der Bochum Wirtschaftsentwicklung.

„In diesen Zeiten ist es essenziell, Solidarität durch diszipliniertes Verhalten ausdrücken“, ergänzt BOMA-Geschäftsführer Mario Schiefelbein. „Genauso wichtig ist es aber auch, die Vorfreude auf die Zeit danach zu kommunizieren. Unsere Kampagne soll dieses Ansinnen in geeigneter Weise unterstützen.“

IHK-Hauptgeschäftsführer Eric Weik: „Hier, wo das WIR noch zählt“ ist ein toller Slogan – aber das darin steckende besondere Bochum-Gefühl muss mehr sein als nur ein Spruch. Für mich ist das Selbstverpflichtung. Für mich ist das Anspruch an uns alle. Die Folgen der Pandemie sind schlimmer als befürchtet, der Handel hat 70 Prozent weniger Umsatz als vor einem Jahr, viele Geschäfte und Kneipen, die uns bislang lieb und wert waren, werden die Krise nicht überleben. Wenn wir alle etwas für Bochum, für unsere lebendige Innenstadt, für unsere Vielfalt tun wollen, dann müssen wir im Sinne Bochums handeln: hier einkaufen, hier ins Restaurant gehen, hier die Innenstadt beleben – hier zeigen, dass in Bochum tatsächlich noch das WIR zählt. Für unsere Stadt. Für uns.“

www.wodaswirnochzaehlt.de

So sieht das 10-Punkte-Programm aus:

 

1. „Wir sind Bochum“
„Wir sind Bochum“ ist das digitale Schaufenster der lokalen Händler, Gastronomen und Dienstleiter, die ihre Produkte, Speisen und Angebote sowohl den Bochumer Bürgern als auch Interessierten aus dem gesamten Bundesgebiet online präsentieren. Als voll funktionsfähiger Online-Marktplatz können Käufe abgewickelt, die Art der Zustellung vereinbart und die Click-und-Collect-Funktion zur Abholung im Geschäft genutzt werden. Rund zwei Dutzend Teilnehmer nutzen die Plattform, die als ein vom Land Nordrhein-Westfalen gefördertes Projekt von Bochum Marketing aufgebaut wurde und seit dem zurückliegenden Jahr erfolgreich betrieben wird. 

Als nächste Entwicklungsstufe der Online-Plattform wird derzeit die BOnus-App von „Wir sind Bochum“ entwickelt, mit deren Hilfe lokale Loyalität belohnt wird, indem sie Rückvergütungen für Offline-Käufe ermöglicht und mit starken Partnern attraktive Möglichkeiten zum Einlösen der gesammelten Bonuspunkte schafft. Dazu sollen neben Handel und Gastronomie unter anderem der öffentliche Nahverkehr und das innerstädtische Parkangebot gehören. Das von Bochum Marketing betreute Projekt wird zwei Jahre vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert.

Ziel ist, das digitale Stadtfenster sowohl im Hinblick auf die Anzahl der Teilnehmenden, wie auf den Umfang der Nutzung durch Kunden auszubauen. Die Stadt Bochum unterstützt das Angebot der lokalen Akteure und übernimmt für bis zu 200 Teilnehmer (bisherige und neue) des Onlineshops 50 Euro der monatlichen Beiträge von Juni bis Dezember. 

 

2.        Mobilitätspaket

2.1. „Dein Parkschein geht aufs WiR“
Die Aktion ist so einfach wie genial: Kundinnen und Kunden, die mit dem Auto in einem Parkhaus der Bochum Wirtschaftsentwicklung parken und in der Bochumer City mindestens 10 Euro umsetzen, bekommen die Parkgebühren in den ersten drei Stunden erlassen. Das Parkticket wird dazu entweder vom Händler oder aber an einer der Entwertungsstellen freigestempelt. Anlaufstellen sind das Glascafé auf dem Husemannplatz, die Geschäftsstelle von Bochum Marketing an der Huestraße sowie die Garagenwarte in den Parkhäusern P5 Brückstraße und P8 Konrad-Adenauer-Platz im Bermuda3Eck. Die Aktion läuft vom 11. Mai bis zum 30. Juni. In den Monaten Juli und August ist dann das Parken eine Stunde kostenlos. 

