Eine Leidenschaft, die Spiele schafft: Spieleautoren laden ein

Aus Freude am Spiel Eine Leidenschaft, die Spiele schafft: Spieleautoren laden ein

Digitalisierung, Virtualität und Schnelllebigkeit. Das alles gibt es in Bochum-Langendreer bei den Spieleautorentreffen nicht. An einem Ort der Entschleunigung versammeln sich regelmäßig Entwickler und Spieler von Gesellschaftsspielen, die im Rahmen dieser Treffen ihre Eigenkreationen ausprobieren und Feedback einholen möchten.

In gemütlichen Runden sitzt man hier im evangelischen Gemeindehaus zusammen, spielt, spricht, scherzt und hat einfach eine gute gemeinsame Zeit. Hier sieht Karsten Höser, Organisator und Spielelektor der Spielautorentage im mittleren Ruhrgebiet, das Alleinstellungsmerkmal von Gesellschaftsspielen: „Miteinander spielen, einen schönen Abend verbringen.“

Doch sind Gesellschaftsspiele heute noch en vogue? Wurden sie nicht unlängst von Videospielen und Smartphone-Apps abgehängt? Von Verdrängung ist in Bochum-Langendreer jedenfalls keine Spur. „Wir haben im Gesellschaftsspielbereich, im Brett- und Kartenspielbereich sogar ein Wachstum“, sagt Höser. Was die Gamescom in Köln für Videospiele ist, ist die Spielemesse Essen für Gesellschaftsspiele. Ein bunt gemischtes Publikum von Jung bis Alt strömt jährlich nach Essen zum gemeinsamen Spielen. Über 1.000 Spiele erscheinen jährlich.

Doch woher nehmen die Spieleautoren ihre Ideen für neue Spiele? Ist nicht irgendwannschon einmal alles entwickelt worden? So unterschiedlich wie die Umsetzungen der Spiele, sind auch die Geschichten um die Entstehung ihrer Ideen. Karsten Höser erinnert sich im Gespräch an die Erzählung eines Autors, dem Spielideen beim Duschen und im Zug gekommen waren. „Da kommt dann so ein Blitz“, eine Idee zu einem neuen Spiel und der Wunsch, diese umzusetzen. Die meisten der Autoren treibt genau dies an.

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Die Spieleentwicklung ist eine Leidenschaft und wird hier mit viel Herzblut betrieben. Im Bereich der Hobby-Autoren ist es meist eine persönliche Vorliebe zu einem Thema. Somit gibt es beispielsweise etliche Spiele, die sich um „Kohle und Stahl“, den Bergbau und die Handelsroute um den Hellweg drehen. In professionellen Kreisen spielen mathematische Wahrscheinlichkeiten, Spieltheorien und Spannungskurven eine größere Rolle. Die Entwicklung eines neuen Spiels gestaltet sich vor allem durch eine Idee, Freude am eigenen Werk und durch handwerkliches Geschick beim Bau der Spielbretter. „Die wenigsten lassen ihre Spiele professionell anfertigen“, berichtet Karsten Höser.

Das große Geld lässt sich mit der Vermarktung der eigenen Spiele aber nicht verdienen. Die wenigsten Spiele entwickeln sich zu echten Klassikern. „Es gibt immer wieder mal ein paar Spiele, die sich lange halten“, teilt Karsten Höser mit. Die überwiegende Zahl verschwindet aber nach ein bis zwei Jahren wieder vom Markt.

Zu den Treffen der Spieleautoren sind alle herzlich eingeladen, nicht nur Autoren. Wichtig sind das Interesse am Spielen von Prototypen, die Freude an der Geselligkeit sowie der Spaß am gemeinsamen Spiel.

Julian Seysen

Dieser Artikel ist in der BOMA-Ausgabe Mai 2017 erschienen.

Spiellektorat Bochum Langendreer

Das Runde muss ins Runde In Langendreer werden nicht nur Brettspiele gespielt, sondern auch jede Menge Minigolf. Denn in Langendreer steht eine der Bochumer Minigolfanlagen, auf der deutlich wird: Minigolf ist eine ernstzunehmende Sportart.

  • Ersteller: Andreas Molatta, Bochum Marketing GmbH

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