BoMa Stadtmagazin

Fünf Fragen an... Prof. Dr. Susanne Hüttemeister

Die blaue Couch

Prof. Dr. Susanne Hüttemeister, Leitung des Zeiss Planetarium Bochum, im Gespräch mit Mario Schiefelbein, Geschäftsführer der Bochum Marketing GmbH.

Das Planetarium feiert im Herbst 50-jähriges Jubiläum. Was hat sich in den Jahrzehnten technisch getan?

Beim Bochumer Planetarium handelt es sich um ein klassisches Projektionsplanetarium, das vor 90 Jahren erfunden wurde. Damals wurde der Sternenhimmel mechanisch projiziert, heute computergesteuert. Das Universum ist inzwischen dynamisch zu erleben. Wir sprechen von einer Ganz-Kuppel-Videoprojektion. Mit unseren acht Zeiss-Beamern können wir seit einigen Jahren mit bewegten Bildern arbeiten.


Welche Zielgruppen werden angesprochen, und wie lassen diese sich am ehesten faszinieren?

Wir haben natürlich alle Zielgruppen im Auge, bemerken aber in den zurückliegenden zehn Jahren eine deutliche Verschiebung bei den Besucherzahlen. Früher lag der Schwerpunkt bei den Schulklassen, heute machen sie nur noch einen Anteil von 20 Prozent aus. Das hängt damit zusammen, dass die anderen Zielgruppen erheblich gewachsen sind. Vor allem die abendlichen Musikshows kommen inzwischen sehr gut an. Wir bieten ein nettes Umfeld für einen schönen Abend. Die Bandbreite reicht von Hörspielen bis Konzerten. Wir sind damit nicht nur eine Bildungseinrichtung, sondern auch ein Kulturinstitut, das rund 200.000 Besucher jährlich zählt.


Welche Frage aus der Astronomie fesselt Sie am meisten?

Der Versuch, die Realität als Ganzes zu erklären, hat mich schon immer fasziniert. Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Das sind Fragen, die nahezu jeden von uns interessieren. Es ist spannend, den unterschiedlichsten Zielgruppen zu vermitteln, wie das Universum funktioniert, also quasi die Erkenntnis der Welt unter die Leute zu bringen.


Wie wird der runde Geburtstag des Planetariums gefeiert?

Wir bereiten eine neue Produktion mit dem Titel „Die Entdeckung des Himmels“ vor, die an Entdeckern aufgehängt ist und am 7. November, und damit einen Tag nach dem eigentlichen Jubiläum, Premiere hat. Es gibt am 7. November vormittags einen offiziellen Festakt und abends eine Fete. Für das gesamte Jubiläumswochenende planen wir eine große Veranstaltungspalette mit einem symbolischen Eintritt von 50 Cent – ein Cent pro Jahr unseres Bestehens.


Wie sehen Sie die Zukunft des Planetariums? Was ist technisch vorhersehbar und wie stellt sich das Planetarium Bochum zukünftig auf?

Ich glaube nicht, dass wir technisch noch weitere Quantensprünge vollziehen werden. Die Auflösung ist schon außerordentlich hoch, vielleicht wird der Ton noch etwas räumlicher. Vielmehr wird es um inhaltliche Fragen gehen. Ich bin dagegen, dass das Planetarium ein Kuppel-Kino wird, aber sicherlich werden neue Formate Einzug finden. Schon jetzt feiern wir mit unserem neuen Ansatz, Peter Maffays Tabaluga-Musical zu zeigen, große Erfolge.


Interview: Mario Schiefelbein


www.planetarium-bochum.de


Dieser Artikel ist erschienen in der BOMA Ausgabe August 2014 (Download).


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