Süss bis zartbitter

Süss bis zartbitter Theaterpralinen: Die unglaublich vielseitige Caroline Kühnl

Handgefertigte Pralinen sind immer liebevoll kreierte Unikate – genauso wie die unterschiedlichen Projekte, die im Theater 48 stattfinden. Und das ist das Verdienst von Caroline Kühnl, die die Theaterpralinen ins Leben gerufen hat und sich voller Leidenschaft in jeden Bereich einbringt.

Das Interesse am Theater entstand bei ihr während des Soziologiestudiums, zuerst als Pantomime, dann als Theaterspielerin. Auch ihre Diplomarbeit schrieb sie zum Thema Theater und Gesellschaft. Nach dem Studium folgten eine Ausbildung zur Schauspielerin im Off-Bereich, vier Jahre Deutschlandtournee mit einem Kindertheater sowie verschiedene Theaterkurse, da ihr das Unterrichten liegt. Und da ihr immer bewusst war, dass Theaterspielen heilsam sein kann, hat Kühnl sogar noch eine Ausbildung zur Psychotherapeutin und Psychodramaleiterin abgeschlossen und arbeitet ebenfalls als Coach und Therapeutin.Ihre Arbeit mit Senioren begann Anfang der 1990er-Jahre, als die AWO in Wuppertal an sie herantrat mit dem Thema „Seniorentheater“. Man wollte durch dieses Projekt die „jungen Alten“ ansprechen, für die es bisher kein Angebot gegeben hatte. Daraus gründete sich das theater rauhreif in Wuppertal, das auch heute mit Kühnl verbunden ist und regelmäßig Auftritte im Theater 48 hat, aktuell mit dem neuen Programm „Willkommen in Scheitern“. Soviel zur ersten Theaterpraline.

Akordeon

Die zweite folgte 2005 mit der Gründung des Seniorentheaters „Dritte Halbzeit“ durch ein Projekt der Diakonie Bochum. Deren erstes Stück „Kennst du noch die Trümmerblumen?“ erzählt die Lebensgeschichten einer fiktiven Bochumer Familie während der Kriegs- und Nachkriegszeit. Das aktuelle Programm heißt „Alexandra Peter Show“. Dieses nimmt als Mischung aus Theaterstück und Improvisation die Fernsehshows der Fünfziger- und Sechzigerjahre aufs Korn, indem in einer fiktiven Show ein Platz in einer Seniorenresidenz ausgespielt wird. Ein neues Stück der Theatertruppe ist gerade in der Entwicklung.

Die Stückentwicklung dauert übrigens von der Idee bis zur Bühnenreife etwa zwei Jahre. Die „Dritte Halbzeit“ traf sich zuerst im Albert-Schmidt-Haus am Springerplatz, doch kurz darauf fand sich im Souterrain der evangelisch-methodistischen Kirche an der Alleestraße 48 ein besserer Proberaum. Das Theater 48 war geboren! Zuerst noch komplett ohne Theaterausstattung, baute Caroline Kühnl in 2009 die Räumlichkeiten mit eigenen Mitteln aus – inklusive Bühne, Scheinwerfern und Bühnenhintergrund. Somit konnten endlich auch Aufführungen für bis zu 50 Personen stattfinden.

Das kam einer weiteren Praline zugute. Mit dem „Ensemble Liederlich“, bestehend aus Karin Badar und Caroline Kühnl sowie Susanne Frenzel-Wohlgemuth am Klavier, konnte Kühnl endlich ihrer weiteren Leidenschaft frönen – dem Gesang. Dieser begleitet sie seit ihrer Kindheit, denn mit 16 Jahren startete ihr Gesangsunterricht, der bis heute fortdauert. „Liederliches von der Liebe“ hieß das erste Programm – das neueste wird gerade erarbeitet und im Sommer 2020 präsentiert. Ihre Begeisterung für den Gesang will Kühnl dabei auch an andere weitergeben. Und zwar in den Kursen „Singen ist meine Sehnsucht“, die sich explizit an Nicht-Sänger richten oder Menschen, die sich bisher nicht getraut haben, zu singen. Der nächste Kurs startet Mitte Oktober, und alle Interessierten sollten sich zeitnah anmelden per SMS unter 01578 6582794. Der Kurs umfasst fünf Einheiten und kostet 125 Euro. Man muss keine Noten lesen können.

Doch damit hört die Vielseitigkeit von Caroline Kühnl nicht auf. Das Clowntheater ist ein Projekt, bei dem sie selber auf der Bühne steht. Entweder zusammen mit Sybille Möx als Litzi und Pellerine für Kinder oder mit dem Trio Wackldackl, bei dem noch Peter Kühnl mit an Bord ist, für Erwachsene. Regie bei den Stücken führt Christopher Hustert, der auch Clowning-Workshops im Theater 48 anbietet. übrigens können die Clowns auch gebucht werden – entweder für die eigenen Räumlichkeiten oder auch zum Beispiel für einen Kindergeburtstag im Theater 48 selber.

Neben den Pralinen – von süß bis zartbitter – finden übrigens immer wieder Gastspiele im Theater 48 statt. Die Theatergruppe WortSinnWeisen tritt regelmäßig auf, und aktuell findet Puppentheater für Kinder mit dem Figurentheater Daisy Blau statt. Wichtig ist Caroline Kühnl bei allen Projekten die Mischung aus Profis und Laien, denn für professionelles Theater gibt es bereits genügend Bühnen. Bei jeder Zusammenarbeit sind ihr die Menschen und deren Geschichten wichtig, die auch in die Stücke eingearbeitet werden.

Und nun abschließend die Auflösung für alle, die sich seit dem ersten Absatz des Artikels schon fragen, wie es zum Namen „Theaterpralinen“ kam: Dieser wurde von Caroline Kühnl gewählt, weil sie so gerne Schokolade isst! Wer kann da schon widerstehen ...

Bettina Kersting

Dieser Artikel ist in der BOMA-Ausgabe Oktober 2019 erschienen.

Theaterpralinen & Theater48

Alleestraße 48
44793 Bochum
T 0234 355309

www.theaterpralinen.de

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  • Ersteller: Bochum Marketing GmbH, Sebastian Humbek

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