Rätselraten beim Pilzesammeln

Rätselraten beim Pilzesammeln Die Frage lautet: Giftig oder nicht giftig?

Die Monate September und Oktober gelten als Haupterntezeit für Pilze. Auch in Bochum gibt es geeignete Stellen für einen Ausflug in die Pilze. So sind beispielsweise das Weitmarer Holz, das Berghofer Holz und das Waldgebiet des Kalwes beliebte Gebiete in Bochum, um für den Eigenbedarf zu sammeln. Denn nur das ist erlaubt. Wer zu viele Pilze sammelt, muss für seinen „Pilzdiebstahl“ mit einem Bußgeld rechnen.

In NRW gibt es etwa 5.000 Arten von Pilzen. Deswegen rät der NABU, mit einem Bestimmungsbuch auf Pilzsuche zu gehen. Besonders Anfängern hilft ein solches Buch, die gefundenen Pilze zu erkennen. Bernhard Demel, Diplom-Umweltwissenschaftler und zertifizierter Pilzsachverständiger der deutschen Gesellschaft für Mykologie (Mykologie ist die Wissenschaft von den Pilzen), erklärt, dass in NRW hauptsächlich die gleichen Pilzsorten gefunden werden wie in den meisten anderen Regionen in Deutschland. „Es gibt einige Arten, die sind nur in den Alpen zu finden oder in anderen Regionen mit ganz speziellen ökologischen Merkmalen, aber dies gilt nicht für das Ruhrgebiet.“ Herr Demel erzählt weiter: „Der am häufigsten gesammelte Pilz ist wohl der Röhrling, der als die am meisten verbreitete und auch bekannteste Pilzsorte gilt."


Welche Sorte gesammelt wird, ist von Bedeutung: „Ich sage immer, man kann jeden Pilz essen – zumindest ein Mal“, schmunzelt der Pilzsachverständige. „Es ist wichtig, dass nur die Pilze eingesammelt werden, die man auch kennt oder bestimmen kann. Wer unsicher ist, lässt den Pilz lieber stehen. Oder den Pilz im Ganzen aus der Erde holen und einen Pilzsachverständigen kontaktieren. Dafür sind wir auch da, wir helfen dabei, unbekannte Pilze zu bestimmen und geben fachkundige Hilfestellung.“ Es gibt auch erfahrene Pilzsammler, die nicht immer mit hundertprozentiger Sicherheit die Arten unterscheiden können: „Stockschwämmchen und Nadelholzhäubling sehen sich sehr ähnlich, und da letzterer giftig ist, sollte man diesen Pilz besser nicht pflücken, wenn man sich nicht wirklich sicher ist, welcher der beiden es ist, den man gerade vor sich hat“, rät Bernhard Demel.

Es ist wichtig, dass nur die Pilze eingesammelt werden, die man auch kennt oder bestimmen kann. Wer unsicher ist, lässt den Pilz lieber stehen.

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Generell sollte man beim Pilzesammeln ein luftdurchlässiges Gefäß dabei haben, in dem die Pilze transportiert werden. Ein Korb eignet sich am besten, Plastik sollte vermieden werden. Die Pilze müssen sich noch knackig anfühlen und keine schimmeligen oder verfärbten Stellen aufweisen. Sonst ist es besser, die Pilze stehen zu lassen. Dann gilt es, die Pilze noch frisch zu verarbeiten. „Die Pilze zu Hause im Kühlschrank lagern und am besten innerhalb von 24 Stunden verarbeiten“, rät Herr Demel. „Die Speisepilze müssen gut durchgekocht oder -gegart sein, denn roh können sie noch giftig sein.“

„In Deutschland ist das Sammeln von Pilzen erlaubt, ebenso wie das Betreten von Wäldern. Nicht gesammelt werden darf in Naturschutz- und Jungpflanzgebieten sowie in eingezäunten Grünflächen“, erzählt der Diplom-Umweltwissenschaftler. Wie anfangs erwähnt, gibt es in Bochum drei beliebte Gebiete, um in die Pilze zu gehen:

Das Weitmarer Holz im Süden Bochums ist ein grünes Juwel der Stadt. Mit 80 Hektar Waldfläche gilt es als die größte zusammenhängende Waldfläche Bochums. Das beliebte Ausflugsziel und Naherholungsgebiet hat einen alten Baumbestand bestehend aus Eichen und Buchen. Inmitten des Waldes gibt es mehrere Gehege mit Dammwild und Wildschweinen.
Das Berghofer Holz begeistert seine Besucher mit seiner Natürlichkeit. Es gibt einen dichten Baumbestand, einen kleinen Bach und weitläufige, schattige Wege. Eine Besonderheit des Waldes ist die Walderlebnisschule. Diese bietet diverse Angebote für Kinder und für Erwachsene an, um so den Wald als Erlebnisraum bekannter zu machen und den Menschen ein Gefühl für den Wald zu geben.

Das dritte Waldgebiet ist das des Kalwes. Dort werden Erlen-Eschenwäldern von kleineren Bächen durchlaufen, die einige aufgestaute Teiche passieren. Das Besondere in diesem Gebiet ist der große Bestand an Stechpalmen. Hier führt am 19. Oktober eine Exkursion des NABU Bochum hin. Bei der Pilzexkursion wird die Artenvielfalt thematisiert, ebenso wie die Bedeutung und Ökologie der Pilze. Der Spaziergang über den Kalwes ist allerdings keine Speisepilzsammelexkursion, da dies nur im privaten Rahmen erlaubt ist. Der Treffpunkt ist um 10 Uhr am Eingang des Botanischen Gartens. Weitere Informationen gibt es online auf der Internetseite des NABU: www.nabu-bochum.de

Die genannten Stellen sind bei Gruppen wie den Naturfreunden und auch Einzelsammlern beliebte Orte. Allerdings wissen passionierte Hobbypilzsammler: „Die eigenen Pilzstellen sind geheim und werden nicht an andere Sammler verraten.“ Wer also in den genannten Gebieten in die Pilze gehen möchte, sollte mit offenen Augen durch die Wälder gehen, um seine eigenen Stellen zu finden. Der NABU legt den Pilzsammlern noch nahe, nur so viele Pilze zu sammeln, wie man auch verwerten kann.

Kyra Stockebrandt

Dieser Artikel ist in der BOMA-Ausgabe Oktober 2019 erschienen.

Adresse

Weitmarer Holz
Hattinger Straße
Blankensteiner Straße
44797 Bochum

  • Ersteller: Lutz Leitmann

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  • Ersteller: Nicht angegeben

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  • Ersteller: Nicht angegeben

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  • Ersteller: Nicht angegeben

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  • Ersteller: Andreas Molatta, Bochum marketing GmbH

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  • Ersteller: Nicht angegeben

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  • Ersteller: Nicht angegeben

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  • Ersteller: Bochum Marketing GmbH, Sebastian Humbek

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