Hürdenläuferin Pamela Dutkiewicz spricht über ihre Leidenschaft

An der Spitze angekommen Hürdenläuferin Pamela Dutkiewicz spricht über ihre Leidenschaft

Die Mama ehemalige 800-Meter-Läuferin, der Papa lange Zeit als Fußballer aktiv – bei zwei Leistungssportlern als Eltern muss wohl nicht lange überlegt werden, was die Tochter so treibt: richtig, Sport. Und das sogar sehr erfolgreich! Pamela Dutkiewicz ist einer der großen deutschen Talente im Hürdenlauf.

Angefangen hat ihre Leidenschaft für die Leichtathletik mit gut zehn Jahren in ihrem beschaulichen Heimatort Baunatal im Norden Hessens. „Ich war schon immer sehr sportlich und habe als Kind viel getanzt. Irgendwann ist jedoch unser Tanzlehrer weggezogen, und ich musste mir was anderes suchen. Meine Mama riet mir zur Leichtathletik“, so die Sportlerin.

Nach den ersten schüchternen Versuchen war Dutkiewicz schnell begeistert. „Die Leichtathletik ist einfach klasse, weil sie so vielseitig ist. Der kleinere, kräftigere Junge kann Kugelstoßer werden, das lange, dünne Mädchen macht Hochsprung – hier ist für jeden eine Disziplin dabei.“

Bei Dutkiewicz wurde es das Hürdenlaufen. „Weltweit gesehen ist es immer von Vorteil, technische Disziplinen wie das Hürdenlaufen zu machen, weil diese sehr harte Arbeit verlangen und nicht jeder Lust hat, so viel Zeit und Mühe zu investieren.“ Doch die ehrgeizige Hessin hatte Lust und war bereit, sich intensiv mit dieser Sportart zu beschäftigen. Und so verschlug es sie mit gerade einmal 16 Jahren nach Bochum. „Der TV Wattenscheid war und ist bekannt für seine ausgezeichnete Nachwuchsarbeit. Bei diesem Verein geht es nicht darum, dass man als Jugendlicher die besten Erfolge hat, sondern langfristig auf großen internationalen Meisterschaften erfolgreich ist. Damit ist der TV eine der besten Ausbildungsstätten für Sprint in Deutschland. All das überzeugte meine Eltern, und sie schickten mich hierher.“

Dieser Schritt fiel Dutkiewicz, absoluter Familienmensch, jedoch nicht leicht. „Als ich dann alleine in meinem Internatszimmer stand, wurde mir erst bewusst: ‚Oh, du machst das jetzt wirklich.‘“ Doch rückwirkend gesehen war es für die Sportlerin die beste Entscheidung, die sie treffen konnte.

Der Umzug hat mir nicht nur sportlich, sondern auch persönlich viel für die Charakterbildung und Selbstständigkeit gebracht. Zudem habe ich mich voll ins Ruhrgebiet verliebt, sodass ich mir sicher bin, auch langfristig hier hängen zu bleiben.

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Mittlerweile ist Dutkiewicz seit zehn Jahren beim TV Wattenscheid und hat das gesamte Fördersystem durchlaufen. Nach anfangs schwierigen Phasen, in denen sie immer Rückendeckung vom Verein bekommen hat, ist PÄM-BÄM, wie sie liebevolle genannt wird, nun an der Spitze Deutschlands angekommen. Sowohl 2017 als auch 2018 konnte sie sich den Titel Deutsche Meisterin im 100-Meter-Hürdenlauf sichern. Und nicht nur das. Auch international ist die Deutsche vorne mit dabei. „Das Gewinnen der Bronze- Medaille bei den Weltmeisterschaften letztes Jahr in London sowie der Silber-Medaille in diesem Jahr bei den Europameisterschaften in Berlin waren die bisher schönsten Momente in meiner Karriere. Ich glaube, das liegt vor allem daran, dass ich weiß, wie es sich anfühlt, nicht ganz vorne zu sein, und umso mehr habe ich mich gefreut, endlich auch auf dem Treppchen zu stehen.“

Damit die Hürdenläuferin so erfolgreich sein kann, trainiert sie intensiv. „Während der Saisonvorbereitung zwischen Oktober und April trainiere ich neun bis zehn Mal die Woche. Da gibt es wirklich nur Training, Physiotherapie und Schlafen.“ Trotzdem schafft sie es, nebenbei auf Lehramt zu studieren, und befindet sich bereits im Masterstudium. Vor so viel Leidenschaft, Ehrgeiz und Motivation kann man nur den größten Respekt haben.

Lea Kazimirowicz

Dieser Artikel ist in der BOMA-Ausgabe Oktober 2018 erschienen.

TV Wattenscheid 01

Leichtathletik e. V.
Hollandstraße 95
44866 Bochum
T 02327 933550

Das vielseitige Sportangebot des TV Wattenscheid 01 ist unter www.tv-wattenscheid-01.de zu finden.

www.facebook.com/pamdutkiewicz

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