Diese Zeche rockt

Diese Zeche rockt Mythos und Legende mit Herz und Seele

Als 1981 sonst noch niemand daran dachte, alten Industriegebäuden eine neue Bestimmung in der Kunst und Kultur zu geben, wurde der Strukturwandel in der ehemaligen Schlosserei der alten Zeche Prinz Regent bereits vollzogen. Auch ohne dass der Begriff überhaupt schon gefunden war. Lange vor der IBA Emscher Park und der Extra- Schicht. „Das war damals ein Schandfleck, den niemand haben wollte“, erzählt Claus Dürscheidt, Sohn eines der Begründer der Zeche Bochum und ihr heutiger geschäftsführender Gesellschafter. „Da konnte sonst keiner was drin sehen.“ Er erinnert sich noch gut an das Richtfest, bei dem er als Elfjähriger gezapft hatte: „Niemand wusste, was sie damit lostreten würden.“

Eine erste Vorahnung sollte die Eröffnung am damaligen 7. November geben: Der Ansturm der Menschen, die nun nicht mehr bis nach Hamburg fahren mussten, um bestimmte Konzerte und Künstler anzuschauen oder eine ordentliche Diskothek zu finden, führte zu einem regelrechten Verkehrschaos rund um das Zechen-Gelände.

Schnell wurde die Zeche Bochum zum ‚legendärsten Liveschuppen und bekanntesten Club Deutschlands‘ und schon zu Lebzeiten eine ‚Legende und Mythos‘. Dazu haben nicht zuletzt die weit über 4.000 Konzerte beigetragen, die über die Jahre in der Zeche stattgefunden haben. Gerade in den 80ern seien hier Trends aufgegriffen und Künstler hergeholt worden, die später den ganz großen Durchbruch geschafft haben: Tina Turner, Depeche Mode, Herbert Grönemeyer und viele andere. In den zurückliegenden Jahren machten Bands wie Green Day, Juli oder Silbermond auf dem Weg nach oben Halt in der Zeche.

Viele große Künstler, die auch viel größere Hallen füllen, kommen gerne bei uns auf Club-Tour rein.

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Zuletzt Clueso, Mark Forster, H-Blockx, Die Toten Hosen oder Revolverheld. „Auch, weil die wissen, dass hier viele große und großartige Künstler aufgetreten sind.“

Zur Legendenbildung hat auch beigetragen, „dass die Künstler und Konzertagenturen schon wissen, was sie hier bekommen“, sagt der Auszubildende zum Veranstaltungskaufmann und „Zechenkind“ Sebastian Kleffmann: Eine herzliche und vor allem auch professionelle Betreuung. Insbesondere was Technik und Ton angehen. „Ich höre immer wieder von Gästen, dass gerade der Sound hier in der Zeche sehr gut ist.“

Dass hier nicht einfach nur abgeliefert, sondern mit Herz und Seele und aus Liebe zur Musik gearbeitet wird, wurde 2014 mit dem Live Entertainment Award als bester Live-Club in Deutschland ausgezeichnet. „Das zeigt, dass wir über viele Jahre unser Niveau, was Ton, Konzertproduktion und die Qualität der Konzerte angeht, sehr hoch halten konnten. Und immer noch können“, freut sich Claus Dürscheidt. Die große Verlässlichkeit und Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern spielt dabei sicherlich eine große Rolle. „Auch, wenn es sehr oft sehr stressig ist, gehe ich jeden Tag sehr gerne hier hin. Man merkt immer wieder, dass die Zeche den Leuten am Herzen liegt“, sagt Sebastian Kleffmann, der mittlerweile seit 14 Jahren dabei ist und gerade seine Ausbildung in der Zeche macht. „Ich weiß nicht, ob das in jedem anderen Club so möglich gewesen wäre.“

Beide freuen sich sehr darüber, dass die Zeche ein fester Bestandteil in der Veranstaltungsszene geworden und geblieben ist. In einer Zeit, in der schon viele andere Clubs gekommen und gegangen sind.

Sven Berger

Dieser Artikel ist in der BOMA-Ausgabe März 2019 erschienen.

Zeche Bochum

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