 

2.2. Fahrradwäsche auf dem Husemannplatz
Besonderes Bonbon für alle, die mit dem Fahrrad statt mit dem Auto in die Innenstadt kommen: Sie können sich gegen Vorlage des Kassenbons in Höhe von mindestens 10 Euro eine kostenlose Fahrradwäsche gönnen. Die Waschanlage steht ebenfalls auf dem Husemannplatz. Denn auch „Deine Fahrradwäsche geht aufs WiR“.

 

2.3. Freie Nutzung von Bus und Bahn an vier Samstagen von Oktober bis Dezember

In der ersten Phase der Lockerungen wird der Schwerpunkt auf die Reduzierung von Parkgebühren von PKW gelegt (s.o.), da dies den erhöhten Hygieneanforderungen besser gerecht wird. In einer weiteren Phase der Lockerungen kann eine weitere Unterstützung des Handels und der Gastronomie mit der kostenlosen Nutzung des ÖPNV erfolgen. Hierzu werden von Oktober bis Dezember insgesamt an vier Samstagen die kostenfreie Nutzung des ÖPNV in Bochum angeboten.

 

3. Hygieneberatung Handel
Die Händler, die seit dem 20. April wieder ihre Geschäfte öffnen können, müssen Hygieneregeln beachten und in ihren Läden Vorkehrungen zur Kundensteuerung treffen. Die IHK Mittleres Ruhrgebiet bietet ein aufsuchendes Beratungsangebot an, um den Handel bei der Schaffung von guten und angemessenen Regeln zu unterstützen. 

 

4. Keine Sondernutzungsgebühren für Freisitze in der Gastro in 2020
Bereits im April wurde den Gastronomen im Bermuda Dreieck mitgeteilt, dass für Freisitze für die Zeit der Schließung aufgrund von Corona keine Gebühren erhoben werden. Aufgrund der besonderen Auswirkungen für den Bereich der Gastronomie wird die Stadt insgesamt für das Jahr 2020 auf die Erhebungen von Gebühren für Freisitze im gesamten Stadtgebiet verzichten. Die Regelung wurde auf Antrag der Fraktionen von SPD, CDU, Grünen, UWG/Freie Bürger und FDP/Stadtgestalter im Rat am 30. April beschlossen.

 

5. Bochums Wirtschaft wird digital
Die Corona-Krise hat zahlreiche Bochumer Unternehmen und Selbstständige völlig unvorbereitet getroffen. Viele werden noch Monate brauchen, die Folgen der Krise abzufedern und auszugleichen. Hier setzt Bochum.Wirtschaft.Digital an: mit zahlreichen Angeboten und zur Unterstützung der digitalen Transformation. Am Anfang steht dabei der Business Check: Wo stehen wir gerade im Unternehmen? Wo gibt es Herausforderungen? Was muss dabei bedacht werden? Wo ergeben sich neue Möglichkeiten? Fachexperten beraten Unternehmen und Selbstständige kostenlos im One-on-One-Video, um den Blick nach vorn zu richten. Ergänzt wird diese Beratung durch die schrittweise Erweiterung um weitere Themen und Services wie digitale Tools, digitale Workflows, Webinare zum Home Office, Codingkurse etc. Perspektivisch ist eine Plattform geplant, die den Unternehmen und Selbstständigen die Gelegenheit bietet, sich untereinander auszutauschen und zu diskutieren.

 

6. Marketingfonds City Bochum
Ein gemeinsames Ziel ist der Aufbau eines Fonds, der durch Akteure in der Innenstadt gespeist wird. Für jeden eingebrachten Euro könnte die Stadt zusätzlich 3 Euro oben drauflegen (bis zu einer Obergrenze von 375.000 Euro). Aus diesem Fond werden dann gezielte Marketingmaßnahmen für die Innenstadt für die Zeit nach Corona auf den Weg gebracht.

