James Bond wurde vor 100 Jahren in Wattenscheid geboren

Wat für ein Spion James Bond wurde vor 100 Jahren in Wattenscheid geboren

Der 11. November 2020 ist ein besonderer Tag für Wattenscheid. Das genaue Datum kennen vermutlich nur eingefleischte Fans, aber selbst der „normale“ Wattenscheider Bürger weiß mittlerweile, dass James Bond, der Geheimagent im Dienste Ihrer Majestät, in Wattenscheid das Licht der Welt erblickte. 100 Jahre ist das her, zumindest ist das so nachzulesen in der 1973 erschienenen autorisierten Biographie über 007, die John Pearson, ein ehemaliger Arbeitskollege und Freund von Ian Fleming, verfasst hat.

Demnach war James´ Vater Andrew Bond als Mitglied der alliierten Besatzungsbehörde im Ruhrgebiet im Einsatz, um nach dem Ersten Weltkrieg den Krupp-Konzern zu zerschlagen. Seine Frau, die Schweizerin Monique, wollte ihren Sohn eigentlich in England zur Welt bringen, aber ein Streik der Eisenbahner verhinderte die Abreise, und somit ist James Bond gebürtiger Deutscher. Die Zerschlagung von Krupp sowie der Streik sind reine Erfindungen des Autors, aber daran, dass James Bond aus Wattenscheid kommt, besteht kein Zweifel. Lokale Experten gehen davon aus, dass er in der Villa Baare die ersten Lebensjahre verbracht hat, denn in der Biographie ist von einem großen Anwesen die Rede mit viel Personal sowie jeder Menge Hunde und Pferde. Etwa vier Jahre wohnte der kleine James in Wattenscheid und lebte seine damals schon wilde Seite aus.

So viel zur Geschichte. Natürlich ahnte damals noch niemand, dass James später mal große Berühmtheit erlangen und seine Abenteuer die Kinoleinwände erobern würden. Und weil das so ist, wird natürlich der runde Geburtstag in diesem Jahr gebührend gefeiert!

 

 

 

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Nein, es handelt sich nicht um einen Schreibfehler. Es geht hier um ein kühles Blondes, denn James Bond hat sein eigenes Wattenscheider Bier. Und das ist ein bekömmliches und süffiges Ale, das es als „James Blond“ in der hellen und als „James Dunkelblond“ in der dunklen Variante gibt. Kreiert hat das Bier Gerhard Ruhmann aus Hordel, der als Biermacher 20 Jahre bei Hövels in Dortmund tätig war und seit seiner Pensionierung als Gästeführer im Dortmunder Brauerei-Museum arbeitet und auch Bierbrau-Seminare
sowie Bier-Tastings anbietet.

Bei einem dieser Seminare Anfang 2019 im Haus Wiesmann in Wattenscheid waren drei spätere Mitglieder der Initiative „Mittendrin“ dabei, die traurig waren, dass es kein Wattenscheider Bier gab. Das sollte sich ändern, und Ende 2019 gab es bereits einen James-Bond-Abend in Wattenscheid, bei dem das Ale so gut ankam, dass es am selben Abend noch ausverkauft war. Zum runden Geburtstag wird das Bier noch einmal im größeren Stil gebraut und ist dann auch in der Touristinfo Bochum in der Huestraße 9 als Einzelflasche oder als 4er-Set erhältlich. Somit sind Nikolaus- oder Weihnachtsgeschenk schon mal gesichert. Es wird im Haus Wiesmann an der Hochstraße 65 auch in Zukunft weitere Bier-Tastings geben: Am 6. November zum Thema James Blond und am 4. Dezember mit Weihnachtsbieren. Und die mobile Brauanlage von Gerhard Ruhmann wird als Lern- und Kreativbrauerei aber auch für zukünftige Brauseminare einen permanenten Standort am Haus Wiesmann haben. In der ehemaligen Kneipe finden übrigens nicht nur bierbezogene Events statt. Sie wird vom neugegründeten Verein WatWerk mit Leben gefüllt und steht als „multifunktionaler Möglichkeitsraum“ für die unterschiedlichsten Veranstaltungen zur Verfügung.

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Eine dieser Veranstaltungen wird im Rahmen des James-Bond-Geburtstags stattfinden. Vom 31. Oktober bis zum 15. November werden im Haus Wiesmann etwa 60 Originalrequisiten der James-Bond-Filme aus der Sammlung von Chris Distin ausgestellt. Der gebürtige Brite, der seit 1989 in der Nähe von Hannover lebt, gilt als Bond-Experte und hat bereits rund 600 Exponate aus den Bond-Filmen gesammelt, von denen einige sogar als Dauerausstellung im Deutschen Spionagemuseum in Berlin zu sehen sind. In Wattenscheid werden unter anderem James Bonds Ortungschip aus „Casino Royale“, der Drachenflieger aus „Leben und Sterben lassen“, der Krakenring aus „Spectre“ sowie das Polizei-Motorrad aus der Verfolgungsjagd durch Istanbul in „Skyfall“ zu sehen sein. Ergänzt wird die Ausstellung durch über 100 weitere Exponate aus den privaten Sammlungen des Bond Clubs Wattenscheid e. V., der sich eigens zum Bond-Geburtstag vor ein paar Monaten gegründet hat und auch die Ausstellung im Haus Wiesmann organisiert. Die Ausstellung ist samstags und sonntags von 12 bis 17 Uhr geöffnet und in der Woche nur für Gruppen auf Anfrage. Im Vorfeld ist eine Anmeldung mit Zeitangabe erforderlich über die Website des Bond Clubs (siehe unten). Die Anmeldepflicht gilt auch für alle weiteren Events.

