BoMa Stadtmagazin

Der Charme des alten Gebäudes

Der Charme des alten Gebäudes

Gut fünf Jahren lang hatte die Rotunde Bochum als alternativen Veranstaltungsort bereichert, bis sie 2015 aufgrund der zeitlich begrenzten Genehmigung geschlossen wurde. „Das war ein echter Verlust für Bochum“, erinnert sich Ur-Bochumer Sven Nowoczyn.

Er betreibt in unmittelbarer Nachbarschaft zur Rotunde sein Unternehmen im Bereich der Veranstaltungstechnik und Medienproduktionen.

Auf seinem Weg zur Arbeit passiert er die Rotunde. „Meine Frau und ich sahen tagtäglich dieses schöne Gebäude, das jahrelang Herberge für klasse Veranstaltungen war. Wir fanden es einfach viel zu schade, dass dieser Ort für Bochum langfristig wegfallen würde.“ So entstand ein Prozess von gut einem Jahr, in dem sich Sven Nowoczyn und seine Frau Anja-Kristina Schröder mit der Idee anfreundeten, die Rotunde als Kulturort wieder aufblühen zu lassen.

In vielen Gesprächen mit Inhaber Leo Bauer arbeiteten die beiden an ihrem Plan und begannen vor gut einem Jahr mit der Sanierung der Rotunde, die ihren Namen dem Oberlicht in der Empfangshalle zu verdanken hat. „Wir wollen viele Dinge übernehmen, aber auch einige verändern und unsere Ideen mit einbringen“, so der jetzige Geschäftsführer. Wichtig war ihnen vor allem, dass der Reiz des alten Gemäuers bestehen bleibt. „Alle, die während der Bauarbeiten hereinkamen, fragten uns: ‚Ach, habt ihr die Wände gar nicht verputzt? ‘ – Natürlich haben wir das nicht. Gerade das rohe Gebäude sorgt doch für den Charme der Rotunde.“

Im Grunde bestand die Sanierung somit lediglich daraus, die Sicherheit zu gewährleisten und die Infrastruktur von Strom, Luft und Sanitär zu verbessern. Hinter diesen, zwar nach wenig klingenden, Maßnahmen stecke jedoch eine Menge Arbeit. „Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, musste jede Veränderung abgesprochen werden, und sei es nur die Form oder Farbe eines Fensters“, erinnert sich Sven Nowoczyn.

Auch durch das Alter des Gebäudes kamen Probleme und Unvorhersehbarkeiten auf. Denn die Rotunde wurde bereits 1949 im Rahmen des Katholikentags gebaut. Sie war jedoch kein Veranstaltungsort, sondern ein Bahnhof für anreisende Gäste. Das Gebäude wurde bis 1957 als Bahnhof genutzt. Danach diente es der Deutschen Bundesbahn als Schulungsstätte, bis es Mitte der 90er-Jahre dem Verfall preisgegeben wurde. Dies wollten Frank Goosen und Leo Bauer jedoch verhindern und ließen das Gebäude zur kulturellen Spielstätte Rotunde umbauen. „An die Zeit als Bahnhofsgebäude erinnert noch eine Treppe, die zu den Gleisen geführt hat“, weiß Nowoczyn.

Mittlerweile ist die Sanierung der Rotunde abgeschlossen und Leben in das Gebäude zurückgekehrt. Bereits im Juni wurde die Rotunde mit einer Festwoche eröffnet. Über das ganze Jahr verteilt sind verschiedenste Veranstaltungen zu besuchen. „Es wird weiterhin ein breitgefächertes Programm geben, welches sowohl Partys und Konzerte als auch Märkte und Lesungen umfasst“.  Dabei ist den Geschäftsführern vor allem eine gute Mischung aus bekannten und unbekannten Künstlern wichtig. „Wir möchten auch die lokalen Künstler fördern, sodass wir eine Reihe kreiert haben, die Heimspiele heißt.“

Während Nowoczyn und Schröder veranstaltungstechnisch die Tradition der Rotunde fortsetzen, haben die beiden am Aufbau der Rotunde jedoch kleine Änderungen vorgenommen. Die ehemaligen drei Veranstaltungsräume wurden in einen Veranstaltungsraum, der bestuhlt gut 250 Menschen oder stehend 400 fasst, ein Foyer und ein Restaurant umgewandelt. „In unserem Konzept integrieren wir ein Restaurant, welches über eine offene Küche verfügt. Hier möchten wir qualitativ hochwertige Speisen zu niedrigen Preisen mit wöchentlich wechselnder Karte anbieten“, so der Geschäftsführer. Die Eröffnung des Restaurants findet Mitte Oktober statt. Somit dient die Rotunde von nun an sowohl als Anlaufstelle für Feiertüchtige als auch für hungrige Genießer.


ROTUNDE Bochum
Konrad-Adenauer-Platz 3
44787 Bochum
0234 32590111
info@rotunde-bochum.de
www.rotunde-bochum.de



Text: Lea Kazimirowicz
Foto: Andreas Molatta


Dieser Artikel ist in der Oktober-Ausgabe der BOMA erschienen.






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