 

7. Open-Air-Galerie in der Innenstadt
Den Handel wieder anzukurbeln und für erhöhte Frequenz zu sorgen, ohne auf größere Veranstaltungsformate zu setzen, ist ein Drahtseilakt, der durch eine Open-Air-Galerie gelingen kann, die auch noch das Wir-Gefühl steigert. Bochumer Kinder und Erwachsene fotografieren dazu ihre Lieblingskuscheltiere samt Atemschutzmaske in Bochumer Umgebung und laden es samt Namen hier bei uns auf der Webseite unter www.bochum-tourismus.de/kuschel-wir hoch. Die 180 pfiffigsten Bilder werden in der Innenstadt auf 180 Großplanen gezeigt und mit einem Quiz verbunden. Das Logo „Hier, wo das WIR noch zählt“ kommt bei dieser Gelegenheit ebenfalls zum Einsatz. Die Aktion hat zwei Phasen: online Mai/Juni, offline ab zweiter Juni-Hälfte.

 

8. ISEK Innenstadt verstärken
Der Rat der Stadt Bochum hat mit seinen Beschlüssen ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) auf den Weg gebracht. Es enthält wichtige Ansätze und Projekte zur nachhaltigen Weiterentwicklung der Innenstadt. Die Projekte können nur unter der Einbindung von Mitteln der Städtebauförderung des Landes NRW realisiert werden und sollten aufgrund der Auswirkungen der Corona Pandemie mit deutlichem Nachdruck und hoher Priorität umgesetzt werden. Hierzu wird die Stadt Bochum auf das Land NRW zugehen, um eine schnelle und nennenswerte Aufstockung der Städtebauförderungsmittel zu erreichen. Bisher sind insgesamt 900.000 Euro vom Land bewilligt worden.

Die Stadt Bochum wird mit eigenen Mitteln die Umgestaltung des Husemannplatzes sicherstellen und zusätzlich zwei temporäre Spielplätze in der Innenstadt eröffnen.

 

9. Fahrplan Gastro Bochum
Die Gastronomie in Bochum nimmt nicht zuletzt durch das Bermuda Dreieck eine prominente Rolle in unserer Stadt ein. Sie ist Wirtschaftsfaktor, aber auch Ausdruck des besonderen Lebensgefühls in Bochum. Mit einer Resolution hat der Rat am 30. April Bund und Land aufgefordert, Perspektiven für die Gastronomie zu entwickeln, damit für diesen wichtigen Wirtschaftszweig wieder Möglichkeiten aufgezeigt werden können. In der ISG Bermuda Dreieck wurden erste Überlegungen für einen Fahrplan zur Öffnung der Gastro Szene aufgestellt. Die BoWe gestaltet gemeinsam mit Vertretern der ISG, der DeHoGa und weiteren Gastronomen ein Konzept für Bochum, das den Weg zur Wiedereröffnung und den Weiterbetrieb der Gastro-Szene ermöglicht. Die gemeinsame Umsetzung des Konzeptes richtet sich an die ganze Breite der Kneipen- und Gastro-Landschaft in unserer Stadt und wird ständig weiterentwickelt. 

 

10. Bochum – Hier, wo das WIR noch zählt
Unter dem Claim „Hier, wo das WIR noch zählt“ in Anlehnung an den Grönemeyer-Text im Bochum-Lied wurde eine Wort-/Bild-Marke entwickelt. Das Logo wird online als Download zur Verfügung gestellt, um es als Profilbild bei Facebook, WhatsApp etc. bzw. auf einer Website einzusetzen und damit Solidarität zu bekunden. Parallel dazu wird ein Bogen mit Logo-Aufklebern in unterschiedlichen Größen produziert und dem Stadtspiegel in der Samstagsausgabe am 16. Mai beigelegt. Das Logo findet sich auch in einer parallel initiierten Plakatkampagne mit Testimonials von Bochumer Prominenten wieder. Die Testimonials werden mit Menschen aus verschiedenen Bereichen (Pflege, Einzelhandel, Busfahrer etc.) fortgeführt. Der Claim „Bochum – Hier, wo das WIR noch zählt“ fungiert als eigenständiger Kampagnen-Claim für diese und weitere Kommunikationsmaßnahmen. Die Ausgestaltung der weiteren Projekte wird ebenfalls im selben Design geführt. Die Kampagne beinhaltet verschiedenen Werbemedien im Print- und Onlinebereich, Social Media- und Außenwerbung, und läuft zunächst über sechs Wochen.

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