Jung und frisch

Jung und frisch Die etwas andere Ausstellungsfläche: galerie januar

Ein dreistöckiges kleines Häuschen im Hinterhof, gelegen in einer Nebenstraße von Langendreer. Unscheinbar von außen. Doch wer sich hinter die Mauern des gewöhnlichen Gebäudes begibt, findet etwas Außergewöhnliches: die galerie januar.

Gegründet 1980 als studentische Initiative, erlangte sie schnell einen Namen in Bochum. Dabei ist die galerie januar gewiss keine gewöhnliche Galerie. Nicht nur, dass sie von Kunsthistorikern der Ruhr-Universität Bochum mit dem Ziel gegründet wurde, die gelernte Theorie in der Praxis zu überprüfen. Sie ist zudem ein eingetragener Verein, bei dem das ehrenamtliche Engagement großgeschrieben wird. Einer von den mehr als dreißig Mitgliedern ist Hugo Koch: „Ich war bereits bei der ersten Ausstellung der Galerie dabei. Damals allerdings noch als Kunstinteressierter.“ Dies änderte sich jedoch schnell. Bereits nach einigen Jahren fing er an, sich selbst für die Galerie zu engagieren. „Und dabei ist es bis heute geblieben“, berichtet der mittlerweile über Achtzigjährige stolz.

Genauso außergewöhnlich wie ihr äußeres Erscheinen, ist auch der Name der Galerie. 

Als die erste Ausstellung beginnen sollte, wurde festgestellt, dass man für den ganzen Laden ja noch gar keinen Namen hatte.

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Da die Ausstellung im Januar eröffnet wurde, kam schließlich der Vorschlag, die Galerie doch einfach galerie januar zu nennen. Und auch dabei ist es bis heute geblieben.

Seit ihrer Gründung stellt die Galerie pro Jahr fünf bis sechs Einzelausstellungen auf die Beine und lockt Besucher, meist aus der Künstlerszene, nach Bochum. Bei der Auswahl der Ausstellungen gibt die Galerie vor allem jüngeren Künstlern die Chance, ihre Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren. Oft entdecken sie die Künstler direkt an den Universitäten: „Im Februar jeden Jahres besucht der Vorstand des Vereins die Rundgänge der Akademien, bei denen die Abschlussjahrgänge ihre Arbeiten präsentieren. Den Künstlern, die uns begeistern, geben wir dann die Chance, in unserer Galerie auszustellen“, so Koch. Fördern möchte die galerie januar damit besonders die junge Kunst. „Doch was ist jung? Ab wann ist man alt?“, lacht Hugo Koch. „Das ist schwer zu sagen. Am wichtigsten ist es uns auf jeden Fall, dass die Künstler etwas Frisches ausstrahlen.“ 

Doch die Galerie kümmert sich nicht nur um die Ausstellungen in ihrem Haus, sondern unterstützt auch Projekte im urbanen Raum. Dies geschieht meistens zu besonderen Anlässen. „Wir müssen allein schon im öffentlichen Raum arbeiten, um im Gespräch zu bleiben. Nicht, dass man in so einem kleinen abgelegenen Haus zu schnell in Vergessenheit gerät“, scherzt Koch. Wenn man jedoch bedenkt, was sich hinter so einer gewöhnlichen Fassade doch alles versteckt, klingt dies eher unwahrscheinlich.

Lea Kazimirowicz

Dieser Artikel ist in der BOMA-Ausgabe Mai 2016 erschienen.

galerie januar

Verein zur Förderung junger Kunst e. V.
Eislebener Straße 9/In der Schuttenbeck
44892 Bochum-Langendreer
T 0234 3600578

info@galerie-januar.de 
www.galerie-januar.de 

Die galerie januar ist donnerstags von 17 bis 19 Uhr geöffnet sowie nach Vereinbarung. 

Kunstmuseum Bochum Beeindruckende Kunst ist in Bochum auch an anderen Orten zu finden, wie im Kunstmuseum Bochum. Eröffnet wurde es 1960 als städtische Kunstgalerie in der prächtigen Villa Marckhoff-Rosenstein, die einen Glanzpunkt in Bochums Stadtbild darstellt.

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    Dateiname: Innenstadt_Kunstmuseum_aussen.jpg

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