Veranstaltungskalender

Donnerstag, 07.12.2017, 08:00 Uhr

Viktoria Lomasko: Zeich(n)en des Wandels - vom revolutionären zum post-postsowjetischen Raum

In Kooperation zeigen das Osteuropa-Kolleg NRW, das Seminar für Slavistik/Lotman-Institut RUB und die Universitätsbibliothek Reportage-Zeichnungen der jungen Moskauer Künstlerin Viktoria Lomasko, die sich mit aktuellen gesellschaftlichen und politischen Themen auseinander setzt.

Viktoria Lomasko ist mit ihren Arbeiten zu sozialen Themen bekannt geworden. „Other Russias“ ist der Titel ihres 2017 im Londoner Verlag Penguin erschienen Buchs. Lomaskos fakten- und ereignisreiche Zeichnungen porträtieren die russische Gesellschaft mit ihren Spannungen und Konflikten. Skizzen zu Zeichnungen aber auch Zeichnungen selbst entstehen direkt am Ort des Geschehens und spiegeln die Dynamik der Ereignisse wider.

Neben Reproduktionen sind auch einige Dutzend Originale aus den Skizzenbüchern von Viktoria Lomasko zu sehen, die u.a. beim Pussy-Riot-Prozess entstanden. Sie sind nicht nur Abbildungen der Ereignisse, sondern selbst Artefakte der Proteste.

Die Ausstellung ist dank ihrer Integration in die Architektur der Universitätsbibliothek einmalig. Sie verwandelt die einzelnen Etagen in eine sichtbare Chronologie und Geographie des postsowjetischen Lebens.

Den ersten Teil der Ausstellung bildet eine Chronik der Moskauer Protestbewegungen der letzten fünf Jahre. Sie reicht von den Massendemonstrationen der Jahre 2011/12, die international Aufmerksamkeit erregten, bis hin zu lokalen Bewegungen der 2015er bis 2017er Jahre, die selbst in Russland aufgrund der offiziellen Informationspolitik nur wenigen Menschen bekannt sind. Die Demonstrationen haben heute ihren Massencharakter verloren. Dafür sind an die Stelle der etwas abstrakten Losungen wie „Für faire Wahlen“ konkrete soziale Forderungen getreten.

Der zweite Teil der Ausstellung ist eine Erkundung des postsowjetischen Raumes – ein Projekt, das Viktoria Lomasko seit 2014 verfolgt. Die Künstlerin hat bisher folgende Gebiete der ehemaligen Sowjetunion bereist: Kirgisistan, Georgien, Armenien, und im Nordkaukasus Dagestan und Inguschetien. Das von ihr gesammelte Material – Skizzen und Interviews – zeigt, wie unterschiedlich und uneinheitlich die kommunistischen Ideen in der Sowjetzeit aufgenommen wurden. Zugleich machen sie deutlich, wie widersprüchlich und kontrovers sich das Verhältnis zum sowjetischen Erbe in diesen Regionen gestaltet.

Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen

Wann?
von: Donnerstag 07.12.2017
Beginn: 08:00
bis: Freitag 08.12.2017
Ende ca.: 00:00
Wo?
Universitätsbibliothek Bochum

Universitätsstr. 150
44801 Bochum
Deutschland
Links
Viktoria Lomasko: Zeich(n)en des Wandels

Bochum Tourismus ist eine Seite der

Bochum Marketing