Urbane Produktion in der BO|44 Brillenmanufaktur

Bochumer mit Durchblick Urbane Produktion in der BO|44 Brillenmanufaktur

Handgefertigt in Bochum. Das können Tanja Wagener und Alexander Luks von ihren Brillen behaupten. Sie betreiben die BO|44 Brillenmanufaktur in Bochum-Hofstede. In der kleinen Werkstatt sind schon hunderte Brillen entstanden. Sie werden an ausgewählte Optiker vertrieben, welche sie an den Endkunden verkaufen. Dieser kann dann behaupten, ein Stück Bochum auf der Nase zu tragen.

Für handwerkliche Tätigkeiten konnten sich die Unternehmer schon immer begeistern; so haben beide eine Ausbildung zum Goldschmied gemacht. Ihre berufliche Zukunft haben sie allerdings nicht in diesem außergewöhnlichen Beruf gesehen. Beide verschlug es stattdessen zu einem Optiker. Kennengelernt haben sich Tanja Wagener und Alexander Luks schließlich in einer Firma in Lüdenscheid, die ebenfalls Brillen hergestellt hat. Zunächst noch in Deutschland, doch dann immer mehr im Ausland. Das fanden die beiden schade.

Nachdem die Firma dann zusätzlich in wirtschaftliche Not geriet, fassten sie den Entschluss, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. „Wir wollten es einfach mal versuchen. Das war vor elf Jahren“, erinnert sich Tanja Wagener. Zu Beginn handwerkelten sie noch in einer kleinen Garage. Nach einem Jahr folgte dann der Umzug in die heutigen Räumlichkeiten. Die ersten Jahre erwiesen sich allerdings als schwer. Viele andere Hersteller sind in Insolvenz gegangen und haben ihr Geschäft aufgegeben. Das Unternehmer-Duo hat allerdings an seinem Traum festgehalten. Heute gibt es in Deutschland nur noch eine Handvoll traditioneller Brillenmanufakturen. Eine davon dank der beiden in Bochum.

 

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Alexander Luks und Tanja Wagener erklären den Herstellungsprozess einer Brille: „Zunächst wird eine grobe Skizze erstellt, die schließlich durch ein Programm digitalisiert wird, sodass sie am Computer dargestellt werden kann. Schließlich wird eine erste Version über den 3D-Drucker ausgedruckt.“ Diese technischen Möglichkeiten erleichtern ihre Arbeit ungemein. Vor einigen Jahren mussten sie die Skizzen beispielsweise noch aus Pappen ausschneiden, um zu sehen, wie sie im Gesicht wirken. Im nächsten Schritt geht es darum, das fertige Produkt herzustellen. „80 Prozent der Brille machen wir hier vor Ort selbst. Arbeitsschritte, die uns hier nicht möglich sind, beispielsweise Vergoldungen und Lacke, lassen wir von guten Firmen in der Umgebung ausführen“, so Alexander Luks. Insgesamt kann der Prozess von der ersten Skizze der Brille bis zum Verkauf beim Optiker etwa ein halbes Jahr dauern.

Die Bochumer Brille ist nicht nur an ihrem geradlinigen und modernen Look zu erkennen, sondern hat zudem besondere Merkmale, die sie von anderen unterscheidet. Beispielsweise werden eckige statt runder Schrauben verwendet. Bei den Scharnieren wird ein eigens entwickeltes und patentiertes System angewendet, wodurch Schrauben überfällig werden. Und in allen Brillen der Brillenmanufaktur befindet sich der Hinweis „Made in Bochum“ zu ihrem Ursprung. Authentizität und Heimatverbundenheit sind für das Team sehr wichtig. „Viele Hersteller haben damals noch mit dem Qualitätsversprechen ‚Made in Germany‘ geworben, obwohl sie nicht wirklich in Deutschland hergestellt haben. Uns war es wichtig, nicht nur zu kommunizieren, dass wir wirklich in Deutschland herstellen, sondern das auch noch auf Bochum zu spezifizieren“, erklärt Tanja Wagener.

Einen besonderen Tribut an Bochum zollen die Unternehmer zudem mit einer eigenen Brillenkollektion zum Stadtjubiläum 700 Jahre Bochum. In der Kollektion wurden die zehn beliebtesten Modelle ausgewählt und mit einem schwarzen Design in Kohle-Optik versehen. Die Jubiläumsbrillen sind auf 700 Exemplare limitiert und nur bei wenigen, exklusiven Händlern in Bochum erhältlich.

 

Leandra Ogbodo

Dieser Artikel ist in der BOMA-Ausgabe Mai 2021 erschienen.

BO|44 Brillenmanufaktur

In der Provitze 70
44809 Bochum

kontakt(at)bo44.de
www.bo44.de

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