BoMa Stadtmagazin

Das Paradies hinterm Haus

Am 10. und 11. Juni gibt es wieder die Offenen Gärten

Foto: Bochum Marketing GmbH, Andreas Molatta
Foto: Bochum Marketing GmbH, Andreas Molatta
Foto: Bochum Marketing GmbH, Andreas Molatta

Bochum ist bekanntlich gar nicht mehr so grau vor Arbeit, wie Herbert Grönemeyer es einst besang. Auch wenn dieses Klischee noch in manchem Hinterkopf verankert ist – vor allem bei Nicht-Ruhrgebietlern –, reicht ein kurzer Besuch in Bochum aus, um vom Gegenteil überzeugt zu werden.

Mittlerweile ist die Stadt eine der grünsten Großstädte im ganzen Ruhrgebiet mit zahlreichen Parks und Grünanlagen. Es gibt auch viele unbekannte grüne Oasen im Stadtgebiet, die am 10. und 11. Juni bestaunt werden können.


Offene Gartenpforten

Willst du ein Leben lang glücklich sein, dann leg' einen Garten an – dies besagt bereits ein altes Sprichwort, und dem Rat wird von vielen auch in Bochum nachgegangen. Dabei kann es ab und an geschehen, dass ein Garten zur großen Leidenschaft wird und hinter dem Haus ein Paradies entsteht. Und wenige Tage im Jahr öffnen die Gartenfreunde dann ihre Pforten und laden zum Verweilen ein.

Bereits im Jahr 1927 wurden in England die ersten Gartentüren für Schaulustige geöffnet, und seit gut 85 Jahren gibt es dieses Phänomen auch in Deutschland. Traditionell wird das Eintrittsgeld für einen sozialen Zweck gespendet. Und genau so machen es auch acht Gartenbesitzer in Bochum. Am 10. und 11. Juni 2017, jeweils von 11 bis 18 Uhr, laden sie mit Flächen in der Größe von 50 bis 8.000 qm ein, ihre privaten Gartenkulturen zu erleben und sich Anregungen zu holen, darunter auch die Gärten von Familie Sattler und Familie Niedereichholz.


Familie Sattler

Ein uriges altes Landhaus mit einer parkähnlichen Gartenanlage. Wer das Grundstück von Familie Sattler betritt, fühlt sich, als wäre er mal eben ins idyllische England gereist. Dabei befindet sich das prächtige Gelände mitten im Herzen des Ruhrgebiets. Und Herrin dieses schönen Landhauses mit seinem riesigen Garten ist Christa Sattler, die Initiatorin der Offenen Gartenpforte in Bochum.

So öffnet auch sie einmal im Jahr für ein Wochenende ihre Tore und lädt zu sich ein. Die Idee, die Offene Gartenpforte nach Bochum zu holen, kam ihr bei dem Besuch in einer Nachbarstadt: „Mein Mann und ich waren selbst bei den Offenen Gärten unterwegs, und da dachten wir uns – so etwas können wir in Bochum doch auch.“ Also entschloss sich die Gartenliebhaberin, einen Aufruf zu starten, und nach und nach meldeten sich weitere Gartenbesitzer, die Interesse an einer Teilnahme hatten. Jeder Garten ist dabei etwas Besonderes, und alle sind verschieden.

Vor gut zwölf Jahren starteten die Offenen Gärten in Bochum, bei dem gut 2.000 Personen in den verschiedenen Anlagen unterwegs sind. Früher noch in Gerthe wohnhaft, zeigt Christa Sattler seit nunmehr seit gut sechs Jahren ihr riesiges Grundstück. „Früher waren hier fast nur Wiesen. In den letzten Jahren haben wir viel angepflanzt und erarbeitet.“ Und das war eine Menge Arbeit, denn der Garten umfasst gut 8.000 qm. „Ich werde immer gefragt, wie viele Angestellte ich denn hätte“, lacht Sattler. „Dabei ist das hier eine echte Familiensache.“ Denn in dem Landhaus lebt sie zusammen mit ihrem Mann, ihrer Zwillingsschwester und ihrem Sohn, und „jeder arbeitet so gut er kann im Garten mit.“

Dabei hat Christa Sattler nie etwas mit Natur oder Garten erlernt. „Ich mache das alles aus dem Bauch heraus. So bin ich aufgewachsen und lebe diese Verbundenheit aus.“ Auch ihr Mann ist sehr naturverbunden, und jeder von Ihnen hat seinen besonderen Bereich im Garten: „Mein Faible ist der Kräutergarten, und mein Mann sammelt Farne. So hat jeder sein eigenes kleines Projekt hier.“ Und auch wenn Christa Sattler immer hofft, eines Tages fertig zu werden, weiß sie eigentlich doch genau: Ein Garten entwickelt sich stetig und ein Ende gibt es nie.


Familie Niedereichholz

Das kleine Haus von Familie Niedereichholz mitten in Linden lässt zunächst nicht vermuten, welch schönes Paradies sich dahinter verbirgt. „Oft denken die Leute: Da kann ja nicht viel hinter sein“, weiß Elke Niedereichholz. Wer dann aber durch die Torpforte schreitet, wird eines Besseren belehrt. Der Garten der Familie, der gut 1.600 qm umfasst, begeistert vor allem durch seine Hanglage, die den Garten optisch in verschiedene Ebenen einteilt. Sogar ein Teich ist integriert. Dabei hatte Elke Niedereichholz zunächst gar keinen Bezug zu ihrem Garten: „Ich habe immer zu meinem Mann gesagt: Du und dein Garten.“ Mittlerweile ist die Anlage jedoch zum Hobby beider geworden, sodass das Paar im Sommer den ganzen Tag im Garten verbringt. „Wir brauchen ja allein schon gut zwei Stunden zum Gießen“, lacht die Bochumerin.

Zur Offenen Gartenpforte kamen sie über Bekannte, die berichteten, dass noch Garteninteressierte gesucht wurden. Und da sie selbst gern in andere Gärten gehen, waren sie auch bereit, ihren Garten für andere zu öffnen. Besonders gut an dem Projekt findet Elke Niedereichholz auch die Spendenaktion. „Mich freut es, dass die Eintrittsgelder von 1,50 Euro pro Person pro Garten  anderen zugutekommen.“ So unterstützen sie in diesem Jahr die Aktion MENSCHEN(S)KINDER e. V. mit Sitz in Bochum, die sich für Kinder mit Behinderung einsetzen.


Text: Lea Kazimirowicz


Alle Gärten der Offenen Gartenpforte in Bochum sowie weitere Informationen unter www.offenegaerten-bochum.de


Dieser Artikel ist in der Juni-Ausgabe der BOMA erschienen.


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