Die Dame in der Tasse

Die Dame in der Tasse Das „Fräulein Coffea“ besticht mit einer großen Portion Leidenschaft und viel Geschwisterliebe

Farbenfroh, zusammengewürfelt und doch irgendwie stimmig. So lässt sich „Fräulein Coffea“ in der Oskar-Hoffmann-Straße gut beschreiben. Bereits seit dem 19. September 2009 betreiben die Schwestern Katrin und Nina Oberheitmann ihr kleines, hippes Café.

Das Erstaunliche: Eigentlich ist die eine gelernte Schreinerin, die andere gelernte Schneiderin. „Wir haben aber beide schon lange nach unseren Ausbildungen in Gastronomie-Betrieben gearbeitet“, so Nina Oberheitmann. Vor gut acht Jahren beschließen die beiden dann, ihr Hobby, das Backen, zum Beruf zu machen: „Wir wollten schon lange etwas Eigenes aufziehen. Und irgendwann hat es bei uns dann zeitlich gepasst“. Ihre gelernten Berufe können sie aber auch ab und an in ihr Café mit einbringen: „Ich habe viele der Möbel selbst gebaut, und Nina hat zum Beispiel die Kissen gemacht“, berichtet Katrin Oberheitmann.

Eines wussten sie bereits vor der Eröffnung: Zusammen arbeiten – das können sie gut. Bereits auf der Burg Blankenstein und im Schauspielhaus waren die beiden zusammen tätig. „Das Tolle an der Arbeit mit der eigenen Schwester ist, dass man auch mal verschiedener Meinung sein und zickig sein kann. Nachher liegt man sich doch wieder in den Armen“, weiß Nina Oberheitmann. Außerdem kennen sie die Stärken und Schwächen des Anderen und gleichen sich gut aus. Ob die ältere Schwester etwa auch das Sagen hat? „Nein“, schmunzeln die beiden, „wir lösen das alles ganz diplomatisch.“

Im „Fräulein Coffea“ servieren die Geschwister selbst gebackenen Kuchen und Kaffee.

Wir backen jeden Tag frische Leckereien und haben meist ein bis zwei vegane und einen glutenfreien Kuchen im Angebot.

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Dies war jedoch zu Beginn gar nicht so einfach: „Als wir angefangen haben, gab es noch nicht so viele vegane Produkte und ich kannte mich mit der Zubereitung solcher Gebäcke nicht aus. Ich weiß noch, dass ich meinen ersten veganen Kuchen mit warmer Sojamilch servieren musste, weil dieser so trocken geworden ist“, lacht Nina Oberheitmann. Die veganen Produkte sind aber auch bei der Allgemeinheit sehr beliebt. Besonders die vegane Donauwelle „geht weg wie warme Semmel“.

Nicht nur die Speisenauswahl im Café, auch der Name ist einzigartig. „Wir waren lange auf der Suche nach einem passenden Namen.“ Doch bei dem Logo waren sie sich von vorneherein sicher: Sie wollen eine Frau in einer Tasse liegend, die in Kaffeeschaum badet. Und den entscheidenden Tipp für einen geeigneten Namen lieferte schlussendlich ihre gemeinsame Vorgeschichte: „Wir haben ja beide auf der Burg Blankenstein gearbeitet und wurden dort immer mit ‚Fräulein, Fräulein‘ gerufen. Das hat sich irgendwie in unseren Köpfen verankert.“ Zusammen mit dem botanischen Begriff für Kaffee entstand dann das „Fräulein Coffea“. Was beim Betreten des Cafés ebenfalls auffällt, ist die Einrichtung: Bunte Möbel, die in Secondhandläden und auf Flohmärkten zusammen gesucht wurden, in Kombination mit grellen Tapeten und detailreicher Dekoration bieten jede Menge zu entdecken. Und obwohl die Einrichtung so zusammengewürfelt ist, wirkt sie insgesamt sehr stimmig.

Was die Schwestern an ihrem Café besonders mögen, ist der Kontakt zu den Menschen. Das bunte Publikum zaubert den beiden regelmäßig ein Lachen ins Gesicht. Wichtig ist den Café-Besitzerinnen daher auch der Umgang mit Gästen: „Wir sagen immer: Jeder Gast soll so bedient werden, wie wir selbst bedient werden wollen, wenn wir mal ausgehen.“

Lea Kazimirowicz

Dieser Artikel ist in der BOMA-Ausgabe Juli/August 2017 erschienen.

Fräulein Coffea

Oskar-Hoffmann-Straße 34
44789 Bochum
T 0234 62344875

www.fraeulein-coffea.de

Täglich von 13 bis 19 Uhr geöffnet

Die „Kleine Zuckerbäckerei“ Im Bochumer Ehrenfeld gibt es nicht nur leckeren Kuchen im „Fräulein Coffea“. So bietet auch die „Kleine Zuckerbäckerei“ Süßspeisen in verschiedenen Variationen an.

  • Ersteller: Andreas Molatta

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