Rockstar und Student

Rockstar und Student Die zwei Leben von Marc Dobruk von „To the Rats and Wolves“

Meist ist es der Frontmann einer Band, der im Mittelpunkt des Interesses und für Fragen und Auskünfte zur Verfügung steht. Zur Veröffentlichung ihres dritten Albums „Cheap Love“ muss sich die Band „To the Rats and Wolves“ aufteilen und auch ihr Bochumer Gitarrist Marc Dobruk bei der Promotion aushelfen. Der ist nicht gerade darauf erpicht, im Fokus zu stehen, „wenn es sich jedoch ergibt, ist das okay.“

Ergeben hatte es sich auch 2016, als er im Bermuda3Eck zufällig als Model für die damalige Markenkampagne „Hotspot der Live-Kultur“ der Bochum Marketing GmbH entdeckt wurde. Auf Postkarten, Plakaten und riesigen Werbeflächen in Bochum und Düsseldorf posierte er piekfein im Anzug vor dem Schauspielhaus.

„Seitdem ist wirklich viel passiert. Wir waren viel auf Tour. Zum Teil komplett einen Monat durch.“ Mit der Band ist er richtig herumgekommen: Deutschland, UK, Europa, Russland, die Ukraine, ganz bis Japan.

Dabei haben „To the Rats an Wolves“ Headliner- Touren und Festivals gespielt und waren als Support für „Bring me the Horizon“ und mit „Any given Day“ unterwegs.

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Was sich nach dem glamourösen Leben eines Rockstars anhört, „ist schon ein ganz schöner Spagat.“ Vor zwei Jahren hat er sein Biologie-Studium begonnen. Ohne Abitur, haben es ihm seine Berufsausbildung und seine Berufserfahrungen ermöglicht, sich an der Uni einzuschreiben. Um sich sein Studium zu finanzieren, hatte er im ersten Semester jede Nacht Container bei einem Paketdienstleister ausgeladen. Auch heute noch muss er nebenbei jobben, um sein Leben zu finanzieren. Und nebenbei ist er mit der Band im Proberaum, im Studio oder auf Tour.

Für die Zeit unterwegs muss er auf der Arbeit frei bekommen und gleichzeitig die Pflichttermine an der Uni einhalten. „Ich musste schon öfter mal mit dem Leihwagen oder dem Zug zum Auftrittsort nachfahren.“ Bei seinen Bandkollegen verhält es sich ähnlich. „Auf Tour wird dann alles rausgelassen“, freut er sich schon auf die Konzertreise zum neuen Album.

Am neuen Album „Cheap Love“ überrascht zunächst dass knallpinke Cover und die Bilder, die die Band in stonewashed Jeans und Blümchen-Hemden zeigt. „Wir hatten keine Lust, genauso auszusehen und genauso zu klingen wie davor.“ Das neue Album ist „ruhiger“ geworden. „To the Rats and Wolves“ haben sich für „Cheap Love“ viel Zeit genommen. „Wir haben vor über einem Jahr angefangen, und da probiert man schon ein bisschen mehr herum.“ Nachdem das Vorgängeralbum zwischen den Touren und Festivals geschrieben worden war, „haben wir einfach mal vernünftig geplant und auch mal eine Show nicht angenommen.“ Normalerweise sei es nicht ganz einfach, den Geschmack, die Wünsche und Ideen von sechs Bandmitgliedern unter einen Hut zu bekommen. Aber „das erste Mal stehen wir alle hinter einem kompletten Album, und alles ist cool.“ Das macht sich schnell auch in der allgemein sehr guten Rezeption der neuen Ausrichtung bemerkbar.

Mit seiner Band hat Marc Dobruk gerade in den vergangenen drei Jahren „Sachen erlebt, die viele andere wohl auch gerne erleben würden.“ Privat wäre er wahrscheinlich nie nach St. Petersburg oder Tokio gekommen. Oder hätte sich selbst nicht in der japanischen Hauptstadt in einem Plattenladen als Pappaufsteller stehen gesehen. „Das sind Sachen, die bleiben schon im Kopf.“ Ebenso die Überraschung, als ihn 2016 Fans auf den großen Kampagnen-Plakaten in feinem Zwirn vor dem Schauspielhaus erkannt und Fotos auf die Facebook-Seite der Band gepostet hatten.

Sven Berger

Dieser Artikel ist in der BOMA-Ausgabe April 2019 erschienen.

  • Ersteller: Andreas Molatta

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  • Ersteller: Bochum Marketing GmbH, Sebastian Humbek

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