Bergbaumuseum ist spannend für alle

Lisa unterwegs im Bergbaumuseum Bochum für Familien

Wie sah die tägliche Arbeit der Bergleute aus? Wie war es so unter Tage und mit welchen Werkzeugen und Maschinen wurde Kohle abgebaut? Wer Bergbautechnik und -geschichte zum Anfassen erleben will, kommt am Deutschen Bergbau-Museum in Bochum für Familien, Schulklassen und natürlich alle anderen Bergbau-Interessierten nicht vorbei. Und jetzt erst recht nicht – denn die Dauerausstellung des Museums wurde kürzlich völlig neu gestaltet. Unsere Mitarbeiterin Lisa Schaffrin-Schneider hat sich die neue Ausstellung – und natürlich auch das Anschauungsbergwerk – zusammen mit dem Ruhrgebiets-Blogger Thomas Dörmann einmal genauer angeschaut.

Die neue Dauerausstellung: vier neue Themen-Rundgänge
Die neue Ausstellung gliedert sich in vier einzelne Rundgänge: Steinkohle, Bergbau, Bodenschätze und Kunst. Auf diese Weise können sich die Besucher auf verschiedenen Wegen dem Thema Bergbau annähern. „Jeder kann sich einfach das ansehen, was ihn am meisten interessiert – oder natürlich alles“, erklärt Lisa, und fügt hinzu: „Die Rundgänge sind jedoch sehr umfangreich, sodass man eventuell nicht alle Rundgänge an einem Tag schafft – je nachdem, wie viel Zeit man mitbringt.“ Interaktiv und abwechslungsreich präsentiert das Bergbau-Museum in seiner Dauerausstellung mehr als 3.000 Exponate. Medienstationen, unter anderem mit O-Tönen und Interviews, machen Geschichte hautnah erlebbar.

Akordeon

Die Kinderspur: Wissen auf Knopfdruck
Ein besonderes Highlight ist die sogenannte Kinderspur, die sich durch alle vier Rundgänge der Dauerausstellung zieht. Sie besteht aus verschiedenen interaktiven Elementen – zum Fühlen, Ansehen und Mitmachen für Kinder. „Auch für mich als Erwachsene war die Kinderspur echt spannend – ich habe viel dazugelernt und hatte richtig Spaß an den einzelnen Stationen. Zum Beispiel am Rohstoff-Labor im Bodenschätze-Rundgang. Da kann man nicht nur viel über die einzelnen Bodenschätze lernen, sondern auch einen Alltagsgegenstand aus verschiedenen Rohstoffen zusammenbauen“, berichtet Lisa.

Der Steinkohle-Rundgang: Ist das etwa ein Dinofuß?
Beim Betreten des ersten Raums im Steinkohle-Rundgang fällt Lisas und Thomas‘ Blick zuerst auf das mit Abstand größte Ausstellungsstück im Raum. Was aussieht wie eine riesiger Dinosaurierfuß, ist das Fossil eines Wurzelstocks, genauer gesagt eines Schuppenbaums aus dem Karbonzeitalter. Das Fossil ist ganze 306 Millionen Jahre alt. Wie ein Wald damals in etwa ausgesehen hat, zeigt ein großes Gemälde im selben Raum, das eine komplette Wand einnimmt. „Im weiteren Verlauf des Rundgangs erfährt man, wie das Ruhrgebiet durch den Steinkohleabbau zum größten industriellen Ballungsraum in Europa wurde“, erzählt Thomas. „Mit welchen Werkzeugen die Bergleute gearbeitet haben und wie Maschinen ihnen später die Arbeit erleichtert haben, vermittelt der Rundgang ebenso.“

Auch für mich als Erwachsene war die Kinderspur echt spannend – ich habe viel dazugelernt und hatte richtig Spaß an den einzelnen Stationen.

Die Rundgänge Bergbau, Bodenschätze und Kunst
Wussten Sie, dass der Bergbau bereits 30.000 Jahre alt ist? Wie Bergbau in der Steinzeit, in der Bronzezeit oder auch im Altertum aussah, erfahren Besucher im Rundgang „Bergbau. Steinzeit mit Zukunft“. Um die endlichen Schätze der Erde dreht sich alles im Rundgang „Bodenschätze. Ressourcen der Erde“. Die Besucher erfahren hier, wie wichtig Bodenschätze für unseren Alltag sind und welche Ressourcen ganz besonders selten und wertvoll sind. Zuallererst dreht sich jedoch alles um die Erde, ihr Alter und um die Erläuterung von Mineralen, Gesteinen und Lagerstätten. Auch Umweltschutz, Wirtschaft und Politik in Bezug auf Bodenschätze werden in diesem Rundgang thematisiert. Die Darstellung des Bergbaus in der Kunst steht dagegen im Rundgang „Kunst. Ideal und Wirklichkeit“ im Fokus. Ob Skulpturen von einzelnen Bergleuten, Motive, die die Gemeinschaft der Bergleute abbilden oder auch Motive von Grubenunglücken – der Bergbau hat auch in der Kunst seine Spuren hinterlassen. Im Zentrum des Rundgangs steht das Porzellan-Kabinett – eine Sammlung von mehr als 100 Exponaten.

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Arbeit unter Tage hautnah: das Anschauungsbergwerk
Wie hart die Arbeit unter Tage war, können Besucher im Anschauungsbergwerk nachempfinden – ob auf eigene Faust oder in einer Führung. „Wenngleich die Temperaturen im Anschauungsbergewerk angenehm kühl sind und nicht heiße 36 Grad betragen, kann man dennoch nachempfinden, wie eng es unter Tage war“, resümiert Thomas. „Besonders in der Dahlbuschbombe, einer Kapsel, die noch heute zur Rettung von Bergleuten verwendet wird. Als ich mich da hineingelegt habe, wurde mir schon etwas anders. Es war wirklich beengt.“

Diverse Hörstationen bieten Besuchern auch unter Tage spannende Infos rund um den Bergbau. An einer Station konnten Lisa und Thomas echte Abbauhammer in die Hand nehmen und versuchen, sie in die Luft zu stemmen. Mit einem Gewicht von acht und elf Kilogramm war das für die beiden eine echte Herausforderung. „Dass die Bergleute stundenlang diese Geräte gestemmt haben, ist einfach unglaublich – und dann noch bei 36 Grad“, staunt Lisa.

Grandioser Ausblick über Bochum
Wenn man schon einmal im Bergbau-Museum ist, liegt es nahe, vom Fördergerüst Germania einen einmaligen Ausblick über Bochum zu genießen. Nach einer kurzen Fahrt mit dem Aufzug erreicht man die windige Aussichtsplattform in 50 Metern Höhe. Wer will, kann über eine Treppe auf eine zweite Aussichtsplattform steigen, die noch einmal zwölf Meter höher liegt. „So oder so – der Ausblick ist fantastisch und quasi das i-Tüpfelchen unseres Besuchs im Bergbau-Museum“, fasst Thomas zusammen.

Bergbau-Geschichte in Bochum: Für Familien ein Erlebnis
Im Bergbau-Museum kann man gut einen ganzen Tag verbringen. „Um alles zu sehen, empfehle ich jedoch mindestens zwei Besuche. Ab drei Besuchen lohnt sich übrigens schon die Jahreskarte, zum Beispiel für Familien aus Bochum“, resümiert Lisa. „Immerhin gibt es ja nicht nur das Anschauungsbergwerk zu besichtigen, sondern auch die vier Rundgänge. Und falls das Wetter mitspielt, sollte man sich auch den Ausblick über die Stadt nicht entgehen lassen.“

Weitere Informationen zum Deutschen Bergbau-Museum erhalten Sie bei uns auf der Webseite. Mehr erfahren.

Wie Thomas Dörmann den Besuch im Museum erlebt hat, können Sie auf seinem Blog nachlesen.

Deutsches Bergbau-Museum

Am Bergbaumuseum 28
44791 Bochum
T 0234 5877126/128

info@bergbaumuseum.de
www.bergbaumuseum.de

Montag bis Sonntag 9.30 bis 17.30 Uhr
1. Donnerstag im Monat 9.30 bis 20.30 Uhr
Geschlossen: 1. Januar, 1. Mai, 23. bis 26. und 31. Dezember

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