Rikscha statt Rollator

Rikscha statt Rollator Das Projekt „Radeln ohne Alter“ kommt nach Bochum

„Lebensfreude pur und ein echter Hingucker!“, schwärmt Gabriele Gaul vom Verein Ehrenfelder Miteinander über das Projekt „Radeln ohne Alter“. Die Idee dahinter: Menschen, die nicht mehr aus eigener Kraft in die Pedale treten können, werden von Ehrenamtlichen mit Rikschas durch die Stadt gefahren. Auf diese Weise werden Ausflüge in die Innenstadt, ins Lieblings-Café oder ins Grüne für jedermann – vor allem für Senioren – möglich.

Bei einem Besuch in Kopenhagen lernte Vorstandsmitglied Barbara Jessel die Organisation „Cycling without Age“ sowie dessen Initiator Ole Kassow in Kopenhagen kennen und war sofort von dem Projekt begeistert. Und damit ist sie nicht allein, denn die Initiative ist seit ihrer Gründung im Jahr 2012 in mehr als 40 Ländern vertreten. Mit der Idee im Gepäck kam sie zurück nach Bochum und stellte das Projekt ihren Kollegen vom Ehrenfelder Miteinander vor. Die Nachbarschaftsinitiative trifft sich seit dem Herbst 2014 und setzt sich vor allem für generationsübergreifende Projekte ein. Für das Ehrenfelder Stadtteilfest im Juni 2018 lieh sich der Verein eine Rikscha aus Bonn, mit der Gäste jeden Alters durch Bochum gefahren wurden. Und nicht nur die Passagiere hatten ein Lächeln auf dem Gesicht, erzählt Gabriele Gaul:

Wir sind großer Neugier, runtergelassenen Fenstern, erhobenen Daumen, freundlichen Zurufen und viel Lächeln auf den Bochumern Straßen begegnet – und zwar von allen Verkehrsteilnehmern. Gerade für die Radfahrer unter uns eine neue Erfahrung.

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Schnell waren Piloten und Passagiere begeistert und von der Rikscha überzeugt. „Gerade auch ältere Menschen – mit Rollator oder ohne – schätzten den leichten Einstieg, das sichere und bequeme Sitzen sowie den ruhigen Fahrstil (max. 12 km/h), bei dem man alles gut sehen kann und angenehm den Wind in den Haaren spürt.“ Aufgrund des elektrischen Motors können die Piloten auch längere Strecken sowie Steigungen problemlos meistern. Und falls es mal regnet oder ungemütlich wird, kann das Verdeck aufgeklappt und die wasserabweisende Decke rausgeholt werden. So wird die Rikschafahrt zu einem schönen Abenteuer, bei dem die Eindrücke der Fahrt ebenso geteilt werden wie die Lebensgeschichten.

Der Verein konnte schon einige Menschen als zukünftige Piloten gewinnen. Wer mitmachen möchte, wird vor der ersten Fahrt geschult und begeisbekommt ein Sicherheitstraining. Rund 11.000 Euro beträgt der Preis für die Rikscha, die der Verein bald bestellen möchte, um im Frühjahr die ersten Fahrten zu organisieren. „Wir sind startklar. Uns fehlt eigentlich nur noch die Rikscha!“ Die Initiative hat den Kaufpreis noch nicht komplett zusammen und hofft auf weitere Sponsoren.

Von Charlotte Kreckel

Dieser Artikel ist in der BOMA-Ausgabe April 2019 erschienen.

Ehrenfelder Miteinander e. V.

Schauspielhaus Theater mit Geschichte

Bereits 1915 eröffnet, ist das Schauspielhaus Bochum heute dank seiner legendären Intendanten und Schauspieler eine der renommiertesten Bühnen Deutschlands.

  • Ersteller: Radeln ohne Alter Bochum

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  • Ersteller: Yuriy Ogarkov

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  • Ersteller: Radeln ohne Alter Bochum

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  • Ersteller: Bochum Marketing GmbH, Sebastian Humbek

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