Die erste Bahn ihrer Art: 60 Jahre Bowling Treff

Volkssport aus Übersee Die erste Bahn ihrer Art: 60 Jahre Bochumer Bowling Treff

Auch in Deutschland ist fast jedem der amerikanische Volkssport Bowling ein Begriff. Hervorgegangen ist das Bowling aus dem traditionellen Kegeln, als der Sport im 19. Jahrhundert mit Einwanderern aus Deutschland und den Niederlanden in die USA kam. Weil es dort oft zu Glücksspiel und gewalttätigen Auseinandersetzungen beim Spiel kam, wurde das klassische Kegeln schnell vielerorts verboten. Um das Gesetz zu umgehen, wurden einige grundlegende Eigenarten des Kegelns geändert, und das Bowling war geboren. Beim Bowling zum Beispiel werden zehn statt neun Pins aufgestellt, die Bahn wird auf den ersten Zweidritteln geölt, und die Kugeln verfügen über drei Löcher für Daumen, Mittel- und Ringfinger.

Die deutsche Erfolgsgeschichte des Bowlings nahm vor ziemlich genau 60 Jahren in Bochum ihren Lauf. Nachdem das Gebäude der ehemaligen Reithalle Tattersall nach dem Zweiten Weltkrieg zeitweise für Konzerte und als Kino genutzt worden war, wurde hier im Oktober 1960 unter dem Blitzlichtgewitter der Presse die erste öffentliche Bowlingbahn Deutschlands eröffnet. Eigens dafür war Willy Millowitsch eingeladen und durfte die erste Kugel werfen. Seitdem hat sich auf der Bowlingbahn, dem Bochumer Bowling Treff, einiges getan.
Technisch befindet sich die Bowlinganlage mit den insgesamt zehn Bahnen auf dem allerneuesten Stand. Als erste deutsche Anlage verfügt der Bochumer Bowling Treff über ein Bowling Entertainment System. Zudem sind alle Bahnen mit automatischen Bumpern ausgestattet – einer hochfahrenden Bande, die besonders beim Spiel mit Kindern gerne genutzt werden. „Wir haben die Zeit, in der wir wegen Corona geschlossen hatten, sinnvoll genutzt und alle Bahnen erneuern lassen, die Sitzbereiche und die Küche neu eingerichtet. So ist die gesamte Anlage jetzt technisch auf dem absolut neuesten Stand und insgesamt modernisiert worden“, erzählt Christina Kays, Geschäftsführerin des Bowling Treffs.
Christina Kays kennt sich mit den Veränderungen, die sich im Laufe der Jahre auf der Bowlinganlage ereignet haben, bestens aus. Denn ihr Vater, Michael Kays, hat 1980 den Bowling Treff übernommen. Schon vorher hat sich der gelernte Fernseh- und Radiotechniker für das Bowling begeistert und sich um die empfindliche Technik der Bahnen gekümmert. Als die vorherigen Betreiber eine Nachfolge suchten, hat Michael Kays die Gelegenheit beim Schopf ergriffen und betreibt die Bowlinganlage seitdem gemeinsam mit seiner Frau.

 

 

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Als zum Beispiel 1988 der Starlight Express nach Bochum kam, war der Bowling Treff für einige der Darsteller so etwas wie ein zweites Zuhause, und viele Abende fanden hier nach den Musicalvorstellungen einen fröhlichen Ausklang. Dadurch dass auch Christina Kays jetzt als zweite Geschäftsführerin tätig ist, ist der Bochumer Bowling Treff mittlerweile ein richtiges Familienunternehmen. „Das war gar nicht so geplant“, bemerkt Christina Kays, „ich hatte nicht direkt den Wunsch, dass ich die Bahn mal übernehme. Eigentlich habe ich Raum- und Objektentwicklung studiert. Es hat sich dann aber einfach so ergeben, dass ich doch mit in das Geschäft eingestiegen bin. Ich habe dann hier noch eine Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau gemacht.“
Etwas Besseres hätte wahrscheinlich gar nicht passieren können, denn Christina Kays ist auf der Bowlingbahn aufgewachsen und kennt sich dort auch entsprechend gut aus. Über sich selbst sagt sie zwar, dass sie nicht besonders gut bowlen kann, dafür dass sie immerhin mit dem Sport groß geworden ist. Sie engagiert sich aber mit unglaublich viel Leidenschaft und Herzblut für „ihren“ Bochumer Bowling Treff und den Volkssport aus Übersee.

 

Lea Hansen

Dieser Artikel ist in der BOMA-Ausgabe Oktober 2020 erschienen.

Bochumer Bowling Treff

Herner Str. 36
44787 Bochum
T 0234 14071

www.bobt.de

Rund um die Uhr im Bermud3Eck In Bochums Ausgehviertel reihen sich Restaurants, Bars, Imbisse und Cafés aneinader.

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