Doch die Ausstellung ist nicht das Einzige, was der Bond Club im Rahmen der Geburtstagsfeierlichkeiten auf die Beine stellt. So wird es zwei Filmvorführungen in der Stadthalle Wattenscheid geben in Kooperation mit dem Märkischen Kino. Am Mittwoch, 4. November, wird „007 jagt Dr. No“ und am Donnerstag, 5. November, wird „Goldfinger“ gezeigt. Am Geburtstag selber wird Dr. Metin Tolan im Baseburger im Gertrudiscenter einen kurzweiligen Vortrag über die Physik in den James-Bond-Filmen halten. Die Veranstaltungen starten alle um 19:07 Uhr und sind kostenfrei. Am Samstag, 14. November, gibt es tagsüber dann einige kleinere Events im Haus Wiesmann, unter anderem eine Lesung und Signierstunde mit dem Buchautor und Bond-Experten Danny Morgenstern, bevor es abends um 19:07 Uhr im Baseburger ein großes Bond-Event gibt mit Quiz sowie Pleiten, Pech und Pannen. Auch diese Veranstaltungen kosten keinen Eintritt. Möglich wird dies durch die Mittel aus dem Stadtteilverfügungsfonds Wattenscheid sowie durch Spenden und die ehrenamtliche Mitarbeit der Bond-Club-Mitglieder.

Die Ausstellung und Veranstaltungen können coronabedingt nun leider nicht stattfinden! Dies war zum Redaktionsschluss noch nicht bekannt.

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Auch die 2019 gegründete Initiative „Mittendrin“ hat die Wattenscheider Herkunft James Bonds mit einem Augenzwinkern zum Anlass genommen, eine ganz besondere Ausstellung zur Kindheit des Agenten in den 1920er-Jahren zu konzipieren. Im Veranstaltungsraum an der Bochumer Straße 46 finden sich jede Menge Artefakte, die so oder so ähnlich alle von James Bond stammen (könnten). Alle Ausstellungsstücke wurden von Nachbarn und Mitgliedern der Initiative zur Verfügung gestellt. Neben Fotos und Briefmarkensammlungen sind zum Beispiel auch typische Schreibgeräte oder die Skier von Monique Bond zu sehen.

Da die Räume allerdings auch für Veranstaltungen genutzt werden, ist man vom klassischen Ausstellungskonzept abgewichen und hat, besonders die größeren Objekte, schwebend unter der Zimmerdecke arrangiert. So gibt es für den Betrachter immer wieder, je nach Blickwinkel, Neues zu entdecken. Erlebbar ist die Ausstellung der Initiative „Mittendrin“ nur im Rahmen von Veranstaltungen. In der Regel ist ein Ansprechpartner präsent, der Auskunft zur Ausstellung geben kann oder auch kleine Führungen macht. Momentan ist auch hier natürlich alles anders. So kann die Bürgerinitiative, die sich zur Aufgabe gemacht hat, Wattenscheid kulturell zu beleben, den kleinen Raum erst wieder bespielen, wenn dies ohne Einschränkungen möglich ist. Zum Glück steht mit dem Haus Wiesmann ein weiterer Veranstaltungsraum zur Verfügung.

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Am 11. November lohnt sich übrigens ein Besuch der Wattenscheider Innenstadt. Ab 16 Uhr kann man James Bond im Baseburger im Gertrudiscenter ganz nah kommen (natürlich nur mit dem gebührenden Abstand), denn man kann sich mit einem Double von Daniel Craig an der schicken Bar des Restaurants fotografieren lassen. Das Foto wird im Nachgang digital zur Verfügung gestellt, sodass coole Posts bei Facebook oder Instagram möglich sind. Das ist dann vielleicht „Ein Quantum Trost“ dafür, dass der Kinostart des 25. James-Bond-Abenteuers auf 2021 verlegt wurde, und wir somit nicht die Möglichkeit haben, den Geburtstag des Agenten sowie dessen 25. Kinoabenteuer an zwei aufeinanderfolgenden Tagen zelebrieren zu können.

Die Fotoaktion kann coronabedingt nun leider nicht stattfinden! Dies war zum Redaktionsschluss noch nicht bekannt.

 

Bettina Kersting, Lea Hansen-Zimmermann

Dieser Artikel ist in der BOMA-Ausgabe November 2020 erschienen.

Adresse

Infos und Anmeldungen zu den Veranstaltungen des Bond Clubs Wattenscheid unter
www.bond-club.de


Infos und Anmeldungen zu den Veranstaltungen im Haus Wiesmann unter
www.haus-wiesmann.de

 

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