Veganer Pop-Up-Brunch in Bochum

Cheesecake ohne Käse Veganer Pop-up-Brunch mischt die Frühstückskultur in Bochum auf

Die erste und wichtigste Mahlzeit des Tages ist das Frühstück. Daher kommt auch der Name des neuen veganen Pop-up-Brunchs in Bochum: „Mahlzeit Eins“. Anfang des Jahres sind die beiden Freundinnen und Geschäftspartnerinnen Joelle Übersohn und Julie Noack mit ihrem Konzept gestartet.

Doch was ist ein Pop-up-Brunch eigentlich? Gründerin Joelle erklärt: „Ein Pop-up-Brunch zeichnet sich dadurch aus, dass wir einen Brunch an unterschiedlichen Orten veranstalten. Es ist nicht so, dass wir einen festen Standort haben, sondern unterschiedliche Räume bespielen“. Im Januar fand der erste Pop-up-Brunch in einem puristischen Raum der Sowatorini Landschaft im Kortlandviertel statt. Der Brunch wird nun monatlich stattfinden, die genauen Termine und Orte werden auf der Website veröffentlicht. „Das Interessante dabei ist, dass wir so auch an ganz unterschiedliche Orte gehen können, seien es Galerien, Yoga-Studios oder schon bestehende Gastronomien, die kein Frühstücksangebot haben. So sind wir immer flexibel bei der Ortswahl“, erläutert Joelle. Die Gründerinnen leben beide vegan und möchten mit ihrem veganen Brunch eine Marktlücke bedienen.

Wir finden, dass vor allem vegane Frühstückskultur noch nicht so ganz in Bochum angekommen ist.

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„In Metropolen wie Berlin oder Köln sieht man vermehrt Konzepte, die sich auf die vegane Ernährungsform spezialisiert haben, aber hier im Ruhrgebiet fehlte so etwas noch.“

Joelle und Julie haben sich bei ihrer früheren Arbeit kennengelernt, und durch die vegane Ernährung hatten sie sofort etwas gemeinsam. Auf die Frage, wie es zu der Idee des Pop-Up-Brunchs kam, antwortet Joelle belustigt: „Ich glaube, so fangen alle Konzepte an: mit einer Schnapsidee.“ Aus der Schnapsidee entstand dann eine Konzeptidee, und dann ging es auch schon los mit dem ersten Brunch. „Daneben bestand auch der Wunsch, sich zu verselbstständigen und etwas Eigenes auf die Beine zu stellen“, erklärt Julie. Der eine oder andere mag vielleicht anfangs etwas skeptisch sein, wenn er das Wort „vegan“ hört, vor allem, wenn man bisher noch keine Berührungspunkte mit der immer populärer werdenden Ernährungsform hatte.

Doch veganes Frühstück umfasst viel mehr, als nur Brötchen mit Marmelade. Im Gegenteil, der vegane Brunch von Joelle und Julie ist vielfältiger als man denkt. So stand beim ersten Brunch alles auf dem Tisch, was das Herz begehrt: Brötchen mit großer Käse- und Wurstauswahl (natürlich allesamt Ersatzprodukte), verschiedene Aufstriche, Eier-, Nudel- und Quinoasalat, Sandwiches, Pancakes, Granola sowie verschiedene Kuchen, darunter Bananenbrot, Käsekuchen und Schokoladenkuchen.

Eiersalat, Mett oder Cheesecake in vegan? Das geht! Jeder, der mal etwas Neues ausprobieren will und ein vielfältiges Fruchtstück genießen möchte, ist bei dem Brunch genau richtig. „Neben den Veganern wollen wir auch Nicht-Veganer ansprechen, die sich aber dafür interessieren und offen sind, so etwas mal zu testen“, erklärt Joelle. Besonders interessant sind Ersatzprodukte, wie veganes Mett, das sich vom Aussehen,Geruch und vom Geschmack her kaum vom echten Mett unterscheidet. Aber auch Camembert aus Cashewnüssen oder Eiersalat, ohne echte Eier versteht sich, stehen dem Original in nichts nach. Julie erzählt: „Wir wollen Qualität liefern, unsere Brötchen werden frisch von der Bäckerei Wickenburg geliefert, Wurst und Käse kaufen wir ein, der Rest wird alles von uns selbst gemacht“.

Wichtig ist den beiden, dass neue Kontakte beim Frühstücken geknüpft werden können. Julie erklärt: „Es geht auch darum, dass alle zusammenkommen und sich unterschiedliche Menschen kennenlernen und ins Gespräch kommen“. So sah man bereits beim ersten Pop-up-Brunch unterschiedliche Leute unterschiedlichen Alters, Veganer oder Nicht-Veganer, die gemeinsam gutes Essen genießen möchten.

Lisa Schaffrin-Schneider

Dieser Artikel ist in der BOMA-Ausgabe März 2020 erschienen.

Mahlzeit Eins

Appetit bekommen? Die Vielfalt gastronomischer Angebote in Bochum ist groß

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