Kostenlose Äpfel für alle auf Bochumer Obstwiesen

Vitaminbombe mit Superkraft Kostenlose Äpfel für alle auf Bochumer Obstwiesen

„An apple a day keeps the doctor away!“ Das Sprichwort hat wohl jeder schon einmal gehört. Tatsächlich sind Äpfel sehr gesund. Sie sollen die Gedächtnisleistung verbessern, die Verdauung fördern und enthalten viele Vitamine. Dazu gehören Vitamin A, B1, B2, B6 E und Vitamin C. Das Obst ist also eine richtige Vitaminbombe. Ob rot oder grün, süß oder sauer – die Auswahl ist groß. Alleine in Deutschland gibt es bis zu 1.000 verschiedene Sorten. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei. So ist es auch keine Überraschung, dass der Apfel das Lieblingsobst der Deutschen ist.

Äpfel auf dem Bochumer Wochenmarkt
Die Popularität des Apfels bemerken auch die Obst- und Gemüsehändler auf dem Bochumer Wochenmarkt. „Vor allem im Herbst und Winter gehören Äpfel zu den beliebtesten Obstsorten auf dem Markt“, weiß Markthändler Wilhelm Weitz, der mit seinem Obst- und Gemüsestand jeden Mittwoch und Samstag auf dem Wochenmarkt am Buddenbergplatz steht. Auch im Sommer gehören sie neben Kirschen und Erdbeeren zu den Favoriten der Kunden. Am Ende eines Markttages seien sie fast immer ausverkauft.
Die Apfelsaison fängt in der Regel Anfang August an. In diesem Jahr startete sie aber bereits etwas früher, weil es so warm war. Die Ernte der sogenannten Augustäpfel sei daher bereits im August zu Ende gewesen. In den ersten Augustwochen haben die Apfelbauern begonnen, die Sorten Elstar, Wellant und Sanatan zu ernten. „Das sind alles unbehandelte Äpfel aus der Region. Wir beziehen diese Äpfel so lange, wie es sie in einer guten Qualität gibt. Im Winter ist dann zudem die Sorte Rubinette erhältlich“, erzählt Weitz. Die Ernte und die verfügbaren Sorten sind abhängig vom Wetter und der Jahreszeit.
Dass das Obst das ganze Jahr über verfügbar ist, liegt daran, dass es sehr lange gelagert werden kann. Sechs bis acht Monate sind möglich, weiß der Markthändler. Er verrät außerdem, dass die Früchte aus dem Supermarkt oft behandelt wurden. „Unsere Äpfel werden nur in der Blüte gespritzt, danach nicht mehr. Das heißt, der Apfel hat an sich keine unnatürlichen Schadstoffe auf der Schale“, berichtet Weitz. Zudem sei das Obst aus der Region auch nicht gewachst. Äpfel, die etwa aus Neuseeland kommen, die ebenfalls auf dem Wochenmarkt erhältlich sind, hingegen schon. Dadurch erhalten sie ihre glänzende Schale und bleiben etwas länger knackig. Der Markthändler kennt aber den Vorteil der unbehandelten Äpfel: „Die Früchte aus der Region kann der Kunde kaufen, abrubbeln und dann einfach ohne Sorge direkt reinbeißen!“

 

 

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Wer gerne selber Äpfel pflücken möchte und keinen eigenen Apfelbaum im Garten stehen hat, kann auf einer der städtischen Obstwiesen ernten. Es gibt derzeit insgesamt 30 Obstwiesen mit mehreren hundert Bäumen, die quer über das Stadtgebiet verteilt sind. Auf 14 Wiesen darf selber gepflückt und gesammelt werden.
Das große Apfelglück finden hier vor allem Liebhaber von alten Apfelsorten, die ausgefallene Namen tragen, wie z. B. Rheinischen Krummstiel, Rote Sternrenette oder Mirabelle von Nancy. Doch es können nicht nur klassische Obstsorten, wie Äpfel, Birnen, Kirschen und Pflaumen, geerntet werden, sondern auch Mirabellen, Quitten, Walnüsse und Wildobst – alles kostenlos und ungespritzt.
Damit alle Bürger etwas von dem Obst haben, sind natürlich ein paar Regeln zu beachten. Es dürfen keine Äste abgebrochen und die Wiesen nicht mit dem Auto befahren werden. Die Ernte ist nur für den Eigenbedarf gedacht und sollte eine Menge von zwei Eimern nicht überschreiten. Alle Standorte finden Interessierte auf bochum.de/Obstwiesen und auf www.mundraub.org.
Und da der Stadt das Thema am Herzen liegt, sind bereits weitere Flächen in Planung. „Die Obstwiesen dienen nicht nur als Erholungsraum, sondern bieten einen wertvollen Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleinsäuger. Die Tiere finden dort Nahrung, Verstecke und Fortpflanzungsmöglichkeiten“, erklärt Sina Friedrich vom Umwelt- und Grünflächenamt.

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Wer aus den gesammelten Äpfeln gerne Apfelsaft machen möchte, kann am 7. Oktober zum Hof der Familie Große Munkenbeck in Stiepel kommen (Gräfin-Imma-Straße 122). Dann ist das Mettmanner Saftmobil zu Besuch, und die Apfelernte kann versaftet werden. Die Mindestmenge für die Verarbeitung beträgt 50 kg, und eine vorherige Anmeldung unter a.hoffstiepel(at)bund-bochum.de ist erforderlich.
Das ganze Verfahren – vom Einfüllen der Äpfel übers Waschen bis hin zum Zerkleinern, Pressen, Pasteurisieren und Abfüllen – ist übrigens auch spannend anzuschauen, selbst wenn man keine eigenen Äpfel mitbringt. An dem Tag wird auch die BUND-Kreisgruppe Bochum vor Ort sein, die etwas zu alten Apfelsorten erzählen können. Außerdem besteht die Möglichkeit, unterschiedliche Apfelsorten zu probieren.
Wer den Apfel gerne mit etwas Süßem kombiniert, schaut am besten beim Bochumer Café „Omi backt“ vorbei. Das Café im Ehrenfeld, in dem Omis leckeren hausgemachten Kuchen backen, wird seit August von Katharina Hallepape geführt. Es gibt keine feste Speisekarte, sondern die Hobbybäcker bringen ihre Lieblings- oder streng gehüteten Familienrezepte mit. Eines davon ist „Omis Knusperapfelkuchen“, dessen Rezept Katha zum Nachbacken für die BOMA zur Verfügung gestellt hat (siehe Link zum PDF der BOMA-Ausgabe Oktober). „Selbstverständlich haben wir auch vegane und glutenfreie Kuchen im Programm“, erzählt die Inhaberin. „Und wer Lust auf etwas Herzhaftes hat, kann gerne zu unserem Mittagstisch mit deftigen Suppen und Eintöpfen vorbeikommen.“

 

Leandra Ogbodo, Charlotte Kreckel

Dieser Artikel ist in der BOMA-Ausgabe Oktober 2020 erschienen.

Adresse

Omi Backt
Hunscheidtstr. 61
44789 Bochum
T 0234 41566994
www.omibackt.de

Frische Vielfalt Obst und Gemüse aus der Region auf dem Bochumer Wochenmarkt

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