BoMa Stadtmagazin

Mut zum Stilbruch

Miss Kittenheel: Ausgefallene Mode im Stil der 50er- und 60er-Jahre

An einigen wenigen Orten in Bochum fühlt man sich wie zurückgesetzt in die 1950er-/60er-Jahre. In eine Zeit, die nicht immer besser, oft aber schöner war. Dieser Ansicht ist zumindest Stephanie Kotalla, die auf ihrem Blog misskittenheel.com zeigt, was ihr gefällt.

„Ich bin ein großer Fan des Stils dieser Epoche.“ Und so mag es wenig verwundern, dass sie nicht nur bei der Wahl ihrer Kleidung, sondern auch dem Namen ihres Blogs in der Zeit des stromlinienförmigen Designs Inspiration findet. „Wie viele Frauen, liebe ich Schuhe.“ Ein Kittenheel sei ein für die 1950er-Jahre ganz typischer Schuh. Vorne spitz, hinten drei bis fünf Zentimeter kleine Stiletto-Absätze. „Ich wollte mit dem Namen etwas Eigenständiges kreieren.“

Nicht nur eigenständig, auch einmalig ist sie mit ihrem Blog, auf dem sie Mode im Vintage-Stil in einer großen Größe zeigt. „Ich bin wohl Deutschlands einziges Crossover Plus Size mit Vintage-Blog.“ Zu sehen ist dort eine Kombination aus modernen Sachen und Vintage-Reproduktionen, teilweise auch eigengemachte Hütchen. „Ich zeige einfach, was mir gefällt. Ich möchte andere Frauen inspirieren: Ihr könnt curvy sein, ihr müsst aber nicht unsichtbar werden. Ihr könnt trotzdem euren eigenen Stil haben.“

Stephanie Kotalla ist alles andere als unsichtbar. Ihr Stil ist ein Mix aus Alt und Neu, mit Mut zum Bruch, ein Spiel mit Mustern und Materialien, bunt und gar nicht leise und vor allem ausgefallen. „Ich mag Novelty Prints sehr gerne.“ Das sind ausgefallene Drucke. Beispielsweise bunte Lippenstifte auf einem schwarzen Kleid. Als „Vintage mit einem Twist“, mit einem Augenzwinkern bezeichnet sie ihren Stil. „Ich hätte eher das Gefühl, wie Cinderella zu sein, die nicht zum Ball gehen darf, wenn ich mich nicht so anziehen würde, wie ich gerne möchte.“

Ein Bruchteil von dem, was sie trägt, ist allerdings wirklich Vintage. Abgesehen vielleicht mal von einem Pelzkragen, Accessoires, bestickten Taschentüchern oder ab und an einen Hut. Das liegt teilweise auch daran, dass die Sachen von damals heute kaum noch alltagstauglich sind. In Handtaschen, die zu der Zeit groß genug für einen Lippenstift, ein Puderdöschen oder ein Portemonnaie sein mussten, passt heute kein iPad mehr, das Stephanie Kotallas ständiger Begleiter ist.

Einiges von dem, was sie trägt, hat sie in Bochum gefunden. Zum Beispiel im Le Salon Vintage, der demnächst in die Oskar-Hoffmann-Straße 43 umzieht, im Mistfits Second-Hand-Laden oder auf dem Ganzjahresflohmarkt in der Hermannshöhe.

Ihr Freundeskreis sei es gewohnt, dass sie irgendwo overdressed aufschlage. Oft wird so auch vorher schon gefragt, was sie denn wohl zu bestimmten Anlässen tragen werde. „Ich bekomme auch ganz oft von wildfremden Frauen gesagt, dass das toll aussieht.“ Manchmal spüre sie aber auch eine gewisse Unsicherheit. Gerade bei Frauen in einer gewissen Altersklasse, teilweise auch mit einer ähnlichen Figur. Denen sagt sie: „Lebt wie es euch gefällt. Man kann es eh nicht allen recht machen.“

WWW.MISSKITTENHEEL.COM

Dieser Artikel ist in der BOMA-Ausgabe Dezember 2016 erschienen.

Text: Sven Berger


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