BoMa Stadtmagazin

Gerne mit Schweissflecken

Bernd Kreienbaum sammelt getragene VfL-Spielertrikots: 450 hängen schon in seinen Schränken.

Fast jedes neue Trikot, das die Mannschaft verpasst bekommt, verursacht großen Wirbel bei den Fans. Vornehmlich euphorischer Natur. Über Farbe, Form oder Design. Meist über alles drei zusammen. Das gilt nicht selten auch für die neuen Spielerhemden im Vereinsfußball.

Bernd Kreienbaum ist kein Trikot zu pink, zu regenbogenfarben, zu psychedelisch, zu bematscht, zu grasbefleckt oder zu zerfetzt. Neben Eintritts- und Autogrammkarten, Plakaten, Bildern, Plaketten und Anstecknadeln sammelt er Spielertrikots vom VfL Bochum 1848. Ungefähr 450 hängen in seinen Kleiderschränken. Keines davon im Fan-Shop gekauft. Die meisten sind „matchworn“ – also in einem Spiel getragen – oder zumindest für ein Spiel vorbereitet. 

Nach seinem ersten besuchten Spiel im Stadion, am 15. Mai 1968, DFB-Pokal-Halbfinale gegen Bayern München, hatte es ganze 32 Jahre gedauert, bis er von der Sammelleidenschaft gepackt wurde. Alles fing mit dem Kauf eines Trikots aus der Saison 1988/89 auf einem VfL-Flohmarkt an. „Das passte ziemlich gut“, erinnert sich Bernd Kreienbaum. Wenige Jahre später bekam er von Werner Balte ein Trikot von eben diesem Halbfinale geschenkt, nachdem Balte auf Bernd Kreienbaum durch ein Interview mit Ben Redelings aufmerksam geworden war. An so manches Trikot ist Bernd Kreienbaum durch solch zufällige Begebenheiten gekommen. 

Als zurückhaltender Mensch, der Spieler nicht gerne nach Abpfiff nach ihrem Trikot fragt, zeigt er bei der Suche viel Geduld und Hartnäckigkeit. Mit der Zeit hat er sich Kontakte aufgebaut, und so sichere Bezugsquellen, zumindest was aktuellere Trikots angeht, erschlossen. Bei älteren, die interessanter für ihn als Sammler sind, recherchiert er anhand von Bildern und Programmheften aus seinem Archiv. Ab und zu sieht er sich auch immer noch im Internet um. „Das fing ja damals auch mit ebay an, 2001. Darüber fand man schon damals gute Trikots.“

Über die Jahre hat er sich ein richtiges Fachwissen angeeignet: „Es gibt bestimmte Kriterien, mit denen man Spielertrikots von Fan-Shop-Trikots unterscheiden kann.“ Rückennummer, Schriftzug, Ärmel-Patches mit dem Liga-Logo. Mehr möchte er aber nicht verraten. Trotz seiner Expertise ist es manchmal auch für ihn schwer: „Das Regenbogentrikot konnte man sehr schlecht unterscheiden.“    

„Es gibt immer noch Überraschungen“, wie Kreienbaum erst kürzlich feststellte. Denn mit Hilfe eines Mannschaftsfotos von 1939 datierte er das älteste Trikot in seinem Fundus. „Da haben die Trikots an, die ich so vorher auch noch nicht gesehen habe.“ Ab Anfang der 80er Jahre weiß Bernd Kreienbaum recht gut, welche Trikots es gegeben hat. „Davor wird es teilweise recht schwierig.“ Nicht einfacher für ihn, den Überblick zu behalten, macht die Wiederverwertung alter Trikots. „Die haben da ja zum Teil auch alles zusammengeschustert“, erzählt er von den „Polsterwelt“-Trikots aus der Saison 82/83, bei denen vier Jahre später einfach der „Opel“-Aufnäher drübergestickt wurde.  
Unter all seinen Trikots befinden sich auch wahre Kuriositäten. Z. B. das zerfetzte Trikot von Olaf Dressel oder das im wahrsten Sinne des Wortes getragene Trikot von Thomas Eisfeld. Eines von dreien, das komplett ungewaschen im Schrank von Bernd hängt. Kreienbaum soll wohl mal gesagt haben, dass er mit dem Sammeln aufhört, wenn er an ein bestimmtes Trikot aus den 50er Jahren aus der Oberliga West gekommen ist. Im Moment ergeben sich bei ihm aber ganz neue Aufbewahrungsmöglichkeiten, die es ihn sicherlich nochmal überdenken lassen. Er freut sich immer über neue Trikots, Hinweise und Kontakte.

Selber guckt er Fußball am liebsten im Stadion oder in kleiner Runde. Wer die EM nicht alleine gucken möchte, dem sei das Public Viewing im Westpark oder in einer der vielen Kneipen im Bermuda3Eck empfohlen.

Text: Sven Berger

Infobox

Bernd Kreienbaum
VfL Bochum Trikot-Sammler

www.vfl-spielertrikots.de
facebook: VfL Bochum matchworn
b.kreienbaum@freenet.de
Tel. 0172 8586861

Dieser Artikel ist in der BOMA-Ausgabe im Juni 2016 erschienen